23. Juli 2018, 07:00 Uhr

Leichtathletik

Matheis meldet sich zurück, hakt aber EM ab

Bei der deutschen Leichtathletik-Meisterschaft in Nürnberg verpasste Lara Matheis (TSG Gießen-Wieseck) über 100 und 200 Meter das Finale, lieferte aber eine Saisonbestleistung ab.
23. Juli 2018, 07:00 Uhr
Sprinterin Lara Matheis verpasst in Nürnberg bei der DM die Endläufe. (Foto: Wacker)

Sprinter Kevin Kranz (Sprintteam Wetzlar) sicherte sich indes den 100-Meter-Meistertitel, kam aber mit der Staffel nicht ins Ziel. Und Nachwuchstalent Niklas Harsy (LAZ Gießen) tankte weiterhin Selbstvertrauen.

Am Wochenende gastierte die nationale Elite der Leichtathletik im Nürnberger Max-Morlock-Stadion. Mittendrin war auch Lara Matheis (25) auf der 100-Meter-Distanz. Matheis startete auf der nassen Bahn explosiv aus dem Block. Doch ab Meter 60 konnte sie das Tempo nicht mehr halten, und die Kontrahentinnen zogen vorbei. 11,77 Sekunden reichten für das Halbfinale. Darin verbesserte sie sich auf 11,74, verpasste aber das Finale und belegte in der Endabrechnung Rang zwölf.

Ähnlich lief es am Sonntag über die 200 Meter: Zwar lief Matheis mit 23,98 Sekunden ihre Saisonbestleistung, für den Endlauf reichte es mit Platz neun aber nicht. »Ich bin locker in die Wettkämpfe gegangen, ohne große Erwartungen und bin mit den Läufen soweit zufrieden«, erklärte die 25-Jährige. Hinter der Athletin von der TSG Gießen-Wieseck liegen harte Zeiten. Schon im Winter schmerzte der Körper, doch es sollte noch härter kommen: »Ich habe im Januar ein Medikament gegen Akne genommen, was mich ziemlich aus der Bahn geworfen hat.«

Die Hallensaison endete somit schon im Februar – ein denkbar ungünstiger Start für die deutsche Hallen-Vizemeisterin 2017 über 200 Meter. Die Pohlheimerin musste wieder von vorne beginnen, absolvierte um die Osterzeit ein Trainingslager in der Toskana. Doch die nächsten Problem traten auf, denn mit ihrem langjährigen Trainer Elmar Knappik funktionierte die Kommunikation nicht mehr. Im Juni zog Matheis die Reißleine und wechselte zu Uli Kunst, seinerseits auch Coach von Top-Sprinterin Gina Lückenkemper (Bayer 04 Leverkusen).

»Ich fahre einmal in der Woche nach Dortmund zum Training. Ansonsten schreibt er mir die Pläne, und den Rest mache ich alleine«, so Matheis. Hoffnungen auf eine Teilnahme an der anstehenden Leichtathletik-Europameisterschaft in Berlin (6. bis 12. August) macht sich Matheis keine mehr: »Dafür war die Saison und die Zeiten einfach zu schlecht, und es gibt andere Mädels, die sind momentan zu stark.« Stattdessen möchte sie die Saison am kommenden Wettkampf-Wochenende in Luxemburg erst einmal beenden und in der Pause über die weiteren Schritte ihrer Zukunft nachdenken.

Schon deutlich weiter ist das Sprintteam Wetzlar. So sicherte sich Kevin Kranz am Samstag den 100-Meter-Titel mit starken 10,28 Sekunden, und auch Teamkollege Michael Pohl belegte einen starken Rang vier (10.37). Im Verbund mit Florian Daum und Jim Patrik Junker gab es jedoch am Sonntag in der 4x100-Meter-Staffel eine Schlappe, denn das Team erreichte nicht das Ziel. »Beim Wechsel auf unseren vierten Mann ist Michael (Anm. d. Red.: Pohl) ein bisschen zu früh losgelaufen, und Jim (Anm. d. Red.: Junker) kam nicht mehr dran. Das ist eben blöd gelaufen«, erklärte Kranz.

Trotz des Staffel-Fauxpas zeigte sich der 19-jährige Meister mit dem Wochenende in Nürnberg hochzufrieden: »Es ist insgesamt besser gelaufen als gedacht, auch wenn die Staffel nicht geklappt hat. Der Titel am Samstag macht dagegen wieder gute Laune.« Für eine kleine Überraschung sorgte hingegen das Sprintteam Wetzlar II mit Jannik Schmelz, Elias Goer, Lukas Sandmann und Mario Vogel. Eine Saisonbestleistung von 41,14 Sekunden bescherte dem Quartett immerhin den elften Rang.

Nachwuchsmann Niklas Harsy kam am Samstag auf 800 Meter nicht über den Vorlauf hinaus. Unzufrieden mit 1:50:85 Minuten war der Athlet vom LAZ Gießen aber keineswegs: »Ich habe mein Bestes gegeben und bin die ersten 550 Meter vorne weggelaufen. Wenn es schon nicht klappt, dann wollte ich wenigstens mit wehender Fahne untergehen.«

Mit der ersten Saison im Männerbereich zeigt sich der angehende Industriekaufmann zufrieden, stellte er doch in Pfungstadt mit 1:49.71 Minuten eine neue persönliche Bestleistung auf. »Der Knackpunkt war einfach die Mentalität. Ich bin viel selbstbewusster geworden, nach einem letzten Jahr, das sehr enttäuschend war«, erklärte der 800-Meter-Spezialist. In Rostock bei der Jugend-DM (27. bis 29. Juli) und den süddeutschen Meisterschaften in Walldorf (4./5. August) möchte Harsy die Saison mit überzeugenden Resultaten ausklingen lassen. Die 4x400-Meter-Staffel des LAZ Gießen sicherte sich am Sonntag in der Besetzung Niklas von Weschpfennig, Niklas Harsy, Christopher Wenzel und Benjamin Lückert mit 3:22:67 Minuten den siebten Rang im Zeitendlauf. Gewonnen hat die Staffel LAC Quelle Fürth.

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