11. April 2017, 12:00 Uhr

Staffelsieger

Klimpke der Mann des Abends

Die U19 der HSG Wetzlar hat sich in der Ost-Staffel der Jugendhandball-Bundesliga den Titel geholt. Das Team um Torhüter Till Klimpke muss im DM-Viertelfinale auf eine Stütze verzichten.
11. April 2017, 12:00 Uhr
Starker Rückhalt: Till Klimpke zeigt vor allem in der zweiten Hälfte eine grandiose Leistung beim Sieg der HSG Wetzlar U19 über Leipzig. (Foto: ras)

Es hatte etwas von Genugtuung, als HSG-Rückraumspieler Torben Waldgenbach am Samstag aus der Jubeltraube seines Teams nach vorne schritt, um den Meisterwimpel des Ost-Staffel-Siegers in der Jugendhandball-Bundesliga entgegenzunehmen. Nach zwei Jahren als Zweiter hinter dem SC DHfK Leipzig ist die A-Jugend der HSG Wetzlar am Ziel. Zuvor hatte das Team in einem Kampfspiel den Sachsen beim 26:23 die beiden Zähler abgerungen und sich mit 43:1 Punkten zum Staffel-Sieger gekürt.

Monatelang hatten Wetzlars U19-Übungsleiter Thomas Weber und sein Trainerteam mit der Mannschaft auf diesen Moment hingearbeitet. Die komplette Spielzeit waren die Sachsen und die Mittelhessen Kopf an Kopf durch die Staffel marschiert, um dann am letzten Spieltag aufeinanderzutreffen. Beim 24:24 im Hinspiel in Leipzig hatte es keinen Sieger gegeben. Am Samstagabend präsentierte sich die HSG aber vor allem in den zweiten 30 Minuten hellwach. »Es waren schlussendlich unsere Gesamtsteigerung in Angriff und Abwehr sowie die starke Torhüterleistung, die den Unterschied ausgemacht haben«, lobte Weber sein Team nach dem Abpfiff.


Nervöser Beginn

Es waren aber gerade die ersten 30 Minuten gewesen, welche die HSG-Fans unter den 700 Zuschauern in der Sporthalle Dutenhofen zunächst am Erfolg der Grün-Weißen zweifeln ließen. Wetzlar präsentierte sich überaus nervös und nahm im Angriff immer wieder schlechte Abschlüsse. Beim Stand von 10:10 blieb der HSG vor der Halbzeit noch ein Angriff, in dem Weber den siebten Feldspieler brachte. Der Abschluss von Linksaußen erfolgte aber viel zu schnell, sodass Leipzig mit einem abgefälschten Schlagwurf ins leere HSG-Tor zur 11:10- Halbzeitführung kam. Wetzlars Keeper Till Klimpke, der noch versucht hatte, sich zwischen Ball und Kasten zu werfen, ließ in der Folge seinen Emotionen freien Lauf und seinen Frust am Torpfosten aus.


Lange Pause für Schreiber

Dass die verjüngten A-Junioren des SC DHfK Leipzig von 2017 aber nicht mehr das Meister-Team von 2015 und 2016 sind, zeigte sich in der Folge, denn auch die Gäste machten Fehler und nahmen sich im zweiten Durchgang schlechte Abschlüsse. Allerdings hatte daran auch Klimpke großen Anteil. »Till hat natürlich genial gehalten in der zweiten Halbzeit, und wir haben unsere Chancen endlich reingemacht«, lobte Torben Waldgenbach seinen Mannschaftskameraden nach dem Abpfiff.

Klimpke zeigte sich nach dem Spiel gewohnt bescheiden: »Hendrik war heute auch extrem wichtig für uns.« Damit verwies er auf die sieben Treffer seines Nationalmannschaftskollegen Hendrik Schreiber, der bis zu seiner Verletzung in der 42. Minute das Team dirigiert und nach vorne getrieben hatte. »Ich dachte eigentlich, dass wir in dieser Phase endlich den Sack zumachen, aber mit der Verletzung von Hendrik war das schwierig«, sagte Coach Weber später. »Die Jungs haben das aber super gelöst.« Am Montag erhielten Schreiber und die HSG die Hiobsbotschaft: Der Rückraumshooter hat sich einen doppelten Bänderriss im linken Sprunggelenk mit einer schwerwiegenden Einblutung zugezogen und wird mindestens vier Wochen ausfallen.


Sturm trifft per Kempa-Trick

Es waren die kleinen taktischen Raffinessen, die am Ende den Unterschied ausmachten. Als Leipzig in der 50. Minute auf 17:20 verkürzt hatte, nahm Weber eine Auszeit.

Was danach geschah, überraschte nicht nur die Leipziger: Ian Weber band mit einer Zweikampfsituation gleich zwei Gegenspieler auf Halblinks und gab den Ball an Felix Sturm auf Linksaußen weiter, der per Kempa-Trick zu erneuten Vier-Tore-Führung verwertete – der Moment, in dem die Stimmung auf dem Siedepunkt war. Wenig später fing Klimpke einen Distanzwurf ab und ließ sich vom Publikum feiern. Die zwei Treffer von Tim Rüdiger ließen die HSG mit 26:23 als Sieger vom Feld gehen.

»Das war super toll anzusehen. Das macht uns als Verein natürlich super stolz«, lobte HSG-Geschäftsführer Björn Seipp den Auftritt der U19. »Was mich aber besonders freut, ist die Tatsache, dass wir 700 Zuschauer in der Halle hatten und das trotz eines Fußball-Bundesliga-Topspiels zur selben Zeit.« Mit der Leistung vom Samstag ist mit der HSG Wetzlar U19 am 29./30. April im Viertelfinal-Hinspiel um die deutsche Meisterschaft gegen den TSV Bayer Dormagen sicherlich zu rechnen – auch wenn Schreiber zumindest im ersten Duell gegen die Rheinländer fehlen wird.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Felix Sturm
  • HSG D/M Wetzlar
  • Handball
  • SC DHfK Leipzig
  • Thomas Weber
  • Torhüter
  • Lucas Mertsching
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 5 + 1: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.