20. April 2018, 16:54 Uhr

Pokalsensation

So fiebert unsere Region mit der Frankfurter Eintracht

Über den Pokalkrimi am Mittwochabend spricht ganz Fußball-Deutschland. Die Eintracht steht im Finale, Trainer Niko Kovac im Fokus. Wir haben Stimmen und Stimmungen in der Region eingefangen.
Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin. Die Frankfurter Eintracht hat erneut einen wichtigen Termin in der Hauptstadt: 19. Mai, Pokalfinale. (Foto: dpa)

Eintracht Frankfurt


Alle freuen sich nun auf das Pokalfinale am 19. Mai in Berlin. Silja Römer hat schon beim 1:0-Sieg der Frankfurter im Halbfinale beim FC Schalke 04 die »letzten zehn Minuten nur noch vor dem Fernseher gestanden«. Kommt es zu einer Steigerung? Lars Billasch berichtet von einer ganz besonderen Atmosphäre: »Ich war schon im Vorjahr dort. Die Anreise, der Samstagmorgen – da spürt man dieses ganz außergewöhnliche Flair.«

Silja Römer (Spielerin SG Reiskirchen/Saasen, Kreisfußball-Frauenreferentin): Ich fand es total geil. Ehrlich gesagt, die letzten zehn Minuten des Spiels stand ich nur noch vor dem Fernseher. Es war total aufregend. Eigentlich bin ich Bayern-Fan, aber auch Frankfurt-Sympathisantin. Es ist klasse, was da passiert ist, dass die Eintracht nun im Pokalfinale auf die Bayern trifft. Obwohl ich für die Bayern bin, würde ich es den Frankfurtern gönnen, als Sieger vom Platz zu gehen, wäre halt ein Wunder. Ich hoffe für Trainer Niko Kovac, dass der Schritt zu den Bayern ein guter für ihn ist. Es tut mir für die Frankfurter leid, denn was er dort auf die Beine gestellt hat, ist echt super. Ich hoffe, dass sie an der Entscheidung nicht knabbern müssen.

Nicolas Pantke (Mittelfeldspieler Turabdin/Babylon): Meine Sympathien waren für Frankfurt. Es hat mich gefreut, dass Frankfurt ins Pokal-Finale eingezogen ist – und das zum zweiten Mal in Folge. Ich drücke der Eintracht auch für das Finale die Daumen. Das Finale gibt durch die Trainersituation dem Spiel noch eine ganz andere Brisanz. Ich kann Kovac verstehen, warum er zu den Bayern gegangen ist. Wenn die Bayern rufen, zieht es wohl jeden hin. Man muss die finanzielle Seite betrachten, aber auch die Riesenchance für Kovac, bei den Bayern Trainer zu sein. Da ist man in aller Munde. Er kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück und arbeitet mit Salihamidzic und vielleicht Klose und Scholl zusammen, alles ehemalige Weggefährten in einem bekannten Umfeld. Für die Eintracht ist die Entscheidung von Kovac blöd, denn sie dachte, sie hat nun auf Jahre hinweg ein Erfolgstrainer. Sie muss sich nun neu aufstellen.

Lars Billasch (Dauerkarten-Inhaber, Spielertrainer SVP Fauerbach): »Die Eintracht ist klarer Außenseiter; noch klarer als im Vorjahr. Aber allein schon die Teilnahme am Finale in Berlin ist etwas ganz Besonderes. Ich war schon im Vorjahr dort. Die Anreise, der Samstagmorgen – da spürt man dieses ganz außergewöhnliche Flair. Im Halbfinale hat die tüchtigere Mannschaft gewonnen. Die Eintracht hat mich mit ihrer Robustheit und Kompaktheit überzeugt, und Schalke ist eben auch spielerisch begrenzt, deren Glück ist eben auch inzwischen aufgebraucht. Wir Eintracht-Fans haben hinter unserem Team gestanden, von einer möglichen Kovac-Missstimmung hatte man ja auch schon in Leverkusen nichts gespürt. Er hatte die Ausstiegsklausel, sein Wechsel ist legitim. Dass er vorher den Moralapostel spielt, hinterlässt einen Beigeschmack. Und dann noch die Veröffentlichung vor diesen wichtigen Spielen. Die Bayern wollen professionell sein. Da kann ich nur den Kopf schütteln. Ein 72-Jähriger wird als Wunschtrainer vorgeschoben, und dann wundert man sich in München, warum sich nur schwer ein Heynckes-Nachfolger hat finden lassen.«

Peter Heidt (Dauerkarten-Inhaber): »Die Eintracht wird als krasser Außenseiter nach Berlin fahren, aber ich bin überzeugt, dass Niko Kovac jetzt erst Recht den Pokal gewinnen will. Wenn er als DFB-Pokal-Sieger nach München käme, hätte er noch einmal ein ganz anderes Standing dort, im Haifischbecken. Den Wechsel an sich kann ich nachvollziehen. Die Abwicklung hätte man aber sicherlich besser lösen können. Die Bayern haben das in dieser Form doch eigentlich gar nicht nötig. Beim Endspiel in Berlin kann vieles passieren, und auch Dortmund ist im Vorjahr nervös geworden, als die Eintracht den Ausgleich erzielt hatte. Die Unterstützung der Fans wird der Wahnsinn sein. Davon bin ich überzeugt. Und ich hoffe auf eine Finalteilnahme der Bayern in der Champions League. Dann hätten die Münchner nur diese Titeloption im Kopf, und der DFB-Pokal würde aus dem Fokus rücken. Enttäuscht war ich vom FC Schalke 04. Tabellenzweiter mit Heimrecht und der Chance auf das Pokalfinale – da kann man nicht nur auf Fehler des Gegners warten. Das war zu wenig.«

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