15. März 2018, 22:33 Uhr

Auswärtsniederlage

Lange Gesichter bei der HSG Wetzlar

Lange Zeit zeigt die HSG Wetzlar beim Schlusslicht in Ludwigshafen eine souveräne Leistung. Doch trotz einer zwischenzeitlichen 23:17-Führung verlieren die Grün-Weißen noch.
15. März 2018, 22:33 Uhr
Groß ist die Enttäuschung bei der HSG Wetzlar um Olle Forsell Schefvert nach der 29:31-Niederlage in Ludwigshafen. (Foto: Eibner)

HSG Wetzlar


Beim Tabellenschlusslicht Die Eulen Ludwigshafen verlor die HSG Wetzlar am Donnerstagabend mit 29:31 (15:10) und gab ein sicher geglaubtes Spiel in der Handball-Bundesliga in den letzten 20 Minuten noch aus der Hand. »Wir hatten das Spiel gut im Griff, dann fing unser Motor an zu stocken«, fasste HSG-Spielmacher Philipp Pöter die Partie treffend zusammen.

Wie im Hinspiel brauchte die HSG einige Zeit, um in die Partie zu finden. Die Abwehr der Gastgeber packte ordentlich zu, und so gab es in der siebten Minute bereits den zweiten Siebenmeter für die Grün-Weißen. Den ersten hatte Maximilian Holst in der fünften Minute vergeben, als er gefühlt fünfmal mit dem Ball rumzappelte und ihn dann an die Latte knallte. Beim zweiten sah er sich dem Ex-Wetzlarer Stefan Hanemann im Tor gegenüber, markierte aber in gewohnt souveräner Manier das 3:4. Die Partie blieb ausgeglichen und artete zeitweise in einen Abnutzungskampf der Abwehrreihen aus. Hier hatten es die Eulen auf den angeschlagenen Jannik Kohlbacher abgesehen. Erst vernaschte ihn David Schmidt mit einem Überzieher und ballerte die Kugel zur 5:3-Führung in die Maschen.

 

Klare Führung zur Pause

 

Kurz darauf hatte Kohlbacher gegen Alexander Feld das Nachsehen und durfte für zwei Minuten auf der Bank Platz nehmen. In der Schlussphase der ersten Halbzeit blieb der Nationalkreisläufer draußen und stapfte mit einem Eisbeutel auf dem Knöchel in die Pause. Nach der ersten HSG-Führung von Joao Ferraz zum 6:5 in der zwölften Minute war es vor allem die portugiesische Wundertüte, die mit Anspielen und Toren glänzte. Der Pass auf Holst in den Gegenstoß in Minute 14 war noch etwas zu lang, danach ging es jedoch Schlag auf Schlag: Das nächste Anspiel auf Kristian Björnsen saß, der Norweger schloss per Gegenstoß zum 8:6 ab. Den nächsten Ball zauberte Ferraz zu Kohlbacher an den Kreis – 9:7. Das 10:8 erzielte Holst – und wieder war es Ferraz, der den Assist gegeben hatte. In der Folge wechselte die Aufmerksamkeit zwischen die Pfosten. Benjamin Buric hatte in der Anfangsphase keine großen Momente, legte im letzten Drittel der ersten Hälfte aber deutlich zu. Mit mehreren Paraden hielt er die Führung der Wetzlarer fest, die dank Buric’ Ballgewinnen in der ersten und zweiten Welle für den 15:10-Pausenvorsprung sorgten.

 

Buric trifft ins leere Tor

 

Auch im zweiten Abschnitt sah es lange nach einem Sieg der HSG aus. Hinten konzentriert, vorne treffsicher – und sogar Buric konnte nach einer Parade gegen Azat Valiullin mit einem Wurf ins leere Tor für das 17:11 sorgen (34.). Wetzlar ließ sich kaum aus der Ruhe bringen, spielte souverän und lag nach einem Doppelschlag von Holst in der 42. Minute mit 23:17 vorn. Doch je länger die Partie dauerte, umso schwerer wurden die Beine der HSG.

 

Wandschneider kritisiert Abwehrverhalten

 

»Die Abwehr war in der zweiten Halbzeit saft- und kraftlos«, erklärte HSG-Trainer Kai Wandschneider enttäuscht. »Jetzt mussten wir die Zeche zahlen für die letzten Wochen. Ab der 40. Minute waren wir platt, Stecker rausgezogen. Die Eulen haben unsere Schwäche erkannt und ausgenutzt.« Tor um Tor robbte sich Friesenheim heran, entwickelte viel Zug zum Tor und ließ den Wetzlarer Angriff kaum mehr zur Entfaltung kommen. Eulen-Coach Benjamin Matschke schickte in den letzten zehn Minuten Kevin Klier für Roko Peribonio ins Tor, und der sorgte mit einigen Paraden dafür, dass der Funke auf die Zuschauer übersprang. Alexander Falk brachte mit seinem Gegenstoßtor zum 29:29 den Kessel zum Überlaufen. Und während die Gastgeber vom Punkt zum 30:29 (Denni Djozic) trafen, scheiterte Björnsen auf der anderen Seite an Klier und vergab damit die letzte Chance auf einen Punktgewinn der HSG.

 

Die Statistik

 

Ludwigshafen: Klier, Peribonio, Hanemann; Hruscak, Dietrich (4), Scholz (2), Haider (1), Feld (2), Falk (2), Durak (1), Buhrer, Djozic (4/4), Dippe (1), Vailullin (5), Schmidt (9).

Wetzlar: Klimpke, Buric (1), Weber; Kneer, Björnsen (4/1), Pöter, Ferraz (5), Mirkulovski (2), Volentics, Holst (9/3), Forsell Schefvert (3), Kvist, Klesniks, Lindskog (2), Cavor (1), Kohlbacher (2).

Im Stenogramm: SR: Thiyagarajah/Thiyagarajah (Gummersbach). – Zu: 2294. – Zeitstrafen: 12:16 Min. – Rot: Ferraz (3. Zeitstrafe/56.). – Siebenmeter: 4/4:7/4.

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