28. Januar 2018, 21:23 Uhr

Stolzer Trainer Neumann

28. Januar 2018, 21:23 Uhr
Fingerzeig: RSV-Trainer Ralf Neumann freut sich über den Sieg gegen den Spitzenreiter Thuringia Bulls – und mit ihm rund 1500 Zuschauer in der August-Bebel-Halle. (Theimer)

Der RSV Lahn-Dill hat sich am Samstagabend vor prächtiger Heimkulisse eindrucksvoll zurückgemeldet und Favorit RSB Thuringia Bulls die erste Saisonniederlage zugefügt. Vor 1450 Besuchern in der Wetzlarer August-Bebel-Sporthalle jubelten am Ende die Mittelhessen über einen knappen, aber kämpferisch verdienten 70:68 (16:17/35:28/ 52:45)-Erfolg gegen den Tabellenführer.

Viele sahen im Gast aus dem Großraum Erfurt den Ligafavoriten schlechthin, der in diesem Jahr von niemanden zu stoppen ist. Titelverteidiger RSV Lahn-Dill bewies das Gegenteil und verwandelte seine Heimstätte dabei in ein Tollhaus. Die Partie bot alles, was ein echtes Spitzenspiel ausmacht: Tempo, Brisanz, Spannung und Dramatik.

Zu Beginn zeigten sich die Thuringia Bulls mit breiter Brust, führten schnell mit 6:2 (3.) und 12:8 (5.) und nutzten ihre Chancen eiskalt aus. Wieder brauchte es ein wenig Zeit, bis der RSV seine Feinjustierung auf die Taktik der Gäste ausgerichtet hatte.

Man merkte Kapitän Michael Paye und seinen Kollegen an, dass sie wild entschlossen waren, alle voreiligen Favoritenbekundungen eines Besseren zu belehren. So stieg der Druck auf den Spielaufbau der Thüringer von Minute zu Minute, und nach dem 20:21-Zwischenstand (12.) drehte der Gastgeber auf. Zwei Dreier von Paye, eine aggressive Verteidigung, und binnen weniger Spielminuten hatten die Rollis aus Wetzlar mit 30:21 (17.) die Nase vorn. Und diese Führung sollte der dreizehnfache deutsche Meister auch bis zur Schlusssirene nicht mehr abgeben.

»Wir haben uns diesmal selbst belohnt und hervorragende Wurfoptionen herausgespielt. Was mich stolz macht und zeigt, wie konzentriert wir zu Werke gegangen sind, bei nur vier Ballverlusten in der gesamten Partie und dies in einem solchen Spiel gegen einen solchen Gegner«, war RSV-Headcoach Ralf Neumann nach dem Ende voll des Lobes über seine Mannschaft.

Beim 41:32 (33.) startete der Gast eine Gegenoffensive, die nur drei Minuten später im 41:41 mündete. Noch im dritten Viertel sollte zumindest mental die wichtigste Phase für den RSV folgen, denn unbeirrt setzten die Hausherren den selbstbewussten Konter zum 52:43 (29.) und damit zur vielleicht spielentscheidende Situation der gesamten Partie.

Doch noch gaben sich die Bulls nicht geschlagen. In der 34. Spielminute war es Matt Scott, der den erneuten Gleichstand beim 56:56 erzielte, ehe der Iraner Vahid Gholamazad für den bis dato von der RSV-Defensive mehrheitlich abgemeldeten etatmäßigen Topscorer Aliaksandr Halouski, in die Bresche sprang. Der persische Hüne kam am Ende auf starke 20 Punkte und läutete mit seinem 65:66-Anschluss (39.) die hoch spannende Schlussphase ein.

Zunächst war es jedoch Brian Bell, der nach einer schönen Kombination 20 Sekunden vor dem Ende das 68:65 erzielen konnte. Doch während die August-Bebel-Sporthalle schon feierte, war es sein US-Landsmann Jake Williams, der elf Sekunden vor dem Ende von jenseits der 6,75-m-Markierung den Ausgleich erzwang. Zehn Spielsekunden später ging dann der in einer letzten Auszeit besprochene letzte Spielzug der Hausherren auf und Hiroaki Kozai erhielt an der Grundlinie den Ball. Als sein Wurf durch die Reuse flog, zeigte die Uhr noch 0,5 Sekunden Restspielzeit an, die der Gegner nicht mehr nutzen konnte.

Kapitän Paye mit einem Double-Double (14 Punkte, zehn Assists) und der bärenstarke Thomas Böhme (26 Punkte) waren die besten Spieler im RSV-Trikot. »Für die Mannschaft ist dieser Sieg vor allem für das eigene Selbstbewusstsein vor den wichtigen Spielen der kommenden Wochen Gold wert«, freute sich Neumann und blickte schon auf das Champions-League-Wochenende.

Lahn-Dill: Böhme (28/1), Kozai (18), Paye (14/2), Bell (6), Haller, Dreimüller (4), Breuer, Häfeli, Huber, Kind (n.e.), Köhler (n.e.), Schell (n.e.).

Thüringen: Scott (23/2), Gholomazad (20), Halouski (12), Williams (9/1), Bienek (2), Beginskis (2), Eike Albrecht, Partanen, Visser.

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