30. Januar 2018, 07:00 Uhr

Gießen 46ers

Oldenburg-Niederlage lässt 46ers-Trainer Freyer keine Ruhe

Ingo Freyer zeigte Emotionen wie selten zuvor. Im Coach der Gießen 46ers brodelte es gegen Oldenburg. Sein Fokus war klar auf Sieg gerichtet. Was er bei einigen seiner Spieler vermisste.
30. Januar 2018, 07:00 Uhr
Emotional – Gießens Trainer Ingo Freyer. (Foto: Vogel)

Gießen 46ers


Selten hat man Ingo Freyer so gestikulierend an der Seitenlinie gesehen. Der Cheftrainer stand am Samstagabend unter Strom. Er wollte einen der Großen der BBL schlagen. Bis zur Halbzeit sah es auch danach aus. Seine Mannschaft hatte sich mit dem Effektivitäts-Rekordmann John Bryant (bereits nach zwei Vierteln 24 Punkte und 6 Rebounds) und einem willensstarken Benjamin Lischka ein Zwölf-Punkte-Polster teilweise spektakulär herausgespielt. Doch nach der Pause folgten fünf schreckliche Minuten, die für Freyer letztlich ausschlaggebend für die 95:99-Niederlage waren.

 

Zu unerfahren auf den kleinen Positionen

»Wir hatten ausgemacht, fokussiert die ersten Minuten anzugehen. Alle wussten, worauf es ankommt«, erklärt Freyer, der sich in der Nacht auf Sonntag die Partie zu Hause gleich noch einmal reingezogen hat. Es ließ ihm einfach keine Ruhe. Der Stachel der Enttäuschung saß tief. Aufbauspieler Darwin Davis stand bei Freyers Kritik im Mittelpunkt. Seine aus dem Bauch entschiedenen Aktionen in der Phase waren tödlich für die 46ers. Ballverlust, Airball. Auf diese Fehler hatten die konzentrierten Oldenburger gewartet – und dann gnadenlos mit einem 16:4-Lauf zugeschlagen.

»Man hat gesehen, dass wir einfach auf den kleinen Positionen noch zu unerfahren sind. Wenn wir erfahrener wären, hätten wir das Momentum und den Kick aus der ersten Halbzeit mitgenommen. Stattdessen konnten wir den Schalter in der zweiten Halbzeit nicht mehr umlegen«, analysiert Freyer weiter. Er kann seinen Guards keinen großen Vorwurf machen. »Das ist deren Mentalität.

 

Aufbauspieler Landis in Gießen

Auf die Rückkehr von Aufbauspieler Max Landis kann sich Freyer indes freuen. Der US-Amerikaner ist am Montag in Frankfurt gelandet und gleich zum Team gestoßen. Der Pechvogel der Saison, der mehrmals am Knie verletzt war, hat in Indianapolis seine Operation erfolgreich überstanden und arbeitet nun für die Rückkehr auf das Spielfeld.



Da die Gießen 46ers nach ihren beiden Auswärtspartien am kommenden Dienstag in Erfurt und am Samstag fast einen Monat wegen Länderspielen und Pokalfinale Pause haben, hat der 1,88-m-Mann rund einen Monat Zeit, sich körperlich in Spielverfassung zu bringen. »Das ist das Ziel«, sagt Freyer. Aber auch: »Ich weiß nicht, ob wir das erreichen, und kann es noch nicht einschätzen, ob er uns dann auch hilft.«

Wer Landis kennt, weiß, dass er alles daransetzen wird, so schnell wie möglich fit zu werden. Der spiel- wie wurfstarke Guard ist für seine Willensstärke bekannt. Falls er wirklich wieder auflaufen kann, dürfte er auf jeden Fall eine Verstärkung für den Backcourt sein. Der vor seinem 25. Geburtstag (2. Februar) stehende Pointguard dürfte mehr Ordnung und Struktur ins Spiel der 46ers bringen. Angedacht ist, dass Landis am 4. März im Heimspiel gegen den deutschen Meister Brose Bamberg sein Comeback feiert.

Wucherer gratuliert Rekordmann Bryant

Ein bisschen gefeiert hat sicherlich John Bryant am Samstag nach seinem historischen Auftritt gegen Oldenburg. Der Kapitän spielte sich im Angriff in einen Rausch und legte in der Effektivität den Rekordwert 50 auf (in 37,08 Minuten, 38 Punkte, 12 von 17 Würfen aus der Distanz getroffen, 12 von 12 Freiwürfen, 14 Rebounds, 3 Assists, 1 Steal, 3 Ballverluste, 2 Blocks). Der 2,11-m-Hüne verdrängte damit Denis Wucherer in der BBL-Bestenliste, die seit 1998 geführt wird. Der Ex-Trainer der Gießen 46ers kam in früheren Zeiten als Leverkusener Spieler auf den Gesamtwert von 48. Wucherer gratulierte Bryant zu diesem Riesenspiel.

Letztlich reichte der Galaauftritt von »Big« John nicht, um gegen Oldenburg zu gewinnen. Und ein Sieg hätte den Gießenern im Kampf gegen einen direkten Playoff-Konkurrenten gut zu Gesicht gestanden. Nun beträgt der Abstand zu Platz acht, den zurzeit Ulm mit elf Siegen und sieben Niederlagen einnimmt, schon vier Punkte. Aber noch stehen 15 Spiele für die 46ers auf dem Programm.

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