25. Februar 2018, 22:02 Uhr

Pflicht erfüllt

Stuttgart im Kopf

Noch sechs Tage sind es bis zum DHB-Pokal-Viertelfinale gegen den TVB Stuttgart. Zuvor hat sich die HSG Wetzlar aber der Pflichtaufgabe TuS N-Lübbecke mit 25:20 souverän entledigt.
25. Februar 2018, 22:02 Uhr
Jubel bei Joao Ferraz (HSG Wetzlar) nach einem seiner fünf Treffer beim souveränen 25:20 über TuS N-Lübbecke. (Foto: Vogler)

HSG Wetzlar


Gelungener Start in die englische Woche für die HSG Wetzlar. Mit 25:20 (13:7) holte sich die Mannschaft von Trainer Kai Wandschneider in der Handball-Bundesliga gegen den TuS N.-Lübbecke die Punkte 21 und 22. Im Hinterkopf den historischen Sieg beim THW Kiel, die SG Flensburg/Handewitt und vor allem das DHB-Pokal-Viertelfinale gegen den TVB Stuttgart vor Augen, lieferten die Grün-Weißen eine solide Partie ab. »Ich bin schon sehr zufrieden, dass wir die Punkte hier behalten haben«, sagte Wandschneider. »Es war klar, dass das so ein zähes Spiel werden würde.«

Es war vor allem in der Abwehr auf beiden Seiten ein zähes Ringen. Die 6:0-Formationen stellten den Gegner vor erhebliche Probleme, doch es waren die Gastgeber, die die sich daraus ergebenden Chancen nutzten. »Wir haben vorne viele Fehler gemacht und in der ersten Halbzeit glaube ich vier, fünf Konter hintereinander bekommen«, bemängelte der gut aufgelegte TuS-Keeper Joel Birlehm, der den Vorzug vor Routinier Peter Tatai erhielt.

Doch auch bei der HSG Wetzlar lief nicht alles nach Wunsch. So war beispielsweise Jannik Kohlbacher am Kreis derart gut abgedeckt, dass in der zehnten Minute bereits das vierte Anspiel an ihn scheiterte. »Mit der Abwehr und dem Torwart bin ich weitestgehend zufrieden, da haben wir es geschafft, Wetzlar vor Probleme zu stellen«, meinte TuS-Coach Aaron Ziercke hinterher. Und so gelang es den Gästen, nach dem 2:6-Rückstand auch wieder auf 4:6 heranzukommen.

Zeitweise verfielen die Akteure auf dem Feld in hektischen Wild-West-Handball, reihten sich technische Fehler und Fehlwürfe aneinander. Gerade hier behielten aber die Grün-Weißen den etwas kühleren Kopf, beruhigten das Spiel und gingen mit einer 13:7-Führung in die Kabine. »Wir wollten im Angriff viel besser kombinieren und spielen«, erklärte Ziercke. »Da haben wir uns selbst im Weg gestanden, in einigen Aktionen viel zu mutlos agiert.« Dagegen befand Wandschneider: »Ich bin mit Abwehr und Torwart und dem Umschalten in den Gegenstoß vor allem in der ersten Halbzeit sehr zufrieden.«

Wie gut beide Deckungsverbände standen, zeigte sich auch in der 35. Minute, als es erst Moritz Schade auf der einen und gleich darauf Kohlbacher auf der anderen Seite erstmals gelang, sich am Kreis durchzusetzen und die Treffer acht bzw. 14 für ihre Farben zu erzielen. Joao Ferraz mimte im Rückraum den Alleinunterhalter. »Aus dem linken Rückraum haben uns die Durchschlagskraft und die Tore gefehlt«, legte Wandschneider den Finger in die nie wirklich zuheilen wollende Wunde. Das fehlen von Alexander Hermann wurde einmal mehr deutlich. Im Mittelblock räumte Anton Lindskog alles weg, was an ihm vorbei wollte, und so brachte selbst das 12:16 des TuS in der 40. Minute keinen wirklich aus der Ruhe. »Wir haben zu diesem Zeitpunkt mehr Kreuzungen gespielt, ein paar Fehler weniger gemacht«, lobte Ziercke, »dann kommt aber wieder eine Phase, in der wir in Unterzahl geraten und wieder zwei, drei leichte Fehler machen. Wetzlar geht auf acht Tore weg und dann war das Spiel eigentlich gegessen.«

In der letzten Viertelstunde wechselte Wandschneider munter durch, brachte die beiden Youngster Till Klimpke im Tor und Hendrik Schreiber auf Halblinks. »Das war mein Heimdebüt in der Bundesliga«, strahlte der Rückraumspieler. »Das ist zu Hause etwas ganz Besonderes. Die Stimmung hier ist immer super, es hat sehr viel Spaß gemacht. Mit dem Tor ist es leider nichts geworden, aber wir haben gewonnen, das zählt.«

»Es war ein Arbeitssieg, es waren zwei Punkte, jetzt kommt das nächste Spiel«, zog Mittelmann Philipp Pöter einen Schlussstrich unter die Partie. »Das wird in Flensburg geil genug, aber danach kommt auch das Pokalspiel gegen Stuttgart und das ist natürlich auch so ein bisschen in den Köpfen. Das kann man nicht abstreiten, das kann man nicht abstellen.«

HSG Wetzlar: Klimpke, Buric, Weber; Kneer, Björnsen (7), Pöter (2), Ferraz (5), Mirkulovski (1), Schreiber, Volentics, Holst (7/2), Forsell Schefvert, Kvist, Lindskog, Cavor (1), Kohlbacher (2).

TuS Nettelstedt-Lübbecke: Tatai, Birlehm; Genz, Kaleb (3), Bechtloff (3), Grabarczyk, Gierak, Bagaric, Gruszka (2), Rakovic (2), Torbrügge, Jaanimaa (4), Schade (3), Speckmann, Hövels (3).

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Brodbeck/Reich (Reutlingen/Metzingen). – Zuschauer: 4166. – Zeitstrafen: 8:2 Minuten. – Siebenmeter: 2/2:0/0.

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