15. August 2018, 11:19 Uhr

Die Spannung steigt

Rollis mit ganz viel Lust in die Weltmeisterschaft

Das Kribbeln beginnt, der Adrenalinspiegel steigt. Am Donnerstag rollt sie los – die Rollstuhlbasketball-WM in Hamburg. 16 Männer- und 12 Frauenteams kämpfen um die begehrten Titel.
15. August 2018, 11:19 Uhr
Mit Freude und Euphorie die WM angehen – Rollstuhlbasketball-Bundestrainer Nicolai Zeltinger lebt es seinem Team vor. (Foto: Theimer)

Zehn Tage lang – vom 16. bis zum 26. August – steht die Edel-optics.de Arena in Hamburg im Fokus der Rollstuhlbasketballer. Ihre Generalprobe hat die Austragungsstätte schon hinter sich. Im Mai kürten sich dort die Thuringia Bulls beim Final Four der besten vier europäischen Teams – darunter auch der RSV Lahn-Dill – mit dem Champions-League-Titel. Nun wird an der Elbe der Weltmeister gesucht.

Der in Allendorf/Lahn wohnende Nationalmannschafts-Cheftrainer Nicolai Zeltinger, der jahrelang mit seinem Wirken an der Seitenlinie beim RSV Lahn-Dill für einzigartige Triumphe sorgte und nun wieder im Management des erfolgreichsten Rollstuhlbasketball-Clubs der Welt arbeitet, freut sich auf die Tage im Norden Deutschlands. Er verrät uns seinen Plan, wie er mit seinem Team in der Hansestadt vorne landen kann.

Fast 70 Tage Vorbereitung, knapp 30 Testspiele. Sie haben für die WM mit Ihrer Mannschaft ein Mammutprogramm absolviert. Am Wochenende stand die letzte Challenge in Köln an, ehe es in den Norden ging und am Donnerstag die Weltmeisterschaft mit dem Gruppenspiel gegen Marokko eröffnet wird. Wie fällt Ihr Fazit der Vorbereitung aus?

Nicolai Zeltinger: Die Ergebnisse in der Vorbereitung sind nicht so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt habe. Rückblickend auf das Turnier vor einer Woche in Holland, dort haben wir zwei schlechte Spiele abgeliefert, aber auch drei sehr gute, habe ich das erste Mal das Gefühl gehabt, dass wir richtig frei aufgespielt haben. Wir haben im Angriff mit Lust und Freude agiert. Dadurch haben viele Spieler deutlich stärker gespielt als zuvor.

 

Mit Euphorie und Gelassenheit

 

Und in der Defensive?

Zeltinger: Mit der Verteidigung bin ich schon einige Zeit sehr zufrieden – die ist knackig und kernig.

Das hört sich doch vielversprechend an.

Zeltinger: Ja. Das stimmt mich alles sehr zuversichtlich. Mein Motto für die WM ist, mit Euphorie und Gelassenheit heranzugehen. Wir wollen uns in Hamburg von den Fans tragen lassen und dabei nicht verkrampfen.

Was ist Ihr sportliches Ziel in Hamburg?

Zeltinger: Wir werden die Erwartungshaltung nicht zu hoch hängen. Wir wollen von Spiel zu Spiel denken und gar nicht so weit in den möglichen Verlauf des Turniers schauen. Wir sind Außenseiter.

Wer ist für Sie Favorit?

Zeltinger: An erster Stelle USA und Großbritannien. Europameister Türkei ist dabei, Australien, die Kanadier. Da sind viele starke Teams am Start.

Wie wichtig ist für Ihr Team der Heimvorteil Hamburg – ist es überhaupt einer?

Zeltinger: Das kann beides sein. Aber wir wollen es dafür nutzen, damit es unser Heimvorteil wird. Wir können uns darauf verlassen, dass wir eine gigantisch organisierte Weltmeisterschaft haben. Wir werden ein Publikum im Rücken haben, das uns tragen wird. Wir müssen aber auch zeigen und beweisen, dass wir der Erwartungshaltung und dem Druck standhalten können.

 

Auch mal Zockermenatlität zeigen

 

Was war für Sie das Herausragendste in der langen Vorbereitung?

Zeltinger: Definitiv unsere Teamfähigkeit, der Zusammenhalt. Wir haben böse Niederlagen gehabt, aber die Mannschaft ist nie zusammengebrochen. Wir waren oftmals zu verkrampft. Die Spieler wollten alles richtig und gut machen. Aber Basketball ist eine Spielsportart, die man am besten mit viel Spaß und Freude bestreitet. Und dann muss man auch mal eine Zockermentalität an den Tag legen.

Gibt es Gewinner der Vorbereitung?

Zeltinger: Andre Bienek hat sich eindrucksvoll zurückgemeldet. Er hat starke Spiele gemacht. Wie Jan Haller. Thomas Böhme hatte gute und schlechte. Aber er hat gelernt, den Kopf nicht hängen zu lassen, wenn es mal nicht so läuft. Nico Dreimüller hat ebenfalls gute Dinge gemacht. Wir sind innerhalb des Teams alle einheitlich gewachsen.

 

Keine Angst vor Lagerkoller

 

Haben Sie Ihre erste Fünf schon im Kopf?

Zeltinger: Ja. Wir werden aller Voraussicht nach mit Alex Halouski, Kai Möller, Tommy Böhme, Jan Haller und Chris Huber starten.

Sie sind jetzt schon eine lange Zeit mit dem Team zusammen. Es folgen weitere zwei Wochen. Muss man Angst vor einem Lagerkoller haben?

Zeltinger: Wir haben in den Jahren festgestellt, je länger die Mannschaft zusammen ist umso besser harmoniert sie. In Hamburg sind wir im Hotel Scandic untergebracht – mit allen anderen Rollstuhlbasketball-Mannschaften. Das wird brutal, da bin ich gespannt, wie das wird, wenn alle gleichzeitig frühstücken wollen. Aber normalerweise ist bei einer WM alles so eng getaktet, dass du kaum Zeit hast, was anderes zu machen. Wir haben normalerweise jeden Tag Training und ein Spiel.

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