12. September 2018, 20:00 Uhr

Handball

Punkte, nicht das Prestige zählen für die HSG Wetzlar

In den vergangenen Spielzeiten ging es zwischen der HSG Wetzlar und der MT Melsungen in den Hessenderbys weniger um Punkte als um das Prestige. Das ist am Donnerstag ganz anders.
12. September 2018, 20:00 Uhr
Auf Melsungens neuen Regisseur Domagoj Pavlovic (94) in Verbindung mit MT-Kreisläufer Marino Maric (rechts vorn) muss die Wetzlarer Deckung heute im Hessenderby der Handball-Bundesliga besonders achten. (Foto: Imago)

HSG Wetzlar


Die HSG Wetzlar benötigt die Punkte im Jahr eins nach Buric/Kohlbacher, um gerade nach den vermeidbaren Auswärtsniederlagen beim TBV Lemgo und beim TVB Stuttgart Distanz zur gefährdeten Tabellenregion zu halten. Ganz klar! Die MT Melsungen darf sich ihrerseits nach den Spielverlusten gegen den SC Magdeburg und bei den Rhein-Neckar Löwen zum Auftakt keine weiteren Punktverluste erlauben, um in Anbetracht des erneut verstärkten Kaders die internationalen Ziele nicht schon wieder früh aus den Augen zu verlieren.

Die personellen Voraussetzungen

Die HSG Wetzlar findet sich so langsam, nachdem die Grün-Weißen in der Vorbereitung praktisch nie komplett waren. Der schwere Außenmeniskusriss von Torhüter Tibor Ivanisevic bedeutet allerdings einen herben Rückschlag.

Nachdem bei der MT Melsungen der Ex-Wetzlarer Tobias Reichmann seinen grippalen Infekt überwunden hat und schon beim 35:27 über Leipzig mit elf Toren glänzte, kann Trainer Heiko Grimm – Stand Mittwoch – personell aus dem Vollen schöpfen.

Welches sind die Baustellen?

Die Statistiken auf Wetzlarer Seite verwundern nicht. Die Abgänge von Torhüter Benjamin Buric und Kreisläufer Jannik Kohlbacher haben nachweislich über 30 bis 50 Prozent Leistungsstärke auf diesen Positionen gekostet. Trainer Kai Wandschneider hat zwar mehrere ansprechende Deckungsoptionen und auch weniger Spezialistenwechsel, dafür aber haben etwa Anton Lindskog und Joao Ferraz noch nicht in die Spur gefunden. »Kai Wandschneider und ich haben zahlreiche Einzelgespräche geführt, um Spieler, die sich derzeit in einem Leistungstief befinden, wieder aufzubauen«, sagt Geschäftsführer Björn Seipp, und der Trainer ergänzt: »Druck aufzubauen ist komplett fehl am Platz. Wir brauchen eine positive Grundeinstellung. Überall!«

Bei den Nordhessen funktionieren die Spielkonzepte im Verbund noch nicht so, wie es sich Trainer Heiko Grimm vorstellen dürfte. Der Fokus ist weiterhin zu sehr auf Eins-gegen-eins-Durchbruchhandball gerichtet.

Wo liegen die Stärken?

Das Team von Trainer Kai Wandschneider kann in unterschiedlicher personeller Ausrichtung verschiedene Abwehrsysteme spielen – nicht nur 6:0. Mit Linksaußen Emil Frend Öfors ergeben sich auf der linken Seite neue taktische Möglichkeiten, zudem hat Alexander Hermann sein Formtief überwunden und Stefan Cavor bislang herausragende Spiele gemacht. Mit über 4000 Zuschauern im Rücken sollten da noch ein paar Prozent mehr drauf kommen.

Die 5:1-Deckung mit Marino Maric auf der eins ermöglicht MT Melsungen schon mehr Gegenstöße. Der in der Champion League gestählte neue Regisseur Domagoj Pavlovic glänzt mit eigenen Toren und sehenswerten Anspielen. Mit Yves Kunkel auf Linksaußen hat Michael Allendorf endlich einen ordentlichen Backup. Der Innenblock mit Finn Lemke/Felix Danner ist eine Bank, Julius Kühn im linken Rückraum eine kaum zu haltende Wurfmaschine.

Das sagen die Verantwortlichen

»Jetzt ist der Moment da, um auch auswärts Punkte einzufahren«, sucht Melsungens langjähriger Pressesprecher Bernd Kaiser keine Umschweife, »wir wollen in Wetzlar gewinnen, etwas anderes zu behaupten, wäre Mumpitz.« Bei den Nordhessen hat sich die Anfangsformation mit Nebojsa Simic im Tor, Marino Maric am Kreis sowie Domagoj Pavlovic auf der Mitte gefunden, im Zentrum deckt zunächst Maric neben Felix Danner. »Trainer Heiko Grimm hat in der Vorbereitung viel Wert darauf gelegt, dass neben der 6:0-Deckung auch die 5:1-Abwehr steht. Das hat sich gegen Leipzig schon bewährt.«

Für Wetzlars Coach Kai Wandschneider sind die Auftaktniederlagen der Melsunger gegen Magdeburg bzw. in Mannheim nicht unerwartet gewesen, »die Nordhessen haben sich in den vergangenen Jahren individuell immer weiter verstärkt und gehen als klarer Favorit in die Begegnung.« Seine Mannschaft, verspricht der 58-Jährige, »wird Herz, Kampf und Leidenschaft entgegensetzen – und vor allem niemals aufgeben.« Nach dem Ausfall von Torhüter Tibor Ivanisevic gilt es, Eigengewächs Till Klimpke den Rücken zu stärken. »Wir haben vollstes Vertrauen in ihn«, versichert Wandschneider. Taktisch hat sich der HSG-Coach zwei, drei Dinge einfallen lassen, mit denen er und sein Team die favorisierten Müller und Co. in Bedrängnis bringen zu wollen und verweist dabei unter anderen auch auf die »3:3- und 4:2-Deckungsvarianten, die wir zuletzt gut hinbekommen haben«.

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