27. Februar 2018, 06:35 Uhr

HSG Wetzlar

Kohlbacher-Nachfolger: Wie Neuzugang Torbrügge der HSG Wetzlar weiterhelfen will

Nils Torbrügge, Nachfolger von Jannik Kohlbacher auf der Kreisposition bei der HSG Wetzlar, über die Gründe seines Wechsels, die Fans in Mittelhessen und den Faktor Kai Wandschneider.
27. Februar 2018, 06:35 Uhr
Am Sonntag noch Bundesliga-Kontrahenten, ab Sommer Wetzlarer Kollegen: Kreisläufer Nils Torbrügge (18/TuS N-Lübbecke) wird von HSG-Außen Kristian Björnsen am Wurf gehindert. (Foto: Vogler)

HSG Wetzlar


Beim 20:25 (7:13) der Ostwestfalen hatte der 25-Jährige, selbstkritisch betrachtet, »einen nicht ganz so guten Auftritt«, weshalb ihn Trainer Aaron Ziercke noch vor der Pause vom Parkett nahm und den jungen Moritz Schade ins Gefecht schickte. Der gebürtige Bielefelder Torbrügge, auf den ersten Blick mit weniger Verdrängungsmasse ausgestattet als Jannik Kohlbacher, rieb sich in der 6:0-Abwehr abwechselnd auf der 4 und 2 gegen Kohlbacher oder Forsell-Schefvert auf und kam im Angriff nur zu zwei Wurfaktionen in der 19. und 24. Minute, die aber beide nicht von Erfolg gekrönt waren. In der Abwehr dirigierte er, im Angriff arbeitete er verstärkt für den Aufbau. Eine durchwachsene Leistung in der Tat, die vielleicht auch der Situation geschuldet war, dass sich Nils Torbrügge gerade seinem künftigen Publikum als Vorspieler von seiner besten Seite präsentieren wollte. Im AZ-Gespräch lässt der künftige Grün-Weiße die 60 Minuten noch einmal Revue passieren, äußert sich über die Beweggründe seines Wechsel nach Wetzlar und die Erwartungen ab diesem Sommer.

 

War das Ihre Premiere hier in der Arena?

Torbrügge: »Nein, ich habe in der Saison 2013/14 schon einmal mit Minden hier gespielt und ich glaube, wir haben damals sogar mit 26:23 gewonnen.«

Wie lautet Ihr Fazit der Partie?

Torbrügge: »Die erste Halbzeit war unterirdisch, was unsere Angriffsleistung betrifft. Es gab zu viele einfache Fehler. Nur die stehende Abwehr hat einigermaßen funktioniert. Dann kommen aber noch vor der Pause vier, fünf Gegenstöße und schon liegst du klar hinten. Wichtig aber war, dass wir uns nach hinten raus nicht aufgegeben haben, dass es am Ende nur minus fünf und nicht minus zehn geworden sind.«

Die Arena hier in Wetzlar ist eine der schönsten und stimmungsvollsten Handball-Hallen in Deutschland, die Zuschauer sind überragend

Nils Torbrügge

Trotz einer doch guten Torhüterleistung.

Torbrügge: »Ja, ich denke Joel Birlehm hat gut gehalten, speziell von außen. Aber abhaken. Nächste Woche spielen wir zu Hause gegen Hüttenberg, das ist ein wichtiges Spiel für uns. Wir haben Friesenheim auch noch in eigener Halle, beide direkten Konkurrenten im Abstiegskampf also. Da müssen wir in unserer Situation natürlich punkten.«

Wie beurteilen Sie ihren eigenen Auftritt vor dem Hintergrund des fest stehenden Wechsels nach Wetzlar?

Torbrügge: »Die Arena hier ist eine der schönsten und stimmungsvollsten Handball-Hallen in Deutschland, die Zuschauer sind überragend. Traurig nur, dass meine Leistung heute speziell im Angriff nicht so gut war. Der Trainer hat zu recht gewechselt und Moritz Schade hat es dann ja auch besser gemacht. Am Ende hat es für uns als Team aber nicht gereicht. Wir hätten hier gerne ein paar Zusatzpunkte eingefahren.«

Bis zur Ihrer Auswechslung haben Sie in der Abwehr aber ordentlich gearbeitet.

Torbrügge: »Hinten war das ganz ansehnlich, ich stand – denke ich – ganz gut bei Zweikämpfen. Vorne aber war das unterirdisch, auch von mir. Sieben Treffer in einer Halbzeit sind zu wenig für die Bundesliga.«

Können Sie uns noch einmal die Beweggründe nennen, die zu Ihrem Wechsel nach Wetzlar geführt haben?

Torbrügge: »Wenn man Wetzlar beobachtet die letzten Jahre, ist es immer wieder eine positive Überraschung, was sie machen. Auch in diesem Jahr, da sind es schon mehr als 20 Punkte. Das möchte ich nächstes Jahr mit Wetzlar fortsetzen.«

Ihr persönliches Ziel?

Torbrügge: »Ich habe damals in Minden viel in der Defensive gespielt, bin dann nach Nettelstedt und durfte auch vorne ran. Da muss der nächste Schritt jetzt folgen. Die Fußstapfen von Jannik Kohlbacher, er ist einer der besten, wenn nicht der beste Kreisläufer in Deutschland, sind groß. Jannik ist ein toller Spieler, der geht. Ich hoffe, ich bringe andere Sachen mit, die der HSG helfen.«

Wertgeschätzt wird Ihre Vielseitigkeit in der Deckung. Wo spielen Sie dort am liebsten?

Torbrügge: »In den letzten acht Jahren habe fast ich überall gedeckt. Vor allem im Innenblock, auf der 3 und 4 oder offensiv vorne auf der 1. Ich glaube, dass ich das Spiel verstanden habe, was in der Abwehr wichtig ist, und gut antizipiere, was kommt. Man braucht körperliche Präsenz und viel Selbstvertrauen. Normalerweise stehe ich auch ganz gut im Zweikampf. Es gibt aber immer wieder Dinge, die man verbessern kann. Es ist immer wichtig, dass man das im Verbund löst; wichtiger als die individuelle Leistung.«

Was Versprechen Sie sich durch die Zusammenarbeit mit Kai Wandschneider als Trainer?

Torbrügge: »Das ist natürlich ein Beweggrund gewesen. Wenn man sich die Reputation von Kai Wandschneider ansieht, ist er einer der besten Trainer in Deutschland. Warum also soll er mich nicht auch weiterbringen. Ich freue mich auf die neue Saison mit Trainer, Mannschaft und dem großartigen Wetzlarer Publikum.

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