30. März 2017, 23:06 Uhr

RSV will ersten Titel holen

30. März 2017, 23:06 Uhr
Der RSV Lahn-Dill um Pjotr Luszynski steht am Wochenende in Elxleben beim Final Four vor dem ganz großen Wurf. (Foto: Diekmann)

Mit der Entscheidung im Final Four um den DRS-Pokal 2017 wird am Wochenende der erste Titel der laufenden Saison vergeben. Erstmals in der Geschichte des seit 1985 ausgespielten Rollstuhlbasketball-Wettbewerbes stehen dabei zwei Teams eines Vereins in der Pokalendrunde, der RSV Lahn-Dill und der RSV Lahn-Dill II. Neben den beiden Mannschaften der Mittelhessen komplettieren die BG Baskets Hamburg sowie Gastgeber und Titelverteidiger RSB Thuringia Bulls das Teilnehmerfeld im thüringischen Elxleben.

Damit ist auch klar, dass im bisherigen Wettbewerb nicht der zwölfmalige Rekord-Pokalsieger die Schlagzeilen geschrieben hat, sondern seine eigene zweite Mannschaft, die in der 2. Bundesliga Süd angesiedelt ist. Nach einem 54:41-Erfolg über den Ligakonkurrenten SGK Heidelberg und einem klaren 71:37-Sieg beim Regionalligisten RSV Bayreuth kam es Mitte Dezember im Viertelfinale zur Pokalsensation. In der heimischen August-Bebel-Sporthalle bezwang der Zweitligist den Erstligisten ASV Bonn mit 54:44 und qualifizierte sich mit einer faustdicken Überraschung für das Final Four.

»Das Final Four ist für uns fraglos das Highlight und die Zugabe in dieser Saison. Auf eine gewisse Weise ist es ist für uns alle Neuland: Die Hälfte des Teams ist zum ersten Mal auf einer so großen Bühne zu Gast, die andere Hälfte erlebt das Final-Four-Wochenende zum ersten Mal auf der Seite des krassen Außenseiters«, so RSV-II-Trainer Daniel Stange, der damit auf die pokalerfahrenen Felix Schell und Marco Zwerger ebenso anspielt wie auf Junioren-Nationalspieler Marian Kind, der erstmals in einem Final Four auf nationaler Ebene steht. »Auf wenn wir uns wohl keine Hoffnungen auf einen Sieg machen können, haben wir uns vorgenommen, uns so teuer wie möglich zu verkaufen. Wir wollen zeigen, dass auch wir nicht ohne Grund in Elxleben dabei sind«, so Stange weiter. Doch ausgerechnet zum Saisonhöhepunkt reist der RSV II nicht ohne Sorgen nach Elxleben. Center Carsten Crombach fällt für das komplette Wochenende aus, und auch der Einsatz von Anna-Maria Müller ist fraglich. Gegen den Gastgeber aus Thüringen ist der RSV II natürlich nicht nur deshalb krasser Außenseiter, und der Pokal müsste schon alle seine abgedroschenen Weisheiten in die Waagschale werfen, sollte es hier zu einer Sensation kommen.

Aber auch das drei Stunden zuvor auszutragende Duell zwischen dem RSV Lahn-Dill und den BG Baskets aus Hamburg hat eine besondere Brisanz, denn für beide Seiten ist der jeweils Konkurrent auch der aktuelle Dauerrivale. Hanseaten und Mittelhessen stehen sich aktuell auch im Playoff-Halbfinale gegenüber und kämpfen auch hier verbissen um den Einzug in die Endspielserie. Erst am vergangenen Sonntag unterlagen Michael Paye und Co. an der Elbe in einem wahren Playoff-Krimi hauchdünn mit 58:59, nachdem BG-Guard Ghazian Choudhry mit der Schlusssekunde einen Buzzerbeater in die Reuse des RSV schleuderte. »Wir haben in Hamburg eigentlich gar nicht so schlecht gespielt, und unsere Verteidigung stand sehr gut. Da ich davon ausgehe, dass wir offensiv nicht noch einmal eine solch schlechte Leistung abrufen können, bin ich daher natürlich optimistisch gestimmt, auch wenn die Aufgabe gegen Hamburg sicher nicht einfach ist«, so Trainer Nicolai Zeltinger in seiner Einschätzung.

Für diese spricht, dass der zwölffache Pokalsieger auch nach den beiden Liga-Niederlagen Ende Februar in Erfurt und Anfang März in Hamburg mit viel Wut im Bauch und einer gehörigen Portion Revanchegelüste zurückgekommen ist. Dies musste dann wenige Tage später im Viertelfinale der Champions League kein geringerer Gegner als die Thuringia Bulls spüren, die mit 45:62 den Kürzeren zogen. Daher dürfte auch Zeltingers Prognose, dass das Final Four 2017 mit drei berechtigten Titelanwärtern überaus offen in seinem Ausgang ist, den Nagel aktuell auf den Kopf treffen.

Aufpassen muss Topscorer Piotr Luszynski gegen die Hanseaten vor allem auf das gefährliche Offensivtrio um den US-Amerikaner Jake Williams, den Japaner Reo Fujimoto und den Briten Choudhry.

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