28. Februar 2018, 06:00 Uhr

Anstoß

Mit Henni im Rodeln-Doppelsitzer

Unser Kolumnist und »Badesalz-Hälfte« Hendrik Nachtsheim hat sich wieder den Fragen von Redakteur Ronny Th. Herteux gestellt. Dabei spielt auch ein Hoch oder Tief »Henni« eine Rolle.
28. Februar 2018, 06:00 Uhr
Henni Nachtsheim - hessische Comedy-Legende, Eintracht-Fan und Kolumnist dieser Zeitung. (MDV-Grafik: J. Engel)

Eintracht Frankfurt


Hallo Herr Nachtsheim, die Eintracht hat viel mit dem Wetter gemein. Einem Hoch folgt in aller Regelmäßigkeit ein Tief.

Henni: Ja, weswegen altgediente Eintracht-Fans selbst im Hochsommer bei 34 Grad vorsichtshalber in Moonboots und dickem Anorak ins Freibad gehen. Weil sie wissen, der nächste Schneesturm kommt bestimmt!

Könnte das was mit der geografischen Nähe Frankfurts zu Offenbach zu tun haben, schließlich hat der Deutsche Wetterdienst dort seinen Sitz.

Henni: Der Gedanke drängt sich auf. Passend dazu habe ich direkt nach dem Abpfiff in Stuttgart eine SMS von einem unbekannten Absender bekommen. Text: »Na, wie geht’s? Liebe Grüße aus Offenbach!«

Momentan blitzeblauer Himmel und bibberkalte Temperaturen, zu verdanken haben wir das einem Hoch über Skandinavien. Wir werden mit eisiger Luft aus dem Osten geflutet, genannt wird das »Russenpeitsche«. Was könnte die »Frankfurtpeitsche« für den nächsten Gegner Hannover bedeuten?

Henni: Toll formuliert! Sie sollten epische Romane schreiben, die im Norden spielen und in denen sich die Götter Wetterkriege liefern! Was Hannover angeht, wäre es schön, wenn die für das Stuttgart-Spiel büßen müssten.

Trainer Niko Kovac hat sich am Samstag »maßlos geärgert«, spricht davon, dass »wir noch nicht so gut sind, wie uns viele gerne hätten«. Pflichten Sie ihm bei?

Henni: Ja, genauso ist es. Hier reden schon die meisten von der Champions League, und das erscheint mir auch e bissi verfrüht. Das ist ein bisschen so, wie wenn man mit dem Auto von Frankfurt nach Sizilien fährt und an der Grenze zur Schweiz schon ausflippt vor Freude, weil man jetzt gleich da ist!

Aber man darf beim Blick auf die Tabelle, Platz vier und fünf Punkte Vorsprung auf den ersten Nicht-Europa-Platz sieben, durchaus ein bisschen träumen, oder?

Henni: Eigentlich ja. Aber wenn es einen Verein gibt, dem man in Sachen »Zuversicht« nicht trauen darf, dann der Eintracht. Wissen Sie, was das meistverbreitete Tattoo unter altgedienten und erfahrenen Eintracht-Fans ist?

Nein ...

Henni: Freu dich net zu früh!

Hochs und Tiefs werden bekanntlich mit Namen gekennzeichnet. Das Hoch »Henni«, was könnte das für die Eintracht auf mittlere Sicht bedeuten?

Henni: Wenn ich ein meteorologisches Hoch wäre, würde ich bei allen Eintracht-Spielen dafür sorgen, dass die Eintracht immer mit einem leichten und angenehmen Sommerwind im Rücken spielt, während die Gegner permanent in die Sonne gucken müssten.

Worauf müssen wir uns einstellen, wenn Tief »Henni« über Hessen hereinbricht?

Henni: Ich glaube, ich bin als Tief nicht geeignet, weil ich nicht oft genug mies drauf bin. So was ist ja auch eine Wesensfrage. Manchmal geht mir meine eigene Freundlichkeit regelrecht auf den Keks, aber sobald ich meinem Spiegelbild deswegen mal die Meinung sage, grinst es mich versöhnlich an. Ekelhaft!

Die letzten zwei Wochen waren medial geprägt durch die Winterspiele in Pyeongchang. Ich weiß, dass Sie Wintersport besonders mögen und schon ganz happy sind, dass in vier Jahren auch der Frauen-Doppelsitzer im Rodeln ins olympische Programm aufgenommen wird.

Henni: Da haben Sie recht! Ich kann es kaum erwarten!

Gab es einen Höhepunkt bei den Winterspielen, der sich in Ihr Gedächtnis eingebrannt hat?

Henni: Ja, das war der politische Kommentar meiner älteren Nachbarin. Beim kurzen Gespräch über die Gartenmauer meinte sie: »Es wichtigste is, des die von Süd-Kanada und die von Nord-Kanada wieder mitenanner spreche!«

Schade, dass wir beide schon so alt sind. Denn mit Ihnen gemeinsam im Rodeln-Doppelsitzer bei den Winterspielen 2022 in Peking anzutreten, das wäre noch einmal eine Herausforderung gewesen.

Henni: Herr Herteux, lassen Sie uns trotzdem noch mal drüber nachdenken, vielleicht sollten wir das einfach mal angehen! Aber eine Bedingung hätte ich…

Und die wäre?

Henni: Sie sitzen vorne und lenken!

Warum?

Henni: Weil Sie mich dann nicht zuquatschen können! Also, dann bis bald wieder!

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