10. Februar 2018, 07:40 Uhr

Osthalle ausverkauft

Kiel ein Favorit zum Ärgern

Die Sporthalle Ost in Gießen ist ausverkauft – und der TV 05/07 Hüttenberg als krasser Außenseiter will Rekordmeister THW Kiel am Sonntag so lange wie möglich ärgern.
10. Februar 2018, 07:40 Uhr
Bilder, die die Hüttenberger Bundesliga-Handballer am Sonntag ihren Anhängern bieten möchten: Kiels Torhüter Markus Landin ist überwunden. (Foto: Cherkow)

TV 05/07 Hüttenberg


Die eher ernüchternde und Fragen aufwerfende Handball-Europameisterschaft ist vorbei. Das bedeutet für Aufsteiger TV 05/07 Hüttenberg, dass am 20. Spieltag mit der Heimpartie am Faschingssonntag um 12.30 Uhr (SkyLive) in der Sporthalle Ost in Gießen gegen den THW Kiel wieder die Jagd auf Bundesligapunkte beginnt. Denn, trotz des letzten Tabellenplatzes, bestehen noch immer alle Hoffnungen auf das nächste Handballwunder – den Klassenerhalt.

Das Hinspiel: Gerade einmal vier Bundesligaspiele ist die Begegnung in Kiel her, die Anfang Dezember stattfand und in der der sich TVH 45 Minuten lang nicht vom Rekordmeister abschütteln ließ. Erst im den letzten zehn Minuten setzten sich die Zebras noch zum standesgemäßen 33:24-Erfolg ab, weil die Mittelhessen dann eine zu hohe Fehlerquote hatten, die Kiel mit Tempogegenstößen gnadenlos bestrafte.

Die Vorbereitung: »Unser letzter Test wird jetzt zeigen, wo wir insgesamt stehen«, meinte TVH-Cheftrainer Emir Kurtagic noch drei Tage vor der Partie letzte Woche gegen den TSV Hannover-Burgdorf. Da dann aber nach dem beim Allstar-Game aktiven Dominik Mappes noch die verletzten Szymon Sicko und Ragnar Johannsson sowie die erkrankten Vladan Lipovina und Moritz Lambrecht ausfielen, konnte von einem echten Härtetest nicht mehr die Rede sein. Auch das Trainingslager im tschechischen Lovosice verlief beim TVH nicht optimal. Linkshänder Tobias Hahn konnte wegen muskulärer Probleme nur teilweise mitwirken und Vladan Lipovina stieg durch die EM-Teilnahme erst verspätet ins Training ein. Am Sonntag sollten aber– bis auf Sicko – alle dabei sein. Der polnische Pechvogel, der schon in der Vorrunde länger ausfiel, hat Probleme mit der Patellasehne, wodurch er wohl wieder Wochen fehlen wird. Dennoch ist Kurtagic, der erstmals nun längere Zeit am Stück mit der Mannschaft arbeiten konnte, soweit zufrieden mit der Vorbereitung. »Trotz Höhen und Tiefen konnten wir gute Grundlagen legen und hatten Zeit zum Testen. So haben wir zum Beispiel in der Abwehr auf einigen Positionen Änderungen ausprobiert.«

Kiel hatte etliche Spieler bei der Europameisterschaft, so dass eine gezielte Vorbereitung nicht möglich war. Zudem kehrten René Toft Hansen und Nikola Bilyk (beide Adduktoren) und Lukas Nilsson (Achillessehnenreizung) genauso angeschlagen zurück wie Kapitän Domagoj Duvnjak, der im Hinspiel gegen Hüttenberg sein Comeback nach über halbjähriger Verletzungspause feierte, um sein Ziel Heim-EM zu erreichen, sich aber schon im Auftaktspiel einen Muskelfaserriss in der Wade zuzog. »Einmal mehr hat ein internationales Turnier den THW Kiel hart getroffen.« klagt daher der neue sportliche Leiter Viktor Szilagyi. So sehr, dass im Training mit Miha Zarabec, den der TVH im Hinspiel nicht kontrollieren konnte, zeitweise nur ein Rechtshänder im Rückraum zur Verfügung stand. Allen Personalproblemen zum Trotz feierte Kiel aber am Mittwoch in der Champions League einen ganz starken 22:20-Sieg gegen die Ungarn aus Veszprém, auch ohne Duvnjak, Toft Hansen und Christian Dissinger (Kniestauchung). Dabei glänzten die beiden schwedischen EM-Silbermedaillengewinner Nilsson und der flinke Rechtsaußen Niclas Ekberg mit jeweils sieben Treffern sowie die starken Niklas Landin und Andreas Wolff im Tor. Dass der deutsche Pokalsieger sich mit dem aktuellen Rang fünf nicht zufrieden gibt, verdeutlicht Szilagyi. »In den Februar-Partien wollen und müssen wir in der Königsklasse und in der Bundesliga Punkte holen. Da haben wir einen richtig harten Neustart vor uns. Umso ärgerlicher sind die Verletzten«, formuliert er, dass man, trotz holpriger Vorrunde, bei nur drei Punkten Rückstand auf Platz zwei, hohe Ziele hat.

Die Zuschauer: Trotz Faschingsumzug konnte der TVH bereits Mitte der Woche vermelden, dass die Osthalle erstmals in dieser Saison restlos ausverkauft ist. Der große THW Kiel mit seinen Weltstars zieht also immer noch, auch wenn er nicht an der Tabellenspitze steht.

Das sagt Emir Kurtagic: »Das ist eine tolle Sache, dass wir am Sonntag so eine tolle Unterstützung haben werden«, formuliert der TVH-Trainer seine Vorfreude. »Wir haben in Kiel über weite Strecken gut gespielt. Wir wollen die Ballverluste und freien vergebenen Chancen, die uns am Ende der Hinrunde Probleme gemacht haben, reduzieren. Wenn wir weniger Fehler machen und hellwach sind, können wir Kiel vielleicht noch länger ärgern.«

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