11. Februar 2018, 17:23 Uhr

Chancenlos – 25:37

Kiel verteilt weder Kamellen noch Geschenke an Hüttenberg

Humorlos zeigte sich der THW Kiel in der vollen Osthalle. Während Gießens Jecken dem Umzug zujubelten, verteilte der Rekordmeister weder Kamellen noch Geschenke an den TV 05/07 Hüttenberg.
11. Februar 2018, 17:23 Uhr
In einer ausverkauften Gießener Osthalle sind Tomas Sklenak (Mitte) und seine Hüttenberger weit von einem Handball-Wunder gegen den Rekordmeister aus Kiel entfernt. Sebastian Firnhaber (9) kommt mit dem THW zu einem 37:25-Erfolg. (Foto: ras)

TV 05/07 Hüttenberg


Natürlich hatte der Hüttenberger Trainer Emir Kurtagic vor der 25:37-Niederlage gegen die Kieler in der Handball-Bundesliga darauf hingewiesen, dass »die Favoritenrolle klar« ist. Gehofft hatte er aber dennoch, dass seine Mannschaft den übermächtigen Gegner am Sonntag vielleicht noch länger als die 45 Minuten im Hinspiel würde ärgern können. Vor der Partie musste er allerdings bereits die personellen Rückschläge verdauen, dass seine beiden Rückraumschützen Szymon Sicko (verletzt) und Vladan Lipovina (Grippe) nicht mitwirken können.

Trotz des schnellen 0:2-Rückstands kamen die Gastgeber ganz gut in die Partie. Kapitän Matthias Ritschel konnte bereits in der zweiten Minute einen Siebenmeter von Miha Zarabec abwehren, sodass dem starken Ragnar Jóhannsson in der 4. Minute der 1:2-Anschlusstreffer gelang. Und der TVH ging sogar mit einem 3:0-Lauf (Dominik Mappes, Jannik Hofmann, Daniel Wernig) mit 4:3 in Führung. Die Blau-Rot-Weißen agierten in der Deckung beweglich und ließen im Angriff den Ball laufen, sodass die Partie auch nach einer Viertelstunde beim 7:7 durch Kreisläufer Mario Fernandes noch ausgeglichen war. Doch nach dem 9:9 schlug das Pendel langsam um. »Danach wurden wir manchmal vom Kieler Tempospiel überrannt«, musste Kurtagic zugeben, dass sich nun doch einige Fehlwürfe ins Hüttenberger Spiel einschlichen. »Nikola Bilyk hat den Ball sehr gut von hinten raus getrieben und unser Umschaltspiel besser gemacht«, lobte Kiels Trainer Alfred Gislason den nun von ihm auf das Feld beorderten österreichischen Nationalspieler. So schnürte Rechtsaußen Niclas Ekberg einen Dreierpack zum 14:10 (22.), als er bei drohendem Zeitspiel einen Pass von Zarabec per Kempa-Trick im Netz unterbrachte. Der Favorit war nun zunehmend in der Spur und erhöhte bis zum Wechsel noch auf 19:13.

Ich mache den Jungs keinen Vorwurf. Sie haben alles gegeben

TVH-Trainer Emir Kurtagic

Damit war die Partie im Grunde entschieden, wie auch Kiels Sportlicher Leiter Viktor Szilagyi erkannt hatte. »Ab der 15. Minute hatten wir alles unter Kontrolle. Der Abstand war wichtig, damit das Spiel nicht noch heiß läuft.« Doch diese Gefahr bestand für Kiel nicht, da man sich auch auf die beeindruckende individuelle Klasse der Akteure verlassen konnte. So gingen alleine 16 Treffer auf das Konto der Rückraum-schützen Lukas Nilsson, Nikola Bilyk und Marko Vujin, die humorlos den Ball aus der zweiten Reihe ins Netz droschen. Einfache Tore, die dem TVH wieder einmal in dieser Anzahl fehlten. »Nilsson hatte heute keinen Fehlwurf und hat mit Patrick Wienczek für mich herausgeragt«, lobte Gislason auch seinen offensiv effektiven und in der Abwehr wie eine Wand stehenden Kreisläufer. So war es wenig verwunderlich, dass Kiel beim 30:20 durch einen Tempogegenstoß von Wienczek erstmals zehn Tore in Front war und so einem ungefährdeten Sieg entgegensteuerte.

»Wir haben trotzdem ein gutes Spiel gemacht. Aber die Qualität im Kieler Rückraum ist ganz schwer auszuschalten«, bewertete TVH-Keeper Fabian Schomburg die 60 Minuten. Und auch sein Trainer war doch recht zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. »Wir haben in der ersten Halbzeit gut gestanden, wenn wir es geschafft haben, in die Positionsabwehr zu kommen. Dann hat Kiel uns mit einigen Tempogegenstöße überrannt, und damit wurde es für sie leichter als ich es mir gewünscht hätte. Aber ich mache meinen Jungs keinen Vorwurf. Sie haben alles gegeben«, sagte Kurtagic, um aber nachzuschieben. »Schade, dass wir in der letzten Viertelstunde vor ausverkauftem Haus nicht mehr dagegenhalten konnten.« Was nicht zuletzt dem – trotz Verletzungssorgen – exquisit besetzten THW-Kader geschuldet war.

TV Hüttenberg: Ritschel, Schomburg; Stefan (2), Sklenák (1), Wörner, Lambrecht, Wernig (4/2), Friedl, Rompf, Zörb, Fernandes (4), Jóhannsson (6), Roth (1), Mappes (5), Hofmann (2), Hahn.

THW Kiel: Landin, Landgraf, Wolff; Sebastian Firnhaber, Weinhold (1), Wiencek (7), Ekberg (10/6), Zeitz, Frend Öfors, Rahmel (1), Dahmke (1), Zarabec (1), Vujin (4), Nilsson (8), Santos, Bilyk.

Im Stenogramm: SR: Thiyagarajah/Thiyagarajah (Gummersbach). – Zu.: 2550. – Zeitstrafen: 6:4 Min. – Siebenmeter: 2/2:8/6.

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