01. März 2018, 06:45 Uhr

HSG Wetzlar

Stuttgart im Kopf

Am Sonntag im DHB-Pokal-Viertelfinale gegen den TVB Stuttgart gilt es. Die HSG Wetzlar ist heute (19 Uhr) wirklich nur zum Warm-up Bundesliga-Gast bei der SG Flensburg/Handewitt.
01. März 2018, 06:45 Uhr
Trainer Maik Machulla erwartet mit der SG Flensburg/Handewitt heute die HSG Wetzlar zum Bundesliga-Heimspiel. (Foto: Bergmann)

HSG Wetzlar


So deutlich hat das selten ein Trainer in diesem Geschäft gesagt. Unverhohlen, unerschrocken, gegenwinderprobt. »Die Partie in Flensburg hat keine Priorität«, heuchelt Kai Wandschneider niemandem, weder sich selbst noch der Mannschaft, etwas vor, »wir würden lügen, wenn wir sagen, Stuttgart nicht schon im Hinterkopf zu haben.« Der Bundesliga-Donnerstag heute um 19 Uhr bei Titelanwärter SG Flensburg/Handewitt (live auf Sky) ist nicht mehr als ein Warm-up für das bevorstehende »Spiel des Jahres« am Sonntag in der Rittal-Arena. Im DHB-Pokal-Viertelfinale gegen den Ligarivalen TVB Stuttgart (15 Uhr) geht es um sportlichen Lorbeer, einen enormen finanziellen Anreiz und die emotionale Befriedigung der gesamten Handball-Region.

Das Final 4 vom 4. bis 6. Mai in Hamburg lockt. Mannschaft und Trainer, die die herausragenden Leistungen der letzten fünf Bundesliga-Spielzeiten krönen würden; die Anhänger, die sich anschließend auf die 1200 (!) der HSG Wetzlar zur Verfügung stehenden Endrunden-Tickets stürzen könnten. »Die Priorität liegt auf dem Sonntagspiel, ganz klar«, bekräftigt der Wetzlarer Trainer noch einmal, »unser Fokus ist auf Stuttgart gerichtet.« Beim Titelanwärter im Norden wird der HSG-Coach heute Abend durchwechseln, mit den Kräften Haus halten, »ohne uns aber wehrlos zu ergeben«. Über die lange An- und Abreise und die Terminenge hingegen muss bei den terminlich weit mehr beanspruchten Flensburgern nicht diskutiert werden. Gastgeber-Trainer Maik Machulla gibt auf solche Aussagen nicht viel. »Jede Mannschaft, die zu uns kommt, will sich gut präsentieren. Das gilt erst recht für die Wetzlarer, deren letzte Spiele mich voll überzeugt haben.«

Die Wetzlarer Aussichten: Der HSG steht das 40. Bundesliga-Duell seit dem Erstliga-Aufstieg mit den Flensburgern bevor. In 20 Spielzeiten gab es bislang nur zwei Wetzlarer Erfolge bei vier Unentschieden und 33 (!) Niederlagen. Eine ähnliche Sensation wie vor 14 Tagen beim Rekordmeister THW Kiel würde die Liga 2017/18 komplett auf den Kopf stellen. Die Flensburger sind trotz nationaler und internationaler Beanspruchung formstabiler als der ewige Rivale aus Kiel und haben weiter die Chance auf den DM-Titel, in eigener Halle aber auch schon drei Punkte – Remis gegen Hannover, Niederlage gegen Kiel – eingebüßt. Dennoch: Flensburg ist turmhoher Favorit. »Wer zweimal in einer Saison gegen den THW Kiel gewinnt, verfügt über viel Qualität und Selbstvertrauen«, entgegnet SG-Trainer Maik Machulla.

Die personellen Vorzeichen: Beim zuletzt grippekranken Evars Klesniks dürfte es höchsten zu einem Kurzeinsatz reichen, derweil muss Alexander Hermann wegen seiner Kreuzbandverletzung weiter auf seine Rückkehr warten. Wie gegen TuS N-Lübbecke wird Trainer Kai Wandschneider Till Klimpke im Tor und Hendrik Schreiber entlastend und perspektivisch weitere Einsatzzeiten geben. Die Gastgeber können wie zuletzt beim souveränen Sieg beim TV 05/07 Hüttenberg sowie beim Remis in der Champions League gegen Telekom Veszprem nahezu Bestbesetzung aufbieten. Lediglich Kreisläufer Jacob Heinl fehlt.

Die aktuelle Verfassung der SG Flensburg/Handewitt: In Hüttenberg musste das Team von Trainer Maik Machulla das Gaspedal nicht voll durchtreten, gegen Veszprem traf Holger Glandorf Sekunden vor Schluss zum 31:31, mit dem der dritte Gruppenplatz in der Vorrunde der europäischen Königsklasse abgesichert wurde. Torwart Matthias Andersson beweist auf seiner Abschiedstour als Paradenkönig Woche für Woche seine Klasse, Holger Glandorf und Rasmus Lauge gehören im Rückraum zu den Top-Torschützen der Liga und in puncto mannschaftlicher Geschlossenheit sind die Mogensen und Co. seit Jahren der Ligamaßstab.

Was sagt Wetzlars Trainer Kai Wandschneider: »Flensburg hat so viele gute Spieler, weshalb es wenig Sinn macht, sich abwehrmäßig auf einen ganz speziell zu konzentrieren. Wer wie im Hinspiel bei uns einen Kentin Mahé 45 Minuten auf der Bank sitzen lassen kann, hat schon enorme Qualität.« Der HSG-Coach bezeichnet den Flensburger Keeper Matthias Andersson als einen der herausragenden Spieler der Bundesliga-Geschichte und hebt den Innenblock der SG mit Tobias Karlsson besonders hervor. Für den eigenen Angriff erhofft sich Wandschneider schon heute im Norden »etwas mehr Durchschlagskraft aus dem linken Rückraum als gegen Nettelstedt«, schließlich könnte diese am Sonntag gegen Stuttgart zum Faktor werden.

Welche Besonderheiten gibt es? Ganz klar den Umstand, dass Wetzlars Torwart-Teufel Benjamin Buric erstmals seit Bekanntgabe seines Wechsel im Sommer vor seinem künftigen Flensburger Publikum vorspielt. Wer den Bosnier und seinen Ehrgeiz kennt, der weiß, dass der 27-Jährige schon heute alles in das Spiel legen wird, was er hat - wobei er sich die eine oder andere Großtat besser für den Sonntag aufheben sollte. »Er ist zurzeit überragend drauf«, stellt Flensburgs Coach Maik Machulla fest

 

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