11. März 2018, 21:18 Uhr

RSV bucht Ticket für Hamburg

Der sechsfache Champions-League-Sieger RSV Lahn-Dill steht zum 14. Mal in 15 Jahren unter den Top vier Teams des europäischen Kontinents. Das Rollstuhlbasketball-Team aus Mittelhessen löste in Madrid das Ticket für die Endrunde am 4. und 5. Mai in Hamburg.
11. März 2018, 21:18 Uhr
Der RSV Lahn-Dill zieht nach Platz zwei in Madrid in das Final Four der Champions League in Hamburg ein. (Foto: Diekmann)

Bereits am frühen Samstagabend zogen die Wetzlarer durch ein verdientes 61:48 gegen den türkischen Meister Besiktas Istanbul ins Final Four ein. Am Sonntag folgte dann das 61:77 gegen den gastgebenden Titelverteidiger CD Ilunion Madrid. So trifft die Mannschaft von Cheftrainer Ralf Neumann in Hamburg im Halbfinale nun als Zweiter von Madrid auf den deutschen Ligakonkurrenten RSB Thuringia Bulls. Im zweiten Semifinale kommt es zum Vorjahresfinale zwischen Briantea 84 Cantu und CD Ilunion Madrid.

 RSV Lahn-Dill - CD Ilunion Madrid 61:77  (14:20/29:37/45:55): Bill Latham und Terry Bywater in Reihen der Spanier waren für die Mittelhessen nicht zu kontrollieren. Der Australier Latham und der Brite Bywater erzielten zusammen 60 Punkte für den 16-fachen spanischen Meister und waren damit die Schlüsselspieler gegen einen RSV Lahn-Dill, der zwar solide agierte, aber unter dem Strich diese beiden Ausnahmespieler über 40 Minuten nicht ausschalten konnte.

Nach einem schnellen 0:6-Rückstand (3.) kam der RSV Lahn-Dill zunächst besser in die Partie, hatte nach sieben Spielminuten einen 10:14-Rückstand, ehe im zweiten Viertel vor allem US-Center Brian Bell auftrumpfte. Vier Punkte von ihm in Serie sowie ein erfolgreicher Freiwurf von Nico Dreimüller sorgten fünf Minuten vor der Halbzeitsirene beim 23:24 für eine Auszeit bei den Madrilenen, die daraufhin ihre Spielweise leicht, aber letztlich effektiv umstellten.

In der Folge war es nun das Duo Bywater-Latham, das von den beiden spanischen Zwillingsbrüdern Alejandro und Pablo Zarzuela immer wieder mustergültig in Szene gesetzt werden konnte. Egal, ob aus der Distanz oder unter dem Brett, die beiden Nationalspieler ihrer Heimatländer waren an diesem Tag durch kein taktisches Mittel des RSV in ihrem Wirkungsradius zu beschneiden. Über 35:50 (26.), dem 48:57-Anschluss (31.) durch einen Dreier von Nico Dreimüller und einem 50:66-Rückstand (35.) war der in der Endphase ungefährdete Erfolg von CD Ilunion für den kämpferisch überzeugenden RSV nicht mehr zu verhindern.

Die trotz der abschließenden Niederlage überzeugende Leistung des RSV Lahn-Dill in der spanischen Hauptstadt wurde am Ende durch zwei Nominierungen ins Allstar-Team unterstrichen. Zusammen mit Deniz Acar (Besiktas Istanbul), Alejandro Zarzuela und Terry Bywater vom Gastgeber erhielten Brian Bell und Annabel Breuer diese hohe Auszeichnung.

RSV Lahn-Dill - Besiktas Istanbul 61:48 (16:7/26:20/46:31): War die Partie im ersten Durchgang äußerst eng und ausgeglichen, konnte der RSV nach dem Seitenwechsel seine Trümpfe ausspielen. Nach dem 4:5 (4.) durch Europameister Cem Genzini waren es zunächst die Mittelhessen, die sich deutlich zeigten. Kapitän Michael Paye sorgte für die 14:5-Führung (9.), ehe Ugur Toprak mit einem Dreier zum 12:18 (12.) die Mannschaft vom Bosporus weckte. Mit einer aggressiven Ganzfeldpresse provozierten die Türken nun einige Ballverluste bei den Lahn-Dillern, deren Vorsprung bis auf 24:20 (17.) schmolz.

Nach dem Seitenwechsel erkämpften sich die Mittelhessen dann mit viel Herz die Kontrolle über das Spiel zurück. Bereits nach 23. Spielminuten war der Vorsprung dank einer starken Defensivarbeit wieder auf 32:20 angewachsen, ehe Annabel Breuer das 40:25 (26.) markierte. Doch noch wollte sich Besiktas mit dem Aus in der Champions League nicht abfinden. »In dieser Phase haben wir ein ganz großes Kämpferherz gezeigt und sind in vielen brenzligen Situation cool geblieben«, freute sich RSV-Trainer Ralf Neumann über die Souveränität seiner Mannschaft und spielte damit auf Mitte der zweiten Hälfte an, als der türkische Meister extrem hart verteidigte und in zahlreichen Situationen den RSV mental aus dem Konzept bringen wollte.

Doch mit der Routine von 113 Europapokalspielen meisterten die Wetzlarer auch diese heikle Phase und hatten beim 59:46 (39.) durch den in der zweiten Halbzeit sehr starken Hiroaki Kozai den Sack zugemacht.

Der verdiente Erfolg gelang dabei auch aufgrund einer mit 91,7 Prozent sehr hohen Freiwurfquote und einem mit 43 zu 30 gewonnenen Reboundverhältnis. Für den Japaner Kozai, US-Center Brian Bell und Nationalspieler Thomas Böhme stand so am Ende ein »Double-Double« mit einer zweistelligen Punktausbeute sowie je zehn Rebounds zu Buche. Ein besonderes Lob von Headcoach Neumann erhielt aber Einpunkte-Spielerin Annabel Breuer: »Eine großartige Leistung! Alleine vier Rebounds zeigen, welche Kämpfernatur unsere Nummer zwölf ist«.

 

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