11. Januar 2019, 17:38 Uhr

Sportpolitik

Müller wünscht sich tägliche Sportstunde

11. Januar 2019, 17:38 Uhr

Dr. Rolf Müller ist seit 1997 Präsident des Landessportbundes Hessen. Der 71-Jährige hat angekündigt, nach dieser Legislaturperiode seinen Posten aufzugeben. Im Interview mit unserer Redakteurin Kerstin Schellhaas spricht er unter anderem über seine Erwartungen an die neue Landesregierung.

Welche Schwerpunkte sollten aus Sicht des Sports als Erstes auf der Agenda stehen, wenn die neue Landesregierung ihre Arbeit aufnimmt?

Müller: Schon als sich abgezeichnet hat, wer die Regierung bilden wird, haben wir den Verhandlungsführern, also dem Ministerpräsidenten, Minister Al-Wazir und auch dem Finanzminister und dem Sportminister, unsere Vorstellungen von dem aufgelistet, was wir gerne in die Koalitionsvereinbarungen aufgenommen haben würden.

Das da wäre?

Müller: Das ist zum einen der Aspekt Schule und Sport: Wir wollen, dass alle drei Sportstunden, die in der Stundentafel stehen, auch gegeben werden. Noch besser wäre aus unserer Sicht eine tägliche Sportstunde an Grundschulen, wie es sie dank unseres Modellprojekts bereits in zwölf hessischen Schulen gibt. Wir hoffen, dass die positiven Auswirkungen und Erfahrungen vor Ort auch die neue Landesregierung überzeugen werden. Dann legen wir sehr viel Wert auf den sogenannten hessischen Weg, das ist unser Unterbau zur Leistungssportreform. Zudem ist uns die Weiterführung des Programms Sport und Flüchtlinge sehr wichtig, das das Land ja schon mit rund 2,4 Millionen Euro unterstützt hat.

Und was ist mit finanziellen Mitteln?

Müller: Das habe ich ganz bewusst zum Ende hin genannt. Aber natürlich gehört eine bessere finanzielle Ausstattung aus den Lotto-Mitteln zu den grundlegenden Forderungen, die wir ganz gerne gleich in den Koalitionsvereinbarungen untergebracht hätten. Angesichts der zusätzlichen Aufgaben, die wir übernehmen – etwa in den Bereichen Integration, Inklusion, Kooperation mit Schulen, Sport und Gesundheit, Sport und Flüchtlinge – und natürlich angesichts der Preissteigerungen hoffen wir, dass wir möglicherweise fünf Millionen mehr bekommen. Also statt der bisher im hessischen Glücksspielgesetz festgeschriebenen 20,1 künftig 25 Millionen Euro.

Zurzeit wird heftig über das Thema E-Sport diskutiert. Manche Vereine begreifen die Aufnahme des organisierten Videospiel-Wettkampfes als Chance, junge Mitglieder zu gewinnen, andere lehnen E-Sport kategorisch ab. Wie steht der Landessportbund Hessen zu dem Thema?

Müller: Ich persönlich halte die Frage, ist das jetzt Sport oder nicht, für die falsche. Für mich ist wichtig: Passen die in das Wertesystem des organisierten Sports und passen die in die Organisationsstruktur? Und da muss man differenzieren. Das heißt: All diese Spiele, bei denen auf andere geschossen wird, zählen nach unserem Wertesystem nicht zum E-Sport, weil dort Menschenwürde und Unversehrtheit des Menschen keine Rolle spielen. Aber es gibt ja auch E-Tennis oder E-Fußball, warum soll man die nicht aufnehmen? Wir als Landessportbund differenzieren zwischen E-Gaming und dem digitalen Sport, also Sportarten, die am Computer gespielt werden.

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