19. August 2018, 21:15 Uhr

FC Gießen

So macht Fußball in Gießen Spaß

Der FC Gießen gibt knapp zwei Monate nach seiner Gründung ein äußerst gelungenes Bild in der Fußball-Hessenliga ab. Dazu zählt die Zuschauerresonanz und starke heimische Leistungen.
19. August 2018, 21:15 Uhr
Ein offensiv ausgerichter FC Gießen überzeugt am Samstag mit einem 3:1-Heimsieg gegen tief stehende Fuldaer. (Foto. Friedrich)

Fünf Partien, fünf Siege – allein wegen der Tordifferenz rangieren die Rot-Weißen aus Gießen aktuell auf Platz zwei. Die Art und Weise, wie die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz am Samstagnachmittag geschlagen wurde, musste allen Gießener Sympathisanten gefallen. »Wir haben heute gesehen, warum diese Mannschaft unter Trainer Daniyel Cimen noch nie zuhause verloren hat«, meinte Fuldas Coach Alfred Kaminski. »Und wenn sie so weiter spielen, dürfte das für die anderen Gegner auch schwer werden.«

Viele Positionswechsel im Gießener Angriff

Im Stile einer Spitzenmannschaft gewann der FC Gießen die Partie. »Ich bin erleichtert, dass wir das Spiel gedreht haben und das Ergebnis den Spielverlauf widerspiegelt«, meinte Daniyel Cimen später. Mit frühem Anlaufen, einem funktionierenden System rund um die Positionswechsel in der Spitze und großem Kraftaufwand erarbeitete sich Gießen in der ersten Halbzeit gegen den nominell bis daher mit Abstand stärksten Kontrahenten acht Großchancen.

Gießens Ricardo Antonaci (r.) machte in der ersten Halbzeit über die rechte Seite viel Druck. (Foto: Friedrich)
Gießens Ricardo Antonaci (r.) machte in der ersten Halbzeit über die rechte Seite viel Dru...

Egal ob Damjan Marcetas Doppelchance per Fuß und Kopf (9., 10.), Timo Cecens Pfostentreffer (25.) oder Ricardo Antonacis Schuss, der nur haarscharf am Gehäuse vorbeistrich (27.) – der Ball wollte nicht ins Tor.

Stattdessen fing sich Gießen mit dem ersten Konter der insgesamt enttäuschenden Gäste das 0:1: Der extrem schnelle Patrick Broschke durfte ungehindert Richtung Strafraum laufen und traf dort aus spitzem Winkel zur schmeichelhaften Fuldaer Führung (18.).

Der Ausgleich kurz vor der Pause war extrem wichtig

FC-Trainer Daniyel Cimen

»Teilweise dachte ich mir: Das gibt’s doch nicht!«, meinte Gießens Offensivspieler Brian Mukasa. »Wir hatten acht Hundertprozentige und liegen 0:1 zurück.« Quasi mit dem Pausenpfiff folgte dann die Erlösung: Sinnbildlich für die im Endstadium oft zu kompliziert ausgespielten Gießener Angriffe stocherte der FC in Person von Mukasa den Ball zum 1:1 über die Linie (45.). »Das war extrem wichtig«, wusste Cimen.

Mukasa und Hofmann gefallen

Fulda stellte zur Halbzeit von Dreier- auf Viererkette um und fand nun mehr Stabilität. Die Passivität im Verteidigen rund um den Strafraum nahm ab, Fulda nahm nun aktiv am Spielgeschehen teil. Und Gießen blieb ruhig. »Wir haben häufig reingeschrien: Geduldig bleiben! Wenn es ein Punkt geworden wäre, dann wäre das auch nicht schlimm gewesen«, meinte Cimen.

Unterschiedsspieler Cem Kara sorgte dann schließlich für die Entscheidung. In der 84. Minute setzte er aus knapp 20 Metern zum Fernschuss an, der halbhoch rechts einschlug. Es war sein fünfter Treffer im fünften Spiel. Unter Cimen hatte der 23-jährige gebürtige Flörsheimer einst seine beste Zeit, war für RW Frankfurt in 62 Hessenligaspielen an 58 Toren beteiligt.

Beim FC Gießen nun macht Kara wieder den Unterschied, erzielt die wichtige Tore. »Daniyel gibt mir die Freiräume und lässt mich machen, was ich kann«, sagt Kara. Alban Lekajs Volleytreffer zum 3:1 in der Nachspielzeit war der ansehnliche Abschluss eines unterhaltsamen Nachmittags.

Cem Kara bejubelt seinen ansehnlichen Treffer zum 2:1. (Foto: Kuhn)
Cem Kara bejubelt seinen ansehnlichen Treffer zum 2:1. (Foto: Kuhn)

So macht Fußball in Gießen Spaß, zumal zwei heimische Akteure als Leistungsträger im spielstarken Mittelfeld fungieren. Brian Mukasa bekam vom Coach ein Extralob: »Was er gelaufen ist, war fast unmenschlich. Bei ihm kann man sich darauf verlassen, dass er 100 Prozent gibt.« Ähnliches gilt für den Lollarer Johannes Hofmann.

Für den FC Gießen geht’s nun am Mittwoch im Hessenpokal beim Verbandsligisten SV Bauerbach mit dem Licher Trainer Stefan Frels weiter (19 Uhr). Am Samstag geht’s in der Liga dann zum Mittelhessenderby beim SC Waldgirmes, der mit über 1000 Besuchern rechnet. Und in der Woche darauf wartet das nächste Heimspiel-Highlight: Der KSV Hessen Kassel gastiert am 1. September im Waldstadion. Gute Aussichten Mitte August für Gießens neuen Fußballclub.

FC Gießen: Sahin – Antonaci (65. Lekaj), Spang, Nennhuber, Koutny – Fink, Hofmann, Cecen – Kara, Marceta (64. Müller), Mukasa (80. Korzuschek).

SG Barockstadt: Mujezinovic – Sonnenberger, Gröger, Torcuatro – Odenwald, Mosch – Pordeski (61. Münkel), Schaaf, Crljenec, Trümner (52. Strangl) – Broschke (80. Pomnitz).

Im Stenogramm: Tore: 0:1 (18.) Broschke, 1:1 (45.) Mukasa, 2:1 (84.) C. Kara, 3:1 (90.) Lekaj. – Z.: 2415. – SR.: Werner (Nauheim).

Die Tabelle der Hessenliga

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