05. November 2018, 07:00 Uhr

FC Gießen

So ist der FC Gießen aufstiegsreif

Der FC Gießen hat beim Spitzenspiel der Fußball-Hessenliga in Alzenau erneut bewiesen, dass er reif für die nächste Klasse ist.
05. November 2018, 07:00 Uhr
Christopher Spang (l.) und sein FC Gießen haben in Alzenau verdient gewonnen. (Foto: sno)

Gießens Fußballclub hat am Samstag in Alzenau erneut bewiesen, dass er ein würdiger Aufsteiger in die Regionalliga Südwest wäre. Das wurde beim 2:1-Sieg im Spitzenspiel deutlich – auf und und neben dem Platz. Auf dem grünen Rasen legte der FC Gießen einen abgezockten Auftritt hin und ließ Alzenau nach dem frühen 2:0 nur wenig Möglichkeiten. Auf den Rängen des Stadions am Prischoß lieferten die über 200 Fans einen aufstiegsreifen Auftritt, machten die Partie in Bayern durch kontinuierliche Gesänge zum gefühlten Heimspiel.

»Auswärts in einem Hessenligaspiel mit so vielen Fans anzureisen und so eine Stimmung zu haben, das ist sensationell«, sagte Gießens Anführer Michael Fink. Die Gießener Darbietung nötigte auch Alzenaus Trainer Angelo Barletta Respekt ab: »Von der Fan-Unterstützung her war das organisierter als bei Kassel. Auf dem Platz hat uns Gießen gezeigt, was es heißt, wie ein Spitzenteam aufzutreten.«

Durch den Sieg weisen die Rot-Weißen vorerst vier Punkte Vorsprung auf Alzenau auf – die Bayern allerdings haben noch ein Nachholspiel, könnten also bis auf einen Zähelr heranrücken. Und für den FC Gießen stehen vor der Winterpause noch schwere Spiele an, u.a. gegen den Vierten aus Hadamar und bei den wiedererstarkten Fuldaern. »Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir Punkte bei Teams aus der unteren Tabellenhälfte liegen gelassen haben«, weiß Ex-Profi Michael Fink. »Aber wenn wir mit 100 Prozent in jedes Spiel gehen, dann haben wir auch die Qualität, ganz oben zu stehen.«

 
Fotostrecke: Große Gießener Fan-Gemeinde in Alzenau

Das bewiesen die Gießener beim Topspiel am Samstag in Alzenau. »Gute« Nachrichten gab’s schon vor dem Anpfiff: Alzenaus Regisseur, der 29-jährige Kroate Kreso Ljubicic, fiel wegen einer Knöchelverletzung aus. Das tat den Hausherren weh – die Bayern haben weniger (finanzielle) Mittel, um Topspieler eins zu eins zu ersetzen.

Frühe 2:0-Führung hilft Gießen

Gießen fand schnell in die Partie und führte nach 33 Minuten bereits mit 2:0 – das war mehr als die halbe Miete im Spiel, das live vom Hessischen Rundfunk im Internet übertragen wurde. Barbaros Koyuncu hatte in der 15. Minute links sehr viel Platz, bediente den in der Mitte ebenfalls freistehenden Markus Müller, der zum 1:0 einschob.

Torhüter Tolga Sahin bewies seine Reaktionsfähigkeit auf der Linie in der 25. Minute, als er einen scharfen Schuss von Alzenaus Rico Kaiser gerade noch über die Latte lenkte. Kurz darauf fand einer der vielen genauen langen Pässe von Timo Cecen den Empfänger Cem Kara, der sich durch zwei Alzenauer durchdribbelte und aus rund 16 Metern zum 2:0 traf (33.) – der Ball war allerdings haltbar.

Wir haben es auch in den Drangphasen von Alzenau geschafft, keine klaren Torchancen zuzulassen

FC-Trainer Daniyel Cimen

Zwar kam der kleine FC Bayern nur sechs Minuten später nach schönem Doppelpass und Dribbling von Torjäger Hedon Selishta zum Anschlusstreffer (38.) – wirklichen Druck konnte Alzenau zur Überraschung vieler nach der Pause aber nicht aufbauen. Bislang gelang es Alzenau schon viermal, einen Rückstand komplett zu drehen, häufig war die zweite Hälfte die starke. Am Samstag war es anders. »Wir haben es auch in den Drangphasen von Alzenau geschafft, keine klaren Torchancen zuzulassen«, wusste FC-Trainer Daniyel Cimen.

So spielt ein Aufsteiger

Die Gießener ließen den Ball gut laufen, trafen durch Cecens Freistoß in der 61. Minute die Latte und hätten durch Markus Müllers Abschluss kurz darauf ebenfalls für die Entscheidung sorgen können (67.). Weil das dritte Tor nicht fiel, wurde es kurz vor Schluss noch einmal spannend – die Gelb-Rote Karte für Innenverteidiger Kevin Nennhuber ging deshalb etwas unter, weil Sekunden danach abgepfiffen wurde und der Sieg im Topspiel bejubelt wurde.

Nicht selten wird die Floskel »So spielt ein Absteiger« verwendet. Für den Gießener Auftritt in Alzenau könnte man sagen: »So spielt ein Aufsteiger«.

Bayern Alzenau: Takidis – Kaiser, Wörner (71. Cetin), Wilke, Auer, Schmitt (71. Milosevic), Kalata (83. Alessandro), Calabrese, Konate, Bari, Selishta.

FC Gießen: Sahin – Antonaci, Koutny, Nennhuber, Lekaj – Fink – Koyuncu (71. Korzuschek), Spang, Cecen (90. Mukasa), C. Kara (90. Michel) – Müller.

Im Stenogramm: Tore:0:1 (15.) Müller, 0:2 (33.) C. Kara, 1:2 (39.) Selishta. – Gelb-Rote-Karte: Nennhuber (90.). – Zuschauer: 1350. – Schiedsrichter: Unholzer (Birkenau).

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