17. Dezember 2017, 20:56 Uhr

Nicht nur Mappes fehlt

17. Dezember 2017, 20:56 Uhr
Nichts zu holen gab es für die Bundesliga-Handballer des TV 05/07 Hüttenberg bei der zu Hause weiter unbesiegten TSV Hannover-Burgdorf. (Foto: Schilling)

TV 05/07 Hüttenberg


Dominik Mappes musste in der Swiss-Life-Arena tatenlos zusehen. Seine Handverletzung aus dem Vorwochen-Spiel verhinderte den Einsatz des Spielmachers. Damit waren die Chancen des TV 05/07 Hüttenberg, als erste Mannschaft in dieser Saison in Hannover zu gewinnen, schon zu Beginn gesunken. Am Ende stand dann auch ein standesgemäßer 32:25 (15:12)-Sieg für die TSV Hannover-Burgdorf zu Buche.

»Man muss anerkennen, dass Hannover heute verdient gewonnen hat«, gratulierte dementsprechend TVH-Trainer Emir Kurtagic als fairer Verlierer. Denn seine Mannschaft hatte zwar den besseren Start in die Partie, konnte aber nur zehn Minuten an der Sensation beim Tabellen-Vierten schnuppern.

Kapitän Matthias Ritschel nahm den Schwung der guten Partie gegen Lübbecke zunächst mit ins Spiel, vorne markierte Tim Stefan den ersten Tagestreffer, dem Daniel Wernig und Ragnar Jóhannsson im schnellen Umschaltspiel das 3:1 nach fünf Minuten folgen ließen. Der Start war erneut geglückt für den Aufsteiger, der in Person von Moritz Lambrecht im Tempogegenstoß die Chance ausließ, die 4:3-Führung von Mario Fernandes weiter auszubauen. So konnte zwar Linksaußen Christian Rompf in der zehnten Minute seine Farben noch einmal mit 5:4 in Führung bringen. doch die nun folgenden zehn torlosen Minuten und ein 7:0-Lauf der TSV Hannover-Burgdorf zum 11:5 (18.) durch den wuchtigen Halblinken Mait Patrail drehten die Partie schnell zugunsten des Favoriten.

»Wir spielen richtig gut im Angriff. Wir spielen richtig gut in der Abwehr. Aber wir schießen scheiße«, konnte man über die Sky-Mikrofone die treffliche und klare Auszeit-Analyse von Kurtagic vernehmen. Denn in dieser Phase waren es nicht nur einige technische Fehler, die man eigentlich unbedingt vermeiden wollte. »Wir nutzen beste Gelegenheiten nicht, um weiter Sicherheit zu bekommen, sondern verunsichern uns, weil wir freie Chancen verwerfen. Damit bringen wir Hannover selber ins Laufen«, monierte der TVH-Coach nach Spielende. Ex-Nationaltorhüter Martin Ziemer parierte den Strafwurf von Wernig sowie einen freien Wurf von Linksaußen Christian Rompf, zudem hatte Szymon Sicko bei seiner Rückkehr auf das Hallenparkett nach mehrwöchiger Krankheitspause Pech, dass sein gewaltiger Wurf nur den Pfosten wackeln ließ.

Doch auch ohne Dominik Mappes zeigten die Mittelhessen ihre bekannten Comeback-Qualitäten, vor denen TSV-Trainer Antonio Carlos Ortega im Vorfeld gewarnt hatte. Zwar konnte Europameister Kai Häfner mit seinem ersten Tor auf 12:6 stellen. Danach verkürzten aber Moritz Zörb, am Kreis schön von Jannik Hofmann angespielt, und Rechtsaußen Tobias Hahn, der von Sebastian Roths Spielübersicht profitierte, auf 9:14. Und Roth selber sowie Jóhannsson, der sich in Überzahl in die Lücke durchsetzte, brachten die Handballer aus Hochelheim und Hörnsheim zur Pause sogar wieder mit dem 12:15 in Schlagdistanz.

Auch nach Wiederbeginn blieben die Gäste zunächst dran (15:18 durch Sebastian Roth). Hannover musste also einen Gang hochschalten gegen den kecken Aufsteiger. Und hatte, speziell auch in Person von Casper Mortensen, natürlich die Qualität dafür. Der dänische Europameister schnürte einen Dreierpack zum 22:15 in der 39. Minute und profitierte dabei auch davon, dass der Hüttenberger Angriff in dieser Phase etwas schwerfällig agierte.

Doch auch die internationale Klasse von Kreisläufer-Kante Ilija Brzovic oder Regisseur Morten Olsen war phasenweise nicht zu verteidigen. Da zudem Ziemer weiterhin konstant parierte und am Ende auf knapp 47 Prozent kam, bauten die Recken ihren Vorsprung nach einer Dreiviertelstunde durch einen weiteren Siebenmeter von Mortensen erstmals auf zehn Tore aus (27:17).

Doch nach dem 29:19 des Dänen konnten erneut Roth, Ritschel ins in Unterzahl verwaiste Hannoveraner Tor sowie der aufopferungsvoll alleine die Spielmacher-Rolle gut ausfüllende Sklenák fünf Minuten vor dem Schlusspfiff das Ergebnis wieder ein wenig freundlicher gestalten. In den letzten Minuten, in denen Moritz Zörb von den teilweise etwas kleinlich pfeifenden Schiedsrichtern nach drei Zeitstrafen vorzeitig zum Duschen geschickt wurde, ließ Kurtagic Nachwuchsakteur Jonas Müller noch etwas Bundesligaluft schnuppern und der erneut überhaupt nicht zum Zug kommende Vladan Lipovina, dessen Torgefahr aktuell überhaupt nicht zu erkennen ist, konnte 30 Sekunden vor dem Ende mit seinem einzigen Tor den 25:32-Endstand markieren.

»Natürlich fehlt Dominik. Aber er war nicht da und damit müssen wir zu Recht kommen«, ließ Kurtagic das Fehlen des 22-Jährigen nicht als Entschuldigung gelten. »Dafür haben andere heute dann die Chance bekommen. Das habe einige heute besser gemacht, manche nicht so gut. Aber insgesamt müssen wir konstanter spielen, um etwas behalten zu können«, fasste der 37-Jährige abschließend zusammen.

TSV Hannover-Burgdorf:Ziemer, Semisch; Johannsen, Mortensen (13/8), Patrail (5), Pevnov (1), Lehnhof, Häfner (4), Böhm, Kárason, Olsen (4), Brozovic (3), Kalafut, Christophersen, Kastening (2).

TV 05/07 Hüttenberg: Ritschel, Schomburg; Stefan (1), Sklenák (6), Lambrecht, Wernig (1), Müller, Rompf (1), Zörb (2), Fernandes (5), Jóhannsson (4), Sicko, Roth (3), Hofmann, Hahn (1), Lipovina (1).

Im Stenogramm / SR: vom Dorff/vom Dorff (Kaarst). – Zuschauer: 3676. – Zeitstrafen: 8:12 Minuten. – Disqualifikation: Zörb (57. / TVH, 3x2). – Siebenmeter: 9/8:1/0.

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