12. Mai 2018, 15:40 Uhr

TV 05/07 Hüttenberg

Kampf ums Überleben

Kann der TV 05/07 Hüttenberg die Hoffnungen auf den Bundesliga-Klassenerhalt am Leben erhalten? Nach den nun anstehenden drei Heimspielen in Folge dürfte diese Frage beantwortet sein.
12. Mai 2018, 15:40 Uhr
Das erste von drei Heim-Endspielen in Serie steht für Trainer Emir Kurtagic, Kapitän Mathias Ritschel und den TV 05/07 Hüttenberg am Sonntag in der Handball-Bundesliga gegen den TBV Lemgo an. (Foto: Friedrich)

TV 05/07 Hüttenberg


Denn dass der Aufsteiger am letzten Spieltag bei den noch mitten im Kampf um die internationalen Plätze steckenden Füchsen Berlin punktet, ist eher nicht zu erwarten. Den Anfang der so bedeutsamen Heimserie macht dabei das Gastspiel des TBV Lemgo am Sonntag um 12.30 Uhr in der Gießener Sporthalle Ost. Dann gilt es für die Kurtagic-Truppe.

Die Ausgangslage: Hüttenberg muss! Nach den beiden Niederlagen gegen Erlangen und beim Abstiegskonkurrenten in Ludwigshafen ist man auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht. Trotzdem besteht aufgrund von nur zwei Punkten Abstand zwischen den letzten vier Rängen weiterhin Hoffnung. Waren die letzten beiden Gegner im Vorfeld zumindest in die Kategorie schlagbar einzustufen, so kommt nun mit dem aktuellen Rangneunten eine Mannschaft, die mit der HSG Wetzlar und FrischAuf Göppingen eigentlich nur noch um das Ziel einstelliger Tabellenplatz streitet.

»Die Stimmung in der Mannschaft ist weiter erstaunlich gut. Wir trainieren sehr gut und die Jungs machen nicht den Eindruck, dass sie verkrampfen«, sieht TVH-Trainer Emir Kurtagic nicht, dass seine Mannschaft zu sehr unter Druck steht. »Für mich ist es sowieso einfach. Ich habe nach dem Sieg in Melsungen schon gesagt, dass wir durchaus auch die restlichen Spiele der Saison verlieren können«, hält sich der 37-Jährige bodenständig aus allen Hochrechungen und Eventualitäten heraus. Zumal er weiß: »Der Spielverlauf ist erst einmal abhängig von uns selber. Klar beeinflusst der Gegner das auch. Aber unsere Leistung ist wichtig. Die muss in allen Teilbereichen stimmen. Das war in Ludwigshafen ganz klar nicht gut. Gegen den TBV Lemgo muss es anders sein.«

Das Hinrundenspiel : Absolut unglücklich mussten sich die Blau-Roten nach einer guten Partie im Lipperland mit 30:31 geschlagen geben. Und nach dem Schlusspfiff folgte der nächste Niederschlag, als der sofortige Weggang von Aufstiegstrainer Aðalsteinn Eyjólfsson zum Ligakonkurrenten HC Erlangen bekannt wurde. Neben dem Isländer sind am Sonntag aber auch noch weitere prägende Akteure der Vorrunden-Partie nicht dabei. Beim TVH war dies Linkshänder Vladan Lipovina, der in der zweiten Halbzeit mit seinen Toren die Hüttenberger, trotz schlechtem Start ins Spiel, auf Auswärtspunkte hoffen ließ, mittlerweile aber schon seit längerer Zeit ausfällt. Auf Lemgoer Seite hielt aber der mittlerweile in Friesenheim spielende Azat Valiullin mit sechs Toren dagegen und hatte einen großen Anteil am Sieg. Genauso wie TBV-Keeper Peter Johannesson, der im Hinrundenspiel noch die Hüttenberger Angreifer teilweise zur Verzweiflung brachte, nun aber aufgrund einer Ellbogenverletzung für den Rest der Saison ausfällt. »Mit Piotr Wyszomirski hat Lemgo aber auch den polnischen Nationaltorhüter im Team. Der ist auch nicht so schlecht«, sieht der Hüttenberger Coach durch diesen Ausfall bei den Gästen keine Schwächung.

Die Formkurve: Der überraschende Sieg in Melsungen verlieh den Träumen mancher Flügel. Die ernüchternden Niederlagen danach führten zum Absturz. Gegen Erlangen verhinderten eigene Unzulänglichkeiten, gepaart mit Schiedsrichterentscheidungen, Zählbares. Die bittere, aber zugleich verdiente Niederlage in Ludwigshafen wirft dagegen Fragen nach den Gründen auf. Hat die Aufregung um die mögliche Sperre gegen Ragnar Jóhannsson zur Verunsicherung geführt? Oder gehen den wenigen Vielspielern beim TVH zum Ende einer kräftezehrenden Saison die Körner aus?

Lemgo, im Niemandsland der Tabelle weit weg vom Abstieg, aber auch von den Europapokal-Plätzen, zieht trotzdem offenbar seine Motivation aus dem Ziel, in der oberen Tabellenhälfte die Saison zu beenden. Dies wäre eine klare Steigerung zu den Platzierungen der Vorjahre (13., 13. und 15.). 8:4 Punkte aus den letzten sechs Spielen und zuletzt zwei Siege in Stuttgart und gegen Göppingen deuten jedenfalls nicht darauf hin, dass die Mannschaft von Trainer Florian Kehrmann die Saison austrudeln lässt. Zumal mit dem TVH und am letzten Spieltag Lübbecke zwei Abstiegskandidaten warten, wo man Zünglein an der Waage sein kann. Und mit einem Sieg in Wetzlar am vorletzten Spieltag könnte man zudem einen Bigpoint gegen einen Tabellennachbarn machen. »Lemgo hat einen Lauf, sie haben Vertrauen. Sie zählen vielleicht zu den positiven Überraschungen der Saison«, bewertet Kurtagic den .

Die Trainer: Emir Kurtagic und Lemgos Trainer Florian Kehrmann, der Weltmeister-Rechtsaußen der Heim-WM 2007, waren letzte Woche gemeinsam beim EHF-Mastercoach-Lehrgang in Hamburg. Nach einer Woche Spielvorbereitung kommt es morgen in der Osthalle zum Wiedersehen. Dort wird dann für 60 Minuten das Gemeinsame aber ruhen.

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