15. Oktober 2017, 22:26 Uhr

RSV-Coach Neumann ärgern die elf Ballverluste

15. Oktober 2017, 22:26 Uhr

Am dritten Spieltag der Rollstuhlbasketball-Bundesliga (RBBL) konnte sich der amtierende Deutsche Meister RSV Lahn-Dill souverän beim Neuling Baskets 96 Rahden durchsetzen. Nach 40 gespielten Minuten in Ostwestfalen leuchtete am Sonntag ein 78:49 (22:17/44:29/59:40)-Erfolg von der Anzeigetafel, der Headcoach Ralf Neumann aber bei weitem nicht zufrieden stimmte.

»Wir haben wirklich gut gespielt, Spiel und Tempo bestimmt, da gibt es nichts zu meckern. Aber wir belohnen uns für diese Leistung im Moment einfach nicht«, analysierte der 54-jährige RSV-Trainer direkt nach der Partie in Rahden. Dabei bezog sich der Lahnauer erneut auf die Abschlussschwäche im eigenen Angriff: »Wir haben mal locker 20 Punkte einfach liegen gelassen, das müssen wir abstellen, da geht kein Weg daran vorbei«, so Neumann weiter.

Dennoch sah der Headcoach der Wetzlarer Gäste und seine Co-Trainerin einen RSV Lahn-Dill, der die Begegnung beim Aufsteiger klar dominierte und sich nach dem 0:2 (1.) in der fünften Spielminute einen ersten 10:6-Vorsprung durch einen Treffer von Nationalspielerin Annabel Breuer erarbeitet hatte. Doch der gastgebende Liganeuling ließ sich dadurch wenig beirren und hatte nach einem Drei-Punkte-Spiel des Argentiniers Maximiliano Ruggeri schon zwei Minuten später beim 13:12 (7.) mit seinem mutigen Spiel schon wieder die Nase vorne.

Doch der bisherige Topscorer war im weiteren Verlauf der Partie von der RSV-Defensive ausgeschaltet. »Wir wollten Ruggeri unbedingt aus dem Spiel nehmen, dies ist uns auch gelungen«, so Neumann zur taktischen Ausrichtung der RSV-Defensive. Die dadurch entstehenden Freiräume nutzte dann dessen Landsmann Cristian Gomez, der zum gefährlichsten Akteur der Ostwestfalen avancierte. Im zweiten Viertel hatte der RSV den Aufsteiger dann aber deutlich unter Kontrolle. Nach drei Spielminuten in diesem Spielabschnitt baute Brian Bell die Führung schnell auf 30:19 (13.) aus, ehe kurz vor der Pause Nationalspieler Nico Dreimüller zum 40:25 und Center Felix Schell wenig später zum 42:25 (19.) einnetzte.

Damit hatten die Mittelhessen bereits vor dem Seitenwechsel die Weichen für einen Auswärtserfolg gestellt und konnten nach einem punkteärmeren dritten Abschnitt auch ein letztes 10:4-Aufbäumen der Baskets von 59:36 (29.) auf 63:46 (34.) unaufgeregt kontern. Binnen 180 Sekunden hatten Kapitän Michael Paye, Schell, zweimal Brian Bell und Jan Haller von der Freiwurflinie mit 9:0 geantwortet und den Sack zum 72:46 (37.) schnell zugemacht.

Am Ende verzeichnete die Statistik bei den hessischen Gästen Neuzugang Brian Bell mit den besten Werten. Der 28-jährige US-Amerikaner kam am Ende auf 24 Punkte und zehn Rebounds, also ein so genanntes Double-Double. Aber auch elf Ballverluste in der Partie waren aufgelistet, die Ralf Neumann ärgerten: »Das Gute bei Fehlern ist jedoch, dass man dadurch noch deutlich Luft nach oben hat – und das stimmt mich wiederum positiv.«

Am kommenden Wochenende erwartet der RSV Lahn-Dill mit den Doneck Dolphins Trier einen Playoff-Kandidaten zum Spitzenspiel in der RBBL. Hochball ist am Samstag um 19.30 Uhr in der Wetzlarer August-Bebel-Sporthalle.

Baskets Rahden: Gomez (20), Müller (9), Ruggeri (7), Gibbs (5), Fakic (4), Lasmans (2), Quali (2), Beissert, Friesen, Cayo (n.e.), Forell (n.e.).

RSV Lahn-Dill: Bell (24), Böhme (15/1 Dreier), Häfeli (12), Paye (11), Haller (6), Schell (4), Breuer (2), Dreimüller (2), Huber (2), Kind (n.e.), Köhler (n.e.).

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