10. April 2017, 07:00 Uhr

Bulls warten

Paye dirigiert RSV ins Finale

Erleichterung beim RSV Lahn-Dill: Der Einzug in das DM-Playoff-Finale ist geschafft. Kapitän Michael Paye dirigiert, und Piotr Luszynski läuft zur Höchstform auf.
10. April 2017, 07:00 Uhr
Der Dirigent: Michael Paye führt den RSV Lahn-Dill gegen Hamburg ins Finale und stimmt mit den Fans die La Ola an. (Foto: Theimer)

Nicolai Zeltinger umarmte jeden einzelnen Spieler, klopfte ihm auf die Schulter und strahlte dabei über das ganze Gesicht. Die Anspannung war beim Headcoach des RSV Lahn-Dill gewichen, hatte sich in Genugtuung und Freude umgewandelt. Das 85:58 (41:34) gegen die BG Baskets Hamburg wirkte auf alle wie ein Befreiungsschlag.

Der Druck des Gewinnenmüssens am Samstag im zweiten Spiel der Halbfinalserie war schon riesengroß und lähmte teilweise die Aktionen der Lahn-Diller, die sich aber zum 59:53 arbeiteten. In Partie drei der Best-of-three-Serie am Sonntagnachmittag tat sich der RSV anfangs ebenfalls sehr schwer, da die Norddeutschen mit Treffern von außen dagegenhielten. Erst die zurückgewonnene Leichtigkeit nach der Pause beflügelte die Zeltinger-Truppe, die sich nach dem 41:34 in einen Rausch spielte und verdient in das Playoff-Finale gegen die Thuringia Bulls einzog. Spiel eins steigt am Samstag um 19.30 Uhr erneut in der Wetzlarer August-Bebel-Sporthalle. Die Duelle zwei und möglicherweise drei finden dann am 22. und 23. April in Thüringen statt.


"Bin einfach nur happy"

»Wir haben in den letzten Monaten immer an uns geglaubt, trotz einiger Tiefen. Heute haben wir eines unserer besseren Spiele abgeliefert. Wir haben Hamburg mit unserer Verteidigung gezwungen, Würfe von außen zu nehmen. Das haben sie in der ersten Halbzeit mit 57 Prozent verdammt gut gelöst. Aber wir wussten, das können sie nicht das ganze Spiel durchhalten. Wir sind unserer Devise treu geblieben. Ich bin einfach nur happy, weil mein Team immer an sich geglaubt hat«, analysierte Zeltinger. Doch er vergaß dabei nicht, die überragende Leistung seines Allrounders Piotr Luszynski zu loben.

Der Pole im Dienst des RSV übernahm immer Verantwortung, wenn sie gefordert war. Der 4,5-Spieler erzielte 33 Punkte, fischte sich zehn Rebounds und legte siebenmal für seine Mitspieler vorbildlich auf: Letztlich sprang ein Effektivitätswert von 46 heraus – rekordverdächtig. Er selbst blieb trotz des Galaauftritts auf dem Boden: »Wir haben heute richtig guten Basketball gespielt, den wir normalerweise auch spielen können. Wenn die Aktionen in unserem Rhythmus laufen, dann bauen wir Selbstvertrauen auf – und dann läuft es bei uns.«

Vor allem aber lief es bei ihm grandios: Beim 38:41 durch den Japaner Hiroaki Kozai gleich nach der Pause dachten viele der über 800 Zuschauer, dass es wieder einen Krimi wie am Vortag geben würde. Doch darauf hatte Luszynski überhaupt keinen Bock. Innerhalb von drei Minuten bewies er sein Händchen aus der Distanz und markierte im Alleingang elf Punkte. Sehenswert sein Dreier gegen Mann und mit Ablauf der Angriffszeit aus mehr als 6,75 m zum 52:40 (25.).



Paye Dreh- und Angelpunkt des RSV-Spiels

Ebenfalls ganz groß spielte Kapitän Michael Paye auf. Der US-amerikanische Dreh- und Angelpunkt des RSV brach mit seinem anschließenden Dreier die Moral der Hamburger, die dann bis zum Viertelende nur vier magere Pünktchen erzielten (65:44). Paye war ebenfalls sehr effizient, nur vier Zähler schlechter als Luszynski. Letztlich dirigierte er das Team ins Finale, kam auf 26 Punkte und auf sensationelle 18 Assists.

Zweistellig punktete zudem Thomas Böhme, der sich gegenüber dem Samstag-Spiel enorm steigerte. Vier seiner insgesamt 14 Zähler erzielte er spektakulär. Beim 23:13 ließ er seinen Gegenspieler mit einem Dribbling hinter dem Stuhl ganz alt aussehen, anschließend vernaschte er ihn mit einer amerikanischen Wende zum 25:17 (13.). Der Flügelspieler war erleichtert nach der Begegnung: »Den Samstag-Auftritt habe ich versucht, so schnell wie möglich abzuhaken. Heute war ich schon früh in der Halle und habe ein paar Würfe genommen. Heute hat es viel besser funktioniert.«

Für RSV-Geschäftsführer Andreas Joneck war »der Wille des Teams« ausschlaggebend für den Einzug ins DM-Finale. Co-Trainer Ralf Neumann erklärt indes: »Wir haben den Hamburgern viel weggenommen. Und bei uns haben alle hart gearbeitet – jeder für jeden«. Und in Richtung Bulls fügt er mit einem verschmitzten Lächeln an: »Es wird Zeit, dass der Pott wieder nach Hause kommt.«

Lahn-Dill: Luszynski (33), Paye (26/1 Dreier), Böhme (14/1), Bestwick (4), Köhler (4), Häfeli (2), Haller (2), Breuer, Dreimüller, Lohmann.

Hamburg: Choudhry (18/2), Williams (18/2), Kozai (13/1), Goncin (6), Fujimoto (2), Möller (1), Patzwald, Podnieks, Chiwaki (n.e.), Heimbach (n.e.).

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