10. April 2017, 19:27 Uhr

Piotr Luszynski – Mister Effektivität

10. April 2017, 19:27 Uhr
Einer der Erfolgsgaranten des RSV Lahn-Dill – der Pole Piotr Luszynski. (Foto: Theimer)

Der RSV Lahn-Dill hat ein weiteres Etappenziel erreicht. Eine hohe Hürde wartet aber noch, die Verantwortlichen um Rollstuhlbasketball-Trainer Nicolai Zeltinger sind aber zuversichtlich, dass der »Pott« der deutschen Meisterschaft bald wieder in der Vitrine in der Geschäftsstelle steht. Den Pokalsieg hat sich das Team um Kapitän Michael Paye bereits zurückgeholt – und am Wochenende im Playoff-Halbfinale den unbequemen Gegner Baskets Hamburg aus dem Rennen geworfen.

Wir schauen auf die fünf Gründe, warum die Norddeutschen ausscheiden mussten und blicken dabei schon ein wenig auf das große Duell gegen den deutschen Meister Thuringia Bulls, der sich im Pokal geschlagen geben musste und im Playoff-Finale (Start am Samstag in Wetzlar) auf Revanche sinnt.

1. Coach Nicolai Zeltinger und der neue »Head« in spe, Ralf Neumann, tüftelten eine erfolgreiche Strategie aus: Hamburg ist eine Mannschaft, die zahlreiche Schützen hat. Es fällt schwer, sich auf einen einzigen zu konzentrieren. Die beiden Japaner Reo Fujimoto und Hiroaki Kozai sind bekannt für ihre hohe Trefferquote. Läuft es bei ihnen nicht, springen Jake Williams oder Ghazian Choudhry ein. Und wenn gar nichts mehr geht, kann auch der Kanadier Nikola Goncin werfen. Mit einer kollektiven Abwehrarbeit zwang der RSV die Scharfschützen, von weit außen zu werfen. In der Zone hatten sie fast überhaupt keine Körbe erzielt. Ihnen fehlten somit die leichten Punkte. Offensiv setzte das RSV-Trainerduo auf Give and Go und Extrapass. Vor allem in Spiel zwei am Samstag, das unbedingt gewonnen werden musste, war es meist der schneidende Michael Paye, der nach Doppelpass ungewohnt frei vor der Reuse war und erfolgreich ablegte. Einfach erzielte Punkte geben immer Selbstvertrauen. Der entscheidende Faktor in Spielen auf Augenhöhe. Gegen die Bulls greifen die beiden Strategen bestimmt auch wieder tief in die Taktikkiste: Dirk Köhler kann sich sicher schon mental auf seinen Gegenspieler Aliaksandr Halouski vorbereiten, den er mehrmals in dieser Saison zur Verzweiflung brachte.

2. Individuelle Klasse von Michael Paye, Piotr Luszynski und Thomas Böhme: Wenn man drei Weltklassespieler im Team hat, fällt so manches leichter. Zwar hatte Böhme in Spiel zwei Probleme, seinen Rhythmus zu finden, ihm fehlte einfach das Tempo im Spiel bei der statischen Spielweise der Hamburger, in Spiel drei drehte er aber zwischenzeitlich auf und bewies seine Schnelligkeit. Paye diktierte in beiden Partien das Geschehen. Er ist der Denker auf dem Feld – und schloss mit knapp 67 Prozent aus dem Feld beim Sonntagssieg hochprozentig ab. Der Pole Luszynski setzte auf alles noch einen drauf. 15 von 18 Würfen fanden beim 85:58 ihr Ziel – sensationelle 83,3 Prozent aus dem Feld. Dazu zehn Rebounds und sieben Assists. Das nennt man effektiv.

3. Die Arbeiter: Annabel Breuer, Dirk Köhler, Jan Haller, Philipp Häfeli, Nico Dreimüller, Björn Lohmann und Joe Bestwick spielen sich meist nicht so in den Vordergrund, überlassen das Scoren den Big three. Aber sie verrichten die vielen kleinen Dinge, die statistisch nicht festgehalten werden.

4. Das Management und die gesamte Crew hinter dem Team: Ob Sebastian Block, der Hallenchef ist, Michael Krayl, der mit seinem Team für den Aufbau zuständig ist, oder die Kampfgericht-Truppe um Uta Weyell. Wenn der RSV Lahn-Dill in der August-Bebel-Halle aufspielt, klappt alles Hand in Hand. Zudem hat jeder der RSV-Manager eine Aufgabe am Spieltag: Sven Köppe dreht mehrmals pro Spiel seine obligatorischen Runden und begrüßt die Gäste persönlich mit Handschlag. Jörg Fink ist beim Ticketing tätig. Sebastian Mende agiert als Hallensprecher, Nicolai Zeltinger in Doppelfunktion noch als Headcoach und Manager, Daniel Stange als der Verantwortliche für Team zwei und drei, und Andreas Joneck hat als Geschäftsführer auf alles einen Blick.

5. Die Unterstützung der Fans: Die war enorm groß – trotz der Ferien und des Bilderbuchwetters. Am Samstag waren es über 1000 Anhänger, die ihren RSV zu Spiel drei am Sonntag trieben. 20 Stunden später waren es knapp über 800, die den Einzug ins DM-Finale feierten. Der permanente Trommelwirbel geht einfach nicht aus dem Gehör. Und am Samstag gegen die Bulls werden die Fans ihrem RSV wieder den Rücken stärken.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Basketball
  • RSV Lahn-Dill
  • Wolfgang Gärtner
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 3 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.