29. August 2018, 17:13 Uhr

Mehrkampf und erfolgreiche Teams prägen TSG

29. August 2018, 17:13 Uhr

Der Anfang von 50 erfolgreichen TSG-Leichtathletikjahren begann bescheiden. Zwar nahmen bereits Mitte der 60er Jahre Nachwuchssportler aus den Turn- und Fußballabteilungen der TSG Wieseck vereinzelt an leichtathletischen Wettkämpfen teil, aber zum Training stand nur der alte Rasenplatz ohne Laufbahn oder Sprunganlagen zur Verfügung. Das änderte sich 1969 durch die Fertigstellung des neuen Sportplatzes inklusive einer 400-m-Rundbahn aus Asche. So verfügte die TSG Gießen-Wieseck über eine eigene Leichtathletikanlage, die 1982 durch die Wiesecker Sporthalle mit einer Weitsprunggrube unter der Tribüne ergänzt wurde. Es folgten viele erfolgreiche Jahre mit unzähligen Titeln. Wir blicken auf 50 Jahre Leichtathletik in der TSG zurück.

Auf Initiative des TSG-Vereinsvorsitzenden Horst Seibert und des Wiesecker Sportstudenten Elmar Knappik wurde im Herbst 1968 als dritte Sparte der TSG die Leichtathletikabteilung gegründet. Als Trainer fungierten Jörg Erdelmeier und Knappik, der bis heute die Abteilung als Cheftrainer prägt. Ein erster großer Erfolg gelang bei den deutschen Schülermeisterschaften, als die 1971 samt ihrem Trainer Dr. Siegfried Schulz zur TSG gestoßenen Helga Wagner, Birgit Kemkes, Beate Lenz und Isabella Schneider im Finale den vierten Platz belegten. Die 14-jährige Kemkes sprintete über die 100 m bei der Schüler-DM auf Platz drei und wurde als erste Wieseckerin in einen Nachwuchskader berufen. Das Aushängeschild der Ära ab 1979 waren die in Hessen bei den Mannschaftsmeisterschaften dominierenden A-Schülerinnen der TSG, von denen vor allem Simone Schön als Dritte bei den deutschen Schülermeisterschaften über 80 m Hürden glänzte. Bis zur verletzungsbedingten Leistungssportaufgabe im Winter 1991 gelangen Schön zahlreiche Endkampfplatzierungen bei deutschen und süddeutschen Meisterschaften. Größte Erfolge von Schön waren der dritte Platz bei der Jugend-DM 1983 über 100 m Hürden und der deutsche Hochschulmeistertitel 1988 im Hürdensprint. Ab 1983 machte Susanne Steines als A-Schülerin auf sich aufmerksam, beendete den Leistungssport aber in der A-Jugend. Andrea Wilcke-Powilleit holte im Jahre 1986 mit dem Diskus den deutschen Meistertitel der W30 nach Wieseck und gewann nach etlichen weiteren nationalen Altersklassenerfolgen 2002 später bei den Senioren-EM Gold.

In den Jahren 1993 bis 1997 dominierte die TSG in Hessen bei den weiblichen Jugendlichen und Frauen mit 15 von 25 möglichen Titeln im Mehrkampf. Als Krönung gewannen Ulrike Schlechtweg, Frauke Platner und Susanne Stalitza bei der Mehrkampf-DM 1996 Bronze im Mannschaftssiebenkampf. Von 1995 an fünf Jahre für Wieseck startend, qualifizierte sich Schlechtweg 1998 und 1999 jeweils für die Mannschafts-EM und wird heute noch als jeweils Siebte der ewigen hessischen Bestenliste über 100 m Hürden und beim Dreisprung gelistet. Wie Schlechtweg fand auch Andrea Bornscheuer bei der TSG einen Neuanfang, der neben Bronze bei den Studenten-WM in Palma in der 4x-100-m- Staffel, mit süddeutschen Titeln und Siege bei deutschen Hochschulmeisterschaften über die Sprintdisziplinen von 100 bis 400 m belohnt wurde.

Heute Schlagzeilen durch Matheis

In den 2000ern folgte die Ära der Gruppe um Siebenkämpferin Nadine Schnürer sowie Speerwerferin Julia Riemenschneider und Nastasia Lich, die 2009 die Bronzemedaille im Siebenkampf der Frauen gewann. Aktuell ist es mit Lara Matheis eine 100-m- und 200- m-Sprinterin, die für Schlagzeilen sorgt.

Die anfangs von Mädels geprägte Abteilung bekam 1974 Zuwachs von einer Männer-Mittelstreckengruppe um Winfried Simonis, Klaus Sommerlad, Leopold Schneider und Guido Tamme. Die 1978 auf über 100 aktive Mitglieder angewachsene Abteilung entwickelte sich im Männerbereich zu einer breit aufgestellten Mannschaft, zu der 1980 der zuvor für Wetzlar, Wattenscheid und Frankfurt startende Kugelstoßer Gerhard Steines stieß. Vor seiner Zeit bei der TSG hatte sich Steines bereits als vierfacher deutscher Meister im Freien und der Halle in der deutschen Spitze etabliert. Die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Moskau blieb Steines als TSG-Athlet 1980 jedoch aufgrund des westlichen Boykotts versagt.

Ausgelöst durch den wurfstarken Michael Rückel, rückten Anfang der 90er vor allem die Zehnkämpfer um den 8084-Punkte-Athleten Martin Otte – zudem Hallen-EM-Teilnehmer 1996 im Siebenkampf – sowie Robert Ingenbleek in den Blickpunkt. Ab 1989 starteten keine Männer mehr für die TSG, bis der aus dem Wiesecker Jugendfußball kommende und mittlerweile zum Sprintteam Wetzlar gewechselte Elias Goer Podestplatzierungen der U16 in Hessen landete.

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