28. September 2017, 12:00 Uhr

Vor der Saison

RSV Lahn-Dill im neuen Gewand

Vier neue Spieler und das neue Trainerduo Ralf Neumann/Janet McLachlan bestimmen das Bild des RSV Lahn-Dill vor der Spielzeit 2017/18. Eine neue Struktur, die auch Zeit braucht, um zu greifen.
28. September 2017, 12:00 Uhr
Der RSV Lahn-Dill geht mit folgendem Aufgebot in die Saison (vorne, v. l.): Jan Haller, Annabel Breuer, Hiroaki Kozai, Thomas Böhme, Nico Dreimüller, Christopher Huber; (Mitte, v. l.): Philipp Häfeli, Dirk Köhler, Felix Schell, Brian Bell, Marian Kind, Kapitän Michael Paye; (hinten, v. l.): Physiotherapeutin Beke Scheil, Teamärztin Petra Michel-Leutheuser, Techniker René Dietsch, Head Coach Ralf Neumann, Co-Trainerin Janet McLachlan und die Team-Koordinatoren Lukas Kapfer, Sebastian Block und Rebecca Konhäuser. (Foto: Mediashots)

Der neue zwölfköpfige Kader der Wetzlarer steht für enorme Schnelligkeit und hohe technische Fertigkeit. US-Boy Brian Bell und Scharfschütze Hiroaki Kozai sind ein Inbegriff dieser Fähigkeiten und passen prächtig zum starken Spielaufbau des RSV mit Michael Paye und Thomas Böhme. An ihrer Seite sollen die Nationalspieler Nico Dreimüller und Jan Haller harmonieren. In Bereich der Lowpointer, also der Spieler mit niedriger Klassifizierung, sollen die jungen Christopher Huber und Annabel Breuer den Abgang von Björn Lohmann vergessen machen. Und mit einem Center-Quartett um den Schweizer Philipp Häfeli, Routinier Dirk Köhler sowie den beiden Neuen Bell und Felix Schell, kann sich auch die lange Garde der Mittelhessen mehr als sehen lassen. Hinzukommt mit Youngster Marian Kind ein Talent, dass nach Jahren in der 2. Liga nun erstmals an die rauhe Erstligaluft herangeführt werden soll. Am Samstag (17 Uhr) fällt für das neu formierte Team der Ligastartschuss bei den Köln 99ers.

Zwölf hungrige Akteure, aber noch wichtigere zahlreiche Line-Ups stehen dem neuen Head Coach Ralf Neumann und seiner neuen Assistentin Janet McLachlan zur Verfügung. Bei de haben die Trainingsintensität noch einmal ausgebaut, und für den technischen und medizinischen Part stehen mit René Dietsch sowie dem Trio Petra Michel-Leutheuser, Pia Briegel und Beke Scheil ebenfalls bewährte Kräfte zur Verfügung.


Gute Erfahrungen mit dem RSV
 

Forward Jan Haller kann sich auf vier Neue freuen, die mit ihm beim RSV um Titel kämpfen. (Foto: jth)
Forward Jan Haller kann sich auf vier Neue freuen, die mit ihm beim RSV um Titel kämpfen. ...

Bereits seit einigen Jahren steht Bell ganz oben auf der Liste beim RSV Lahn-Dill. Der sympathische Center, der nach seinem ausgelaufenen Vierjahresvertrag im norditalienischen Cantu mit Ehefrau und Kindern über die Alpen nach Hessen wechselte, reist mit der Empfehlung einer paralympischen Goldmedaille an. Er war es auch, der auf internationalem Parkett mit einer bärenstarken Leistung maßgeblich für das bittere Halbfinal-Aus des RSV in der Champions League sorgte. Zweiter Neuzugang im Bunde ist der Japaner Hiroaki Kozai, der aus Hamburg nach Mittelhessen kommt. Auch der 29-jährige brandgefährliche Distanzschütze hat bisher gute Erfahrungen mit seinem neuen Klub gemacht, erzielte der Nationalspieler doch in sechs Partien des Vorjahres in Meisterschaft, Pokal und Playoffs gegen den RSV stattliche 94 Punkte. Er, wie auch Bell, gelten zudem als Schlüsselspieler ihrer Nationalmannschaften, die sich zusammen mit der deutschen Auswahl im kommenden Jahr bei den Weltmeisterschaften der Rollstuhlbasketballer in Hamburg gegenüberstehen könnten.

