Angst vor großen Namen konnte man den Gießen 46ers Rackelos am Samstagabend bestimmt nicht unterstellen. Gegen den zu Hause noch ungeschlagenen Tabellenführer der Basketball-ProB-Süd – Bayer Giants Leverkusen – spielten die Hessen gerade im dritten Viertel an ihrem Leistungsmaximum. Doch die Gastgeber bekamen mit einem 20:3-Lauf noch die Kurve – zum Leidwesen der Mittelhessen.

Nach einem 7:3-Blitzstart der Gießener waren es die Giants, die ihrer Favoritenrolle im ersten Viertel gerecht wurden. Das Team von Headcoach Hansi Gnad hielt die Gäste bei mageren 25 Prozent aus dem Feld und konnte den ersten Abschnitt mit 21:12 souverän für sich entscheiden. Nicht auf dem Zettel hatte der Kapitän der deutschen Europameistermannschaft von 1993 aber Tim Uhlemann. Der 19-Jährige war für den nach wie vor verletzten Johannes Lischka in die Startformation gerückt und sorgte mit zwei Dreiern zu Beginn des zweiten Viertels dafür, dass Gießen auf Tuchfühlung blieb. Weitere Treffer durch Kraushaar und Adam Klie brachten zur Halbzeit ein 35:35.

Der couragierten Defensivarbeit der Gäste war es geschuldet, dass Leverkusen auch nach dem Seitenwechsel seinen Rhythmus nicht fand. Zwei weitere Dreier von Uhlemann waren die Speerspitze einer Phase, in der die Rackelos auf 60:50 davonziehen sollten. Spätestens als Kraushaar nach Finte den unter dem Korb lauernden Jordan Williams frei bediente, war es in der Leverkusener Ostermann-Arena still geworden.

Wie ein Befreiungsschlag wirkte dann Tim Schönborns Dreier mit Foul nach drei Minuten im Schlussviertel. Die Giants fanden zu ihrem Selbstvertrauen zurück, erstickten jeden Angriffsversuch der Lahnstädter im Keim und spielten sich in einen Rausch. Ein 20:3-Lauf in nur fünf Minuten markierte den Wendepunkt. »Das war eine gute Erfahrung, gerade für die jungen Spieler«, betont Rackelo-Coach Rolf Scholz trotzdem das Positive. »Wir können erhobenen Hauptes die Halle verlassen. Ohne Lischka haben wir hier über drei Viertel eine gute Leistung gezeigt, auch wenn wir am Ende abreißen lassen mussten«, so der Übungsleiter weiter.

Klie verlässt die Mittelhessen

Weiter geht es am 6. Januar 2019 mit dem Heimspiel gegen Erfurt. Nicht mehr mit von der Partie wird dann US-Guard Klie sein. Der 23-Jährige wird aus privaten Gründen nicht aus dem Weihnachtsurlaub zurückkehren. »Es gibt Dinge, die sind wichtiger als Basketball«, kann Scholz die Beweggründe seines Schützlings nachvollziehen.

Leverkusen: Celebic (17), Blass (4), Nick (2), Winter, Schick (9), Schönborn (15), Engelhardt (1), Thiemann, Heinzmann (8), Mvouika (5), Kuczmann (13).

Gießen: Klie (13), Kraushaar (13), Köpple (1), Williams (10), Thurau, Pjanic (8), Uhlemann (16), Okpara (1), Tshikaya (9), Hahn.

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