22. April 2018, 22:46 Uhr

Gießen 46ers

Jetzt muss ein Wunder