17. April 2018, 07:15 Uhr

Hoffnung lebt

Neue Euphorie entfacht

Die 28:26-Sensation am Sonntag bei MT Melsungen könnte im Bundesliga-Existenzkampf für den TV 05/07 Hüttenberg eine große Wirkung haben.
17. April 2018, 07:15 Uhr
Unglaublich, aber wahr: Hüttenberger Sensationssieger in Melsungen. (Foto: Eibner)

TV 05/07 Hüttenberg


In der Saison 2011/12 unter Trainer Jan Gorr hatte sich der TV 05/07 Hüttenberg auch noch akklimatisiert im Oberhaus – für den Ligaerhalt allerdings zu spät. 2017/18 könnte dies anders sein. Der Coup vom Sonntag in Nordhessen bei der damit weiter in den Schlagzeilen stehenden MT Melsungen könnte für den Saison-Schlussspurt neue Kräfte freisetzen bei einem Team, das ohnehin Woche für Woche seine Grenzen nicht nur auslotet, sondern überschreitet.

Die Nordhessen wollten den letztwöchigen, Aufsehen erregenden Trainerwechsel Roth/Grimm nicht als Ausrede gelten lassen. »Bei allem Respekt für Hüttenberg«, sagte Linksaußen Michael Allendorf, »aber wenn wir zu Hause gegen einen Abstiegskandidaten spielen, müssen wir gewinnen.« Die spielerische Krise, unter Ex-Coach Michael Roth schon in der Vorrunde beim knappen TVH-28:29 in der Osthalle Gießen augenscheinlich, hielt weiter an. »Wir haben alle gehofft, einen Schritt nach vorn zu machen«, so Allendorf, »das war aber nicht so.« Spielerische Lösungen? Fehlanzeige! »Uns ist nichts eingefallen.« Hüttenbergs Trainer Emir Kurtagic, der sein Team einmal mehr taktisch und emotional erstklassig eingestellt hatte, befand denn auch: »Es gab keinen besseren Zeitpunkt, um gegen Melsungen zu spielen.«

Daniel Wernig, der Kapitän, hatte erst am Montag morgen begriffen, was da am Sonntag passiert ist. »Das ist einfach überwältigend. Wir haben in keiner Phase den Kopf verloren und sind als Truppe von Minute zu Minute mehr zusammengewachsen.« In den sozialen Handball-Medien ist der TV 05/07 Hüttenberg am Tag danach der Renner, TV-Experte Stefan Kretzschmar hatte das 28:26 der Mappes und Co. noch vor den Fernsehschirmen als die »Sensation des Jahres« bezeichnet. Am Sonntagabend in Hüttenberg wurde das Team an der Sporthalle von 100 Fans mit Pauken und Trompeten empfangen und gefeiert. »Wir sind wieder mittendrin im Geschäft«, weiß Wernig um die neue Euphorie, die im Team und Umfeld entfacht worden ist, »immerhin haben Kiel und Flensburg in Melsungen verloren.«

Unfassbar! Der Triumph in Melsungen, erzwungen auch durch eine bärenstarke, vom Dreigestirn Mario Fernandes, Moritz Zörb und Moritz Lambrecht qualitativ permanent verbesserte 3:2:1-Deckung. Unfassbar! Die Entwicklung der letzten sieben Monate vom unerwarteten Eyjolfsson-Trainerabschied über die krankheitsbedingten Lipovina-Sicko-Tiefschläge bis hin zum Abschied des TVB Stuttgart und des HC Erlangen aus der Abstiegszone. Der TV 05/07 Hüttenberg lebt noch.

»Wir sehen unsere Chance und glauben fest daran«, sagt Kapitän Wernig, im Derby selbst sieben Mal erfolgreich, »uns hat die Januar-Vorbereitung mit Emir Kurtagic als Trainer gut getan. Wir sind durch all die Rückschläge noch enger zusammengewachsen. Wir spielen aber nicht nur mit Herz, wir haben uns auch qualitativ gesteigert.« Im Angriff mit einer höheren Effizienz, da geduldiger gespielt wird. »Wir müssen vorne länger, geduldiger spielen, damit wir die Gegner in unsere 3:2:1 zwingen und weniger Tore durch die erste und zweite Welle kassieren«, klärt Wernig auf. Das ist gegen die nordhessische Millionentruppe super gelungen. Vor allem aber die berühmt-berüchtigte Hüttenberger 3:2:1-Abwehr ist wieder eine echte Waffe, zumal dahinter immer öfter auch die Torhüter funktionieren. So wie Fabian Schomburg, der gebürtige Nordhesse, der am Sonntag mit seinen Paraden in der Endphase gegen Golla (55.), Kühn (57.) und Reichmann (58.) seinem Team den Rücken frei hielt.

In der Saison 2011/12, als der THW Kiel mit 68:0 Punkten als Meister durchmarschierte, reichten 17:51 Punkte am Ende nicht zum Klassenerhalt. Im TVH-Restprogramm ergibt sich gegen Erlangen, in Ludwigshafen sowie gegen Lemgo und Gummersbach noch die realistische Chance auf acht Zähler. Die dann 20 Punkte sollten in jedem Fall zum Ligaerhalt genügen. Daniel Wernig jedenfalls verspricht: »Auch wenn wir mit sieben, acht Spielern nahezu durchspielen müssen und das natürlich Kraft kostet, werden wir bis zum Schluss brennen.« Schon am Samstag, wenn es um 20.30 Uhr in der Gießener Sporthalle Ost gegen HC Erlangen mit Aufstiegstrainer »Adli« Eyjolfsson geht.

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