03. Juni 2018, 19:46 Uhr

TV 05/07 Hüttenberg

Kapitel Bundesliga beendet

Das Wunder ist ausgeblieben. Um 16.45 Uhr am gestrigen Sonntag endete das Erstliga-Märchen des TV 05/07 Hüttenberg. Die 23:28-Niederlage bei den Füchsen Berlin besiegelte den Abstieg.
03. Juni 2018, 19:46 Uhr
Die Erstliga-Uhr von Trainer Emir Kurtagic und dem TV 05/07 Hüttenberg ist mit dem 23:28 bei den Berliner Füchsen wieder abgelaufen. (Foto: Eibner)

TV 05/07 Hüttenberg


Die Vorzeichen für die Handballer aus dem Handkäsedorf standen schon vor dem Anpfiff alles andere als gut, hatte man den Klassenerhalt doch nicht selbst in der Hand, sondern musste auf das »Mitspielen« der Konkurrenten Ludwigshafen und N-Lübbecke hoffen.

Nach dem ersten Tagestreffer per Siebenmeter von Linkshänder Hans Lindberg, der am Morgen zum zweiten Mal Vater geworden war, konnte der TVH in einer auf beiden Seiten tempoarmen Partie durch Ragnar Jóhannsson und Linksaußen Christian Rompf die Partie zunächst ausgeglichen gestalten. Zwei Fehlwürfe von Rompf und Rechtsaußen Daniel Wernig gegen den 42-jährigen Petr Stochl, der sich nach zwölf Jahren bei den Füchsen in den Ruhestand verabschiedete, ließen die Gastgeber aber zum 5:2 durch den insgesamt sechsmal erfolgreichen Halblinken Oliver Milde (10.) wegziehen. Und mit der mangelhaften Chancenverwertung stand sich der TVH in der ersten Spielhälfte selber am meisten im Weg. Stochl parierte in seinem letzten Spiel in den nächsten fünf Minuten nicht nur Strafwürfe von Daniel Wernig und Dominik Mappes, sondern blieb auch Sieger gegen Moritz Lambrecht im Tempogegenstoß. Anstatt einer also durchaus möglichen Führung, lagen die Gäste in der 19. Minute mit 5:8 zurück.

TVH-Trainer Emir Kurtagic bemängelte in seiner folgenden Auszeit, dass »wir in der Abwehr bei der Bewegung von halblinks und halbrechts ohne Ball schlafen«, so dass die Hauptstädter immer wieder Lücken in der Hüttenberger Defensive nutzten. Dennoch kam seine Mannschaft durch einen Treffer von Tomáš Sklenák durch einen Vierer-Abwehrblock bei drohendem Zeitspiel sowie von Daniel Wernig, der in der 22. Minute endlich den ersten Siebenmeter verwandeln konnte, zum 8:9-Anschluss.

Aber die Füchse schlugen sofort mit einem 3:0-Lauf zurück, auch da nun bei Pfostentreffern von Moritz Zörb, Ragnar Jóhannsson und Daniel Wernig das Glück nicht auf der Seite des Underdogs war. So ging es mit einem 15:12 für Berlin in die Kabinen.

Da zeitgleich die beiden Abstiegskonkurrenten knapp führten, konnte dem TVH nun also wirklich nur noch ein Handballwunder helfen. Doch Berlins Milde erwies sich direkt nach Wiederbeginn mit zwei Treffern gleich als Spielverderber. Da zudem Stochl weiter seinen Job machte und Wiede als Kopf des Füchse-Spieles nicht auszuschalten war, konnten die TVH-Handballer nicht näher als auf drei Tore heran kommen. So nach einem Doppelschlag von Tobias Hahn und Ragnar Jóhannsson zum 16:19 (41.) oder beim 19:22 durch Moritz Lambrecht in Unterzahl ins leere Berliner Tor (49.).

»Wir sind alle Realisten. Wir wussten, dass es sehr schwer wird, wenn wir nicht einmal in Führung gehen«, analysierte Dominik Mappes nach seinem letzten Spiel für seinen Heimatverein. Denn die Füchse hatten, trotz etlicher Ausfälle, immer noch genügend Qualität, um die »Bundesliga-Gallier« nicht noch näher heran kommen zu lassen und Gefahr zu laufen, dass das Spiel doch noch kippen könnte. Die Füchse machten mit einem Kempa-Tor von Bjarki Elisson nach Wiede-Anspiel und einem Tempogegenstoß von Mattias Zachrisson humorlos zum 27:20 fünf Minuten vor dem Ende den Sack zu. Der letzte Hüttenberger Treffer zum 23:28 war nicht nur der Schlusspunkt des Spieles, sondern auch schon ein wenig der Weg in die TVH-Zukunft, denn Johannes Klein zeichnete mit einem Unterarmtreffer dafür verantwortlich.

TVH-Trainer Emir Kurtagic wollte seiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. »Wir haben gut gespielt und alles gegeben. Die Chance war heute noch einmal da. Aber wir nutzen unsere Gelegenheiten nicht und dann wird es sehr, sehr schwer. Zumal Berlin dadurch mehr Sicherheit bekommen hat.«

Aber auch ein Sensationssieg hätte in Anbetracht des Ludwigshafener Heimerfolges über Erlangen nicht zum Klassenerhalt gereicht.

Berlin: Heinevetter, Stochl; Wiede (4), Elisson (2), Milde (6), Vukovic (3), Struck (1), Gojun, Schauer, Akakpo, Lindberg (3/2), Zachrisson (5), Urios Gonzales (1), Schmidt (1), Reisky, Koch (2).

Hüttenberg: Ritschel, Schomburg; Sklenák (4), Wörner, Lambrecht (1), Wernig (4/2), Rompf (2), Zörb (1), Fernandes, Jóhannsson (5), Klein (1), Roth, Mappes (3), Hofmann, Hahn (2/1), Lauer

Stenogramm / SR: Immel/Klein (Tönisvorst/Ratingen) – Zuschauer: 8871 – Zeitstrafen: 6 – 4 (Strafminuten) – Siebenmeter: 2/2:5/3.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Dominik Mappes
  • Fernsehen
  • Handball
  • Hans Lindberg
  • Kapitel
  • TV 05/07 Hüttenberg
  • Tobias Hahn
  • TuS N-Lübbecke
  • Wunder
  • Markus Röhrsheim
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 20 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.