11. Oktober 2018, 16:05 Uhr

Handball

Sieg ist nicht utopisch, aber unwahrscheinlich

Der Weg ist weit, die Aufgabe schwer. Die personell gebeutelte HSG Wetzlar ist am Donnerstagabend bei Rekordmeister THW Kiel zu Gast – und geht als krasser Außenseiter in diese Partie.
11. Oktober 2018, 16:05 Uhr
Ihn gilt es heute Abend zu überwinden: Kiels Torwart-Hüne Niklas Landin. (Foto: Bergmann)

Die bittere Niederlage gegen den Bergischen HC im Rücken, geht es für die HSG Wetzlar in der Handball-Bundesliga am Donnerstagabend um 19 Uhr (Sky) beim THW Kiel in die nächste Runde. Utopisch ist ein Erfolg für die HSG an der Ostsee nicht, in der momentanen Situation aber mehr als unwahrscheinlich.

 

4. gegen 13.: Die Kieler wollen nach dem knappen Auswärtserfolg in Leipzig in eigener Halle nachlegen. Die Niederlagen in Flensburg und Magdeburg scheinen bei den Zebras verarbeitet, aber die Partie in Leipzig hat gezeigt, dass der Titelfavorit weiterhin schlagbar ist. »Unser Tempospiel hat in der ersten Halbzeit sehr gut geklappt, das müssen wir weiterverbessern«, meinte Neuzugang Hendrik Pekeler. In der zweiten Hälfte war es vor allem auch die individuelle Klasse eines Franz Semper, die die Kieler Abwehr ins Straucheln brachte. »Wir dürfen gegen diesen Gegner aber auch nicht die Geduld verlieren«, mahnt der THW-Kreisläufer vor dem Wetzlar-Spiel und erinnert an das langsame Spiel der Hessen. »Das hat man bei der knappen Niederlage gegen die Löwen gesehen, als Wetzlar vor allem in der zweiten Hälfte minutenlange Angriffe spielte.«

»Wir müssen unsere Linie halten – egal, was passiert«, gibt HSG-Trainer Kai Wandschneider die Marschroute für seine Mannschaft aus. Wetzlar hat bisher diszipliniert sein Spiel durchgezogen, aber viermal knapp verloren. Gehapert hat es meistens in der Crunchtime, in der kein Tor gelang. »Wir haben nur eine hohe Niederlage gegen Melsungen kassiert«, erinnert Wandschneider. »Der springende Punkt ist, dass wir die vier knappen Spiele nicht gewinnen konnten. Wir wollen uns in Kiel so teuer wie möglich verkaufen.« Das heißt, auch dort das Tempo rauszunehmen – sonst geht man in Kiel unter.

 

3:2:1: Kiel war in den letzten Spielen mit einer sehr offensiven 3:2:1-Abwehr unterwegs. »Ich glaube, dass Alfred Gislason da auf Domagoj Duvnjak setzt«, sagt Wandschneider. »Das ist eine bärenstarke Deckung, die versucht, permanent zu unterbrechen, keinen Spielfluss aufkommen zu lassen.« Keine leichte Aufgabe, gute Lösungen gegen diese Defensive zu finden. Die Rückraumspieler werden extrem unter Druck gesetzt. Duvnjak fuchtelt auf der vorgezogenen Position mit seinen langen Armen immer wieder in den Passwegen herum. Im Verbund schiebt der THW die Laufwege gut zu. »Da müssen wir Geduld haben, ruhig unser Spiel aufziehen«, sagt Wandschneider. Er hat seine Truppe darauf vorbereitet, weiß aber auch: »Ich habe bisher keine Mannschaft gesehen, die diese Deckung ausgehebelt hat.« Daher kommt es auf die individuellen Fähigkeiten der Spieler an. Ob es gelingt, auch unter Zeitdruck einen guten Pass zu spielen oder sich im Eins-gegen-Eins durchzusetzen. »Wir wissen, dass man da nicht so ohne Weiteres frei zum Wurf kommt. Deshalb dürfen wir uns keine Fehlpassorgie leisten, müssen selber gut decken und wir brauchen auch eine hervorragende Torwartleistung.«

 

2017/2018 – 4:0: Wenn die Zebras an die vergangene Saison denken, stoßen ihnen vor allem die beiden Pleiten gegen die HSG sauer auf. Zudem unterlag man gegen die Grün-Weißen erstmals in eigener Halle. »Das soll sich nicht wiederholen«, erklärte THW-Kapitän Patrick Wiencek. »Mit unseren Fans im Rücken wollen wir alle Heimspiele gewinnen. Deshalb haben wir für Donnerstag nur ein Ziel: die zwei Punkte.« 26:25 gewannen die Wetzlarer im Februar 2017 an der Förde, im September fackelte die HSG beim 30:22-Sieg in der Rittal-Arena ein Feuerwerk ab.

 

1:3: Kiels Coach Gislason muss nur auf Marko Vujin verzichten, der nach einer urologischer OP noch ausfällt, hat sonst alle seine Stars an Bord. Bei der HSG sieht das anders aus. Beim Spiel gegen den Bergischen HC hat sich Rechtsaußen Kristian Björnsen schwer verletzt. Der norwegische Nationalspieler zog sich einen Teilriss des Innenbandes zu und fällt sechs bis acht Wochen aus. Lenny Rubin sollte nach seinem Bänderriss wieder einsteigen, hat sich allerdings mit Grippe krankgemeldet, sodass ein Einsatz in Kiel unwahrscheinlich ist. Till Klimpke ist erneut wegen eines Kopftreffers aus dem Training genommen worden, wird aber in Kiel wohl spielen können. »Das ist alles sehr bitter«, meinte Wandschneider. »Das müssen wir alles abhaken, uns auf uns konzentrieren, auf die, die da sind.«

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