23. August 2017, 19:14 Uhr

Kiel will »Schale nach Hause holen«

Die 52. Saison soll der Handball-Bundesliga einen Quantensprung bescheren. Einmal durch die weitaus größere TV-Präsenz, zum anderen durch ein deutliches Plus an Konkurrenz in der Spitzengruppe. Und in Mittelhessen freut man sich nach 2011/12 über den neuerlichen Auftritt von gleich zwei Erstligisten, der HSG Wetzlar und des TV 05/07 Hüttenberg.
23. August 2017, 19:14 Uhr

Der über vier plus zwei Jahre ausgelegte TV-Vertrag mit dem Pay-TV-Sender Sky soll das Handball-Oberhaus in neue Sphären der öffentlichen Wahrnehmung befördern und somit über neu erschließbare Einnahmequellen die zuletzt eingebüßte Konkurrenzfähigkeit auf internationalem Parkett wiederherstellen. Das ist auch dringend notwendig, wie die letzten beiden Champions-League-Spielzeiten (siehe Kommentar »Zeit, dass sich was dreht« auf dieser Seite) gezeigt haben. Einstige Topstars wie Jackson Richardson, Nicola Karabatic oder Nenad Perunicic finden immer seltener den Weg in die Bundesliga. Kein Wunder, wenn der Etat von Rekordmeister THW Kiel nicht über 10 Millionen Euro liegt und die der Titelkampf-Konkurrenten SG Flensburg/Handewitt und Rhein-Neckar Löwen sogar noch drei Millionen Euro darunter.

Blickt man auf alle 18 Klubs der Liga und fasst man die Aussagen der Trainer und Verantwortlichen zusammen, ist gerade im Kampf um die deutsche Meisterschaft von einer noch größeren Spannung auszugehen als zuletzt schon. Die Zeiten, als der THW Kiel zwischen 2004/2005 und 2014/15 zehn Meistertitel einfuhr, unterbrochen 2010/11 nur vom HSV Hamburg, dürften vorerst vorbei sein. Neben dem Dreigestirn THW Kiel, SG Flensburg/Handewitt und Rhein-Neckar Löwen schlüpfen diesmal MT »Deutschland« Melsungen, die Füchse Berlin und der SC Magdeburg in das Feld der Mitfavoriten.

Michael Roth, der Melsunger Coach, wiegelt zwar ab und erklärt die Rolle des Geheimfavoriten als »ein bisschen zu weit hergeholt«, mit den Europameistern Finn Lemke, Tobias Reichmann und Julius Kühn haben die Nordhessen ihre individuelle Qualität aber enorm erhöht und zudem die Defensive durch das Duo Lemke/Kühn extrem verdichtet. Kommen die Melsunger ohne größere Verletzungsprobleme durch die Saison, sollten sie von ihren personellen und wirtschaftlichen Möglichkeiten durchaus an die Champions-League-Plätze heranreichen können. Da wird gleich der Saisonauftakt heute Abend beim TVB Stuttgart in der Porsche-Arena einen ersten Hinweis geben.

Wer wem die Favoritenrolle zuweist, ist Rekordmeister THW Kiel von seinem Selbstverständnis her eigentlich egal. Die Norddeutschen, 2011/12 mit 68:0 Zählern noch verlustpunktfrei Titelträger, wollen nach den beiden Meisterjahren der Rhein-Neckar Löwen die »Schale wieder nach Hause holen«, wie der noch verletzte Kapitän Domagoj Duvnjak bekräftigt. THW-Manager Thorsten Storm geht sogar noch ein Stück weiter. »Alfred will und muss Titel gewinnen«, setzt er Trainer Gislason hausintern unter Druck. Die Leistungsdichte an der Spitze umschreibt unterdessen Löwen-Meistertrainer Nikolaj Jakobsen: »Wir können Erster werden, aber auch Sechster. « HBL-Chef Frank Bohmann jedenfalls ist davon überzeugt, dass »viele Teams mit breiter Brust in die Saison gehen«.

In den stresslosen Zwischenräumen der Liga bewegen sollten sich der SC DHfK Leipzig mit Rückkehrer Philipp Weber, die TSV Hannover-Burgdorf mit ihrem neuen namhaften spanischen Trainerduo Carlos Ortega/Iker Romero, HC Erlangen mit erneut aufgestocktem Etat sowie EHF-Pokal-Sieger Frisch Auf Göppingen.

Ob sich die drei Neulinge TuS N-Lübbecke, TV 05/07 Hüttenberg und Eulen Ludwigshafen ebenso abhängen lassen wie viele Aufsteiger zuvor, wird sich zeigen. Gelingt dem TV 05/07 Hüttenberg eine ähnlich sensationelle Runde wie in der vergangenen Zweitliga-Serie, ist sogar Rang 16 und damit der Klassenerhalt (wie in unserer Redaktionsprognose unten festgehalten) möglich, da sich die Zahl der Absteiger auf zwei reduziert hat.

Welche Rolle kommt dann last but not least der HSG Wetzlar zu? Platz sechs wie im Vorjahr erscheint auf jeden Fall utopischer als ein Hüttenberger Ligaverbleib. Im Ringen u. a. mit TVB Stuttgart, TBV Lemgo und GWD Minden wäre eine Platzierung zwischen 10 und 12 realistisch, was allerdings davon abhängt, wie lange Abwehrchef Evars Klesniks fehlen wird und wie gut nach Steffen Fäth mit Philipp Weber der Verlust des nächsten Top-Halblinken kompensiert werden kann.

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