04. Mai 2018, 21:24 Uhr

Lahn-Dill

RSV Lahn-Dill verpasst Finaleinzug

Beim deutschen Rollstuhlbasketball-Kracher krachte es gewaltig. Aber nicht für den RSV Lahn-Dill. Die Rollis aus Wetzlar waren im Halbfinale der Champions League in Hamburg beim 47:85 gegen Thuringia Bulls chancenlos.
04. Mai 2018, 21:24 Uhr
Die Enttäuschung über die Halbfinal-Niederlage ist RSV-Coach Ralf Neumann (l.) und Spieler Thomas Böhme ins Gesicht geschrieben. (Foto: Bergmann)

Die Höhe des Sieges der Bullen in der Edel-Optic-Arena im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg spricht Bände – und drückte die Dominanz aus. Der frisch gekürte deutsche Meister aus Elxleben zerlegte die Mittelhessen am Freitagabend beim 45:22 bereits in der ersten Hälfte in alle Einzelteile. Die Thuringia Bulls treffen nun am Samstag um 19 Uhr an gleicher Spielstätte im Finale auf den amtierenden Champions-League-Sieger CD Ilunion Madrid. Die Spanier gewannen zuvor das erste Semifinale gegen das italienische Spitzenteam Unipol Briantea 84 Cantu mit 71:64. Der RSV kämpft zuvor um 17 Uhr um CL-Bronze gegen die Italiener.

Mit dem Halbfinaleinzug hatte niemand gerechnet

Trotz der deutlichen Niederlage dürfen die rund 150 mitgereisten Fans des RSV Lahn-Dill stolz auf ihr Team sein. Im Jahr des Umbruches mit dem vollzogenen Trainer-Wechsel Ralf Neumann für Nicolai Zeltinger und dem nicht geplanten Abgang von Starspieler Piotr Luszynski rechnete kaum einer im Lager der Rollis von Lahn und Dill, dass sie den Einzug unter die besten vier europäischen Mannschaften schaffen würden. Und nicht zu vergessen ist der deutsche Pokalsieg, als der RSV kürzlich im Endspiel den hohen Favoriten Thuringia Bulls bezwang.

Coach Ralf Neumann erkennt Stärke des Gegners an

Für die Schmach rächten sich die Bullen bereits vor zwei Wochen, als sie den RSV in den Playoffs um den DM-Titel keine Chance ließen. Und ähnlich erging es der kämpfenden Neumann-Truppe auch gestern gegen die Thüringer.

»Du nimmst dir so viel vor«, resümierte ein frustrierter Coach Neumann, »und es gelingt dir nichts. Was Thüringen im Angriff für eine starke Quote hatte (62,9 Prozent), das muss man aber auch neidlos anerkennen.«

Thüringen agiert vielseitig

Während das Team aus Mittelhessen fast ausschließlich den Erfolg mit Würfen aus der Distanz herbeiführen wollte, präsentierten die favorisierten Thüringer ihr vielseitiges Repertoire. Klappte es aus nächster Nähe nicht, unter den Körben hatte der RSV den Bullen längenmäßig rein gar nichts entgegenzusetzten (22 Punkte für den überragenden Aliaksandr Halouski), trafen die US-Amerikaner Jacob Williams, Rasta-Mann Scott Mathew oder Andre Bienek aus der Ferne. Das gefürchtete schnelle Umschaltspiel der Lahn-Diller kam nicht zur Entfaltung, da die Mannschaft von Coach Michael Engel die Räume bereits beim Ballvortrag eng machte und gehörigen Druck ausübte. Somit fehlten dem RSV leichte Punkte über Fastbreaks. Der von ihnen beim Pokalsieg gegen die Bulls praktizierte ICE-Geschwindigkeits-Rollstuhlbasketball glich gestern gegen auf dem Punkt topfitte Thüringer eher einem Bummelzug.

Im Setplay hatten es Michael Paye und Co. enorm schwer, in gute Wurfpositionen zu gelangen. Trotz aller taktischen Maßnahmen, die der RSV zog, blieb vieles Stückwerk. Es fehlte einfach der Spielfluss. Kaum einer fand seinen Rhythmus. Einzig der Japaner Hiroaki Kozai traf zuverlässig. Er war mit zwölf Punkten von den erzielten 22 in Halbzeit eins der beste Schütze im Neumann-Team. Paye insgesamt mit 16 Zählern Topscorer bei Lahn-Dill.

Mit zunehmender Zeit schwand zudem das Selbstbewusstsein der Protagonisten. Es war ein Klassenunterschied zu erkennen. Doch die RSV-Verantwortlichen um Geschäftsführer Andreas Joneck haben für die nächste Saison schon einen erfolgsversprechenden Plan in der Tasche. »Die Verpflichtung von Center Jan Gans wird nicht die einzige bleiben. Da kommen weitere Verstärkungen dazu«, erklärte Joneck, der trotz der Schlappe von einer guten Saison sprach – die heute mit einem Sieg im kleinen Finale noch getoppt werden kann.

RSV Lahn-Dill: Kozai (14), Paye (16), Haller (3), Dreimüller (2), Bell (6), Huber (4), Häfeli, Kind, Breuer, Böhme (2), Schell, Köhler.

Thuringia Bulls: Williams (21), Wenzel, Beginskis (2), Gholamazad (5), Visser, Scott (14), Bienek (17), Albrecht (4), Partanen, Halouski (22), Bondarenko.

 

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