18. April 2017, 12:00 Uhr

Vorgelegt

RSV Lahn-Dill geht in Finalserie mit 1:0 in Führung

Der RSV Lahn-Dill hat am Samstag mit einem erneut hoch dramatischen 72:67 (14:13/34:36/52:51)-Heimsieg das 1:0 in der »best-of-three«-Finalserie gegen Titelverteidiger Thuringia Bulls gefeiert.
18. April 2017, 12:00 Uhr
Auf der Kippe: Piotr Luszynski (r., RSV Lahn-Dill) wird von Joakim Linden (Thuringia Bulls) bedrängt. Der Pole hat mit 23 Zählern maßgeblichen Anteil daran, dass die Wetzlarer mit einer Führung ins zweite Finalspiel gehen. (Foto: ras)

Rund 1400 Besucher füllten die August-Bebel-Sporthalle in Wetzlar bis auf den letzten Platz und erlebten dabei auch den emotionalen Abschied von den Größen des RSV Lahn-Dill, Joe Bestwick, Björn Lohmann und Head-Coach Nicolai Zeltinger, die sich von ihrem Heimpublikum verabschiedeten.

Minutenlang spendete das volle Haus nach der Schlusssirene des letzten Heimspiels der Saison stehend Applaus, um das wichtige 1:0 im Meisterschaftsrennen ebenso zu feiern wie die drei scheidenden Protagonisten würdig zu verabschieden. Für Tränen in den Augen sorgte bei Spielern und Fans dabei eine emotionale Fotoshow auf der RSV-Videowand, die die letzten fünf bzw. elf gemeinsamen Jahre mit dem Trio noch einmal Revue passieren ließ.


RSV-Blitzstart gebremst

Zuvor sahen alle ein dramatisches erstes Finale, in das der Gastgeber nach Punkten von Thomas Böhme und Piotr Luszynski mit 8:2 (4.) perfekt startete. Doch nur drei Minuten später musste Zeltinger seinen polnischen Topscorer nach zwei frühen Fouls auf die Bank beordern und damit die taktische Marschroute verändern. Der eingewechselte Bestwick fügte sich zwar nahtlos ein und erzielte in der Folge zehn wichtige Punkte aus der Halbdistanz, doch die Thüringer nutzten die neue Situation und kamen ihrerseits ins Spiel.

Vor allem der Schwede Joakim Linden, André Bienek und dessen Nationalmannschaftkollege Aliaksandr Halouski waren es nun, die offensiv das Heft für die Gäste in die Hand nahmen. Und so kamen die Bulls trotz der Punkte von Bestwick und eines Dreiers von Michael Paye zu Beginn des zweiten Viertels immer stärker auf. Der 18:19-Anschluss (12.) war eine logische Folge, die wenig später beim 30:27 (17.) und 32:29 (19.) in der Führung für die Mannschaft von Trainer Michael Engel mündete. Dass der RSV zur Pause dennoch nur knapp in Rückstand lag, hatte er vor allem Thomas Böhme zu verdanken, der sein Team von der Freiwurf- wie von der Dreierlinie im Rennen hielt.

Nach dem Wechsel wuchs der Rückstand der Hausherren nach zwei schnellen Körben des starken Raimund Beginskis sogar bis auf 42:36 (22.) an, ehe der RSV Lahn-Dill nun zu seiner stärksten Phase ausholte. Zunächst war es erneut das Duo Böhme/Luszynski, dass in der 26. Minute beim 45:44 die Führung zurückholte und sie mit einem weiteren Dreier zunächst auf 48:46 (27.) ausbaute. Doch genau in diesem Moment musste der RSV erneut auf Luzynski verzichten, nachdem eine in der ersten Halbzeit erlittene Schnittverletzung am Finger zum zweiten Mal aufbrach.



Luszynski und Böhme top


Doch diesmal war der RSV-Motor mit einem starken mentalen Siegeswillen bereits so warmgelaufen, dass dieser letztlich nicht mehr ins Stottern kommen sollte. So sprang Philipp Häfeli in die Bresche, holte erst das 52:49 (29.), ehe ihm zu Beginn des letzten Spielabschnitts auch das 56:51 (31.) gelang. Doch noch wogte das erste Playoff-Finalspiel mit deutlich größerem Ausschlag hin und her, ohne sich entscheiden zu können auf welche Seite der Waagschale es kippten sollte. Der Titelverteidiger aus Thüringen konterte seinerseits mit sechs Punkten in Folge zum 56:57 (34.), um nur wenige Sekunden später wieder eine 65:57-Führung (35.) des RSV Lahn-Dill attestieren zu müssen. Diese wiederum schrumpfte zwar noch zweimal auf zwei Pünktchen zusammen, doch am Ende erlösten Luszynski mit seinem 71:67 (40.) und Böhme mit einem weiteren Freiwurf ihre Farben.

»Wir haben einen harten Kampf geführt und drei Viertel für uns entscheiden. Vergleichbar zu den Spielen zwei und drei gegen Hamburg hoffe ich nun, dass wir offensiv im nächsten Duell noch mehr Lockerheit an den Tag legen können, denn wir haben noch Luft nach oben«, so Zeltinger.

Lahn-Dill: Böhme (23/2 Dreier), Luszynski (23), Bestwick (10), Häfeli (8), Paye (6), Haller (2), Breuer, Köhler, Lohmann.

Thüringen: Halouski (21), Bienek (16), Beginskis (16), Linden (12), Albrecht (2), Kenyon, Kietzer.

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