Der größte Umbruch hat jedoch auf der Kommandobrücke des sechsfachen Champions-League-Siegers stattgefunden. Nach zehn Jahren mit acht Meisterschaften und drei Triumphen in der europäischen Königsklasse hat Nicolai Zeltinger das Zepter an Neumann übergeben, der das vollste Vertrauen des erfolgreichsten deutschen Vereins genießt. »Wir haben Ralf 2012 verpflichtet mit genau dem Hintergrund, ihn Schritt für Schritt zum Nachfolger aufzubauen. Er arbeitet äußerst akribisch und vor allem mit ganzem Herzen, ist ausgewiesener Basketballfachmann und für uns eine Idealbesetzung«, sagt RSV-Geschäftsführer Andreas Joneck. An seiner Seite steht mit der Kanadierin McLachlan eine Weltmeisterin in der Sportart, die nicht nur die internationale Szene, sondern durch ihre Engagements in Trier und Wiesbaden auch die deutsche Bundesliga kennt. So ist die Wahl Neumanns für den Co-Trainer Posten an seiner Seite der zweite Idealfall für den RSV Lahn-Dill.


Kräftemessen am Dienstag

Nominell präsentiert sich der große Kontrahent der Wetzlarer, die Thuringia Bulls aus Erfurt, allerdings auf Augenhöhe mit der Neumann-Truppe. Vielleicht haben die Bulls sogar leichte Vorteile. Doch die Saison ist lang und die Frage nach der mannschaftlichen Einheit die deutlich entscheidendere Frage im Rennen um Meisterschaft und Pokal. Schon am kommenden Dienstag (16.30 Uhr) kommt es in Erfurt zum ersten Kräftemessen.

Ziel der beiden großen Rivalen ist wie immer die Endspielserie der Bundesliga im April. Und natürlich haben auch beide das Ziel, am Ende die Meisterschaft bejubeln zu können, egal welches verbale Understatement zuvor bemüht wurde. »Als Doublegewinner des Vorjahres und mit unserer Liste an Erfolgen wäre alles andere als die Titelverteidigung anzustreben, sowieso nicht glaubwürdig«, schmunzelt RSV-Geschäftsführer Andreas Joneck, ergänzt aber: »Unsere Mannschaft hat alleine von den Spielertypen her ein neues Gesicht, dazu ein Wechsel auf der Trainerbank. Dies alles braucht Zeit und die geben wir uns allen.« Dass der Faktor Zeit eine wichtige Rolle spielen wird, ergibt sich alleine schon aus der Tatsache, dass Kozai bereits vor dem Spiel in Köln wieder zu seinem Nationalteam reisen muss. Bereits gestern saß der Japaner wieder im Flieger nach Fernost und bereitet sich auf die im Oktober in Peking stattfindenden Asienmeisterschaften vor.

Auch international dürften die beiden deutschen Topteams zu den besten Adressen in Europa gehören. Beim Champions League Final Four im vergangenen Mai verpassten beide den Sprung ins Endspiel und müssen sich nun über die EuroLeague I Anfang Februar für die Königsklasse qualifizieren. Im Falle einer Qualifikation würde dann das Viertelfinale der Champions League Mitte März entweder im norditalienischen Cantu oder in Madrid auf den RSV warten. Die Titelentscheidung fällt im Mai im Final Four.

Info

Der Spielplan

Bundesliga

30. Sep. (17 Uhr): Köln (A)
3. Okt. (16.30 Uhr): Thuringia (A)
8. Okt. (16 Uhr): München (H)
15. Okt. (14 Uhr): Rahden (A)
21. Okt. (19.30 Uhr): Trier (H)
31. Okt. (16 Uhr): München (A)
4. Nov. (19.30 Uhr): Zwickau (H)
19. Nov. (16 Uhr): Hannover (A)
25. Nov. (17 Uhr): Wiesbaden (A)
3. Dez. (16 Uhr): Hamburg (H)
10. Dez. (16 Uhr): Köln (H)
13. Jan. (19.30 Uhr): Rahden (H)
20. Jan. (18 Uhr): Trier (A)
27. Jan. (19.30 Uhr): Thuringia (H)
10. Feb. (16 Uhr): Zwickau (A)
17. Feb. (16 Uhr): Hannover (A)
24. Feb. (19.30 Uhr): Wiesbaden (H)
4. Mär. (15 Uhr): Hamburg (A)
17./18., 24. u. 25. Mär.: Playoff-Halbfinals
14./15., 21. u. 22. Apr.: Playoff-Finals

DRS-Pokal

12. Nov.: Pokalspiele in Luxemburg
16./17. Dez.: Viertelfinale
7. u. 8. Apr.: Final Four

Europapokal

2. u. 3. Feb.: Euro League
9., 10. u. 11. Mär.: CL-Viertelfinale
4. u. 5. Mai: Champions League Finale

 

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