05. Dezember 2018, 22:08 Uhr

Langweilig wird ihm nie

05. Dezember 2018, 22:08 Uhr
Pascal Hens, Handball-Weltmeister von 2007, lacht bei der Vorstellung als WM-Botschafter. (Foto: dpa)

Verletzungssorgen im Hause Hens, wann hat es das zuletzt gegeben? Pascal Hens hat ziemlich viel zu managen, seitdem sich seine Frau Angela, eine leidenschaftliche Handballerin, neulich im Spiel einen Bruch ihrer Wurfhand zugezogen hat. Ausgerechnet jetzt, wo für ihn als WM-Botschafter des Deutschen Handball-Bundes ein Termin den nächsten jagt.

Während der 2,03 Meter lange frühere Handball-Profi, der einst bei der SG Wallau/Massenheim groß herausgekommen ist, das erzählt, befindet er sich auf dem Weg ins Theater nach St. Pauli. Dort trifft er im Rahmen einer PR-Kampagne für den WM-Standort Hamburg den Schauspieler Peter Lohmeyer. »Schon toll, solche coolen Leute kennenzulernen«, sagt Hens, mittlerweile 38 Jahre alt.

Im Mittelpunkt seines Lebens nach dem Handball stehen seit Sommer 2017 aber sein achtjähriger Sohn und seine vierjährige Tochter. Die hatten auf ihren Papa oft verzichten müssen, als dieser im Herbst seiner Karriere wegen der Insolvenz seines Stammvereins HSV Hamburg nochmals gewechselt ist. Erst für ein halbes Jahr zum dänischen Erstligisten HC Midtjylland, dann für eine Saison, seine letzte, zum HBW Balingen/Weilstetten. Das war für seine Frau eine schwierige Zeit. Denn die Familie blieb in Hamburg, der Stadt, die für das im Rhein-Main-Gebiet aufgewachsene Paar zur Heimat geworden ist. Umso mehr freue er sich, dass er zu Hause nun mithelfen und seiner Familie etwas zurückgeben könne, sagt Hens.

Genauso reizen ihn aber auch die Termine und Engagements, die Wolfgang Gütschow, sein früherer Spielerberater, einer der ersten überhaupt im Handballgeschäft, für ihn aushandelt und organisiert. Botschafter für die Handball-WM im Januar auf deutschem und dänischem Boden ist er, aber auch Experte im Pay-TV. Er wird in Talkshows eingeladen und reiste für das Fernsehformat »Ewige Helden« (ab dem 4. Dezember dienstags, 20.15 Uhr, auf Vox) nach Lappland, um sich mit früheren Sportgrößen wie Beachvolleyball-Olympiasieger Julias Brink, Skirennläuferin Hilde Gerg und Sportgymnastin Magdalena Brzeska in Wintersportarten zu messen.

»Ich hatte mir schon einen Kopf gemacht, aber langweilig ist es mir nach meinem Karriereende nie geworden«, sagt der einst so sprung- und wurfgewaltige Rückraumspieler. Er hat kein Problem damit, zu sagen, wie es ist. Frei Schnauze, wie früher schon als Spieler. »Ich genieße es, nicht immer nur ans nächste Spiel zu denken. TV-Anfragen hatte ich auch in meiner aktiven Karriere schon, aber nie Zeit dafür. Jetzt kann ich meinen Bekanntheitsgrad noch ausnutzen.«

Pascal Hens ist einer der erfolgreichsten deutschen Handballer aller Zeiten, das kann man so stehen lassen: Weltmeister ist er geworden, Deutscher Meister und Champions-League-Sieger. Er ist aber vor allem auch ein Gesicht des Handballs. Das schaffte hierzulande von den Spielern vor ihm nur Stefan Kretzschmar. »Pommes«, wie ihn früher seine Mitspieler wegen seiner dünnen Arme im Kraftraum tauften, wurde zur Marke. Seine Homepage wurde einer Imbiss-Bude nachempfunden, auf Facebook (64 000 Follower) und Instagram (15 000 Follower) postet er in sozialen Netzwerken weiterhin Fotos und Videos für seine Fans.

Den Irokesen-Schnitt, den er sich 2007 vor dem WM-Finale in Köln gegen Polen frisieren ließ und zu seinem Markenzeichen wurde, ihn trägt Hens weiterhin, nur kürzer. Und er ist immer noch für lockere Sprüche zu haben. Etwas mehr Joggen oder ins Fitnessstudio gehen, könne er durchaus wieder mal, schmunzelt »Pommes«. Aber das sei nie sein Ding gewesen, »gib mir einen Ball und alles ist gut«. Ob er sein Wissen als Spieler auch als Trainer einmal weitergibt, kann der B-Schein-Inhaber immer noch nicht sagen. Mal sehn. Jetzt erst mal Peter Lohmeyer treffen und Mittagessen für die Kinder kochen. Thorsten Remsperger

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