26. Juli 2018, 22:41 Uhr

Spannend wie selten zuvor

Die Fußball-Hessenliga ist vor dem Auftakt am Samstag erneut attraktiver geworden: Mit Gießen, Kassel und Fulda ragt ein Trio heraus. Dazu gesellen sich ambitionierte Aufsteiger wie Friedberg und Eddersheim, mehrere Teams lauern auf Überraschungen.
26. Juli 2018, 22:41 Uhr

Die Hessenligasaison 2018/19 verspricht für die heimische Region eine besonders interessante zu werden. Mit dem FC Gießen und der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz gibt es zwei neue Konstrukte, die gleich in ihrem ersten Vereinsjahr in die Regionalliga Südwest aufsteigen wollen. Traditionsverein KSV Hessen Kassel wird viele Zuschauer anziehen, weist die Favoritenrolle allerdings von sich.

Mit dem FV Bad Vilbel und Türk Gücü Friedberg tauchen zwei neue Vereine aus der Wetterau auf der Landkarte der Hessenliga auf. Überraschungen sind in dieser Liga angesichts der starken Neulinge und der Leistungsdichte zu erwarten. Im Vorjahr gelang das dem SC Waldgirmes, der als Aufsteiger zur Winterpause auf Platz zwei stand und letztlich Fünfter wurde. Trainer Daniyel Bulut ist sich vor dem Start am Samstag (18 Uhr) sicher: »Die Masse der Spiele werden mit 50:50 auf der Kippe stehen.«

Die Favoriten: Das Trio aus Gießen, Kassel und Fulda thront zumindest vor der Saison über allen anderen Hessenligisten. Vor allem Gießen und Fulda hängen den Rest vom Etat her locker ab. Jörg Fischer, Geschäftsführer des neuen Fußballclubs an der Lahn, sagt: »Wir wollen versuchen, das Ziel Regionalliga zu erreichen.«

In Fulda sollen die Vorteile des Zusammenschlusses ebenfalls gewinnbringend genutzt werden. »Die sportliche Zukunft war ausschlaggebend. Wir haben einen anderen Etat zur Verfügung, um unsere Ziele zu erreichen«, sagt Peter Enders vom Vorstand der SG Barockstadt.

Zu den beiden neu gegründten Vereinen gesellt sich der frühere Zweitligist KSV Hessen Kassel. Der Traditionsverein verfügt über weniger finanzielle Mittel, verlor nach dem Abstieg unter anderem die komplette Viererkette. Trotzdem ist ordentlich Qualität vorhanden, zuletzt wurde im Test Regionalligist Lippstadt geschlagen. Angelo Barletta, der die Hessenliga als Coach des FC Bayern Alzenau kennt, meint: »Wenn es einer schafft, vor diesen drei Mannschaften zu landen, dann ist das schon eine der Überraschungen.«

Das Mittelfeld: Interessant wird die neue Spielzeit nicht nur durch drei Größen an der Spitze, sondern vor allem auch durch die Leistungsdichte dahinter. Als »Geheimtipp« gilt geheimhin der FC Eddersheim. Gießens Trainer Daniyel Cimen sagt etwa: »Sie sind schon mit einer Oberliga-Mannschaft aufgestiegen und haben sich jetzt noch mal kräftig verstärkt.« Auch Türk Gücü Friedberg ließ mit prominenten Neuverpflichtungen aufhorchen. Dazu gesellen sich Mannschaften wie Alzenau, Vorjahreszweiter, der SC Waldgirmes oder die traditionell ambitionierten Rot-Weißen aus Hadamar. Baunatal, das in der letzten Saison nach fünf Spielen mit 15 Punkten an der Spitze stand, und Lohfelden zählen ebenfalls dazu. Cimen sagt sogar: »In Alzenau und Baunatal liebäugelt man intern auch mit dem Aufstieg. Das wird bloß nicht nach außen getragen.«

So schlussfolgert Daniyel Bulut vom SC Waldgirmes: »Ich bin überzeugt davon, dass ab Platz vier jeder jeden schlagen kann. In diesen Spielen wird es darauf ankommen, dass du bereit bist, die fünf Prozent mehr aus dir herauszuholen.«

Die Abstiegskandidaten: Da die Qualität zugenommen hat, fällt es zunächst leicht, bescheidene Vereine wie Buchonia Flieden, VfB Ginsheim oder FC Ederbergland zu den potenziellen Absteigern zu zählen. Dass diese sich wehren können, bekamen in der Vorsaison aber auch viele Favoriten zu spüren. So schlug Viktoria Griesheim beispielsweise Alzenau mit 5:2, die Svpgg. Neu-Isenburg trotzte Fulda zweimal ein Remis ab. Zu den Teams, die sich noch beweisen müssen, gehören der Hünfelder SV und FV Bad Vilbel.

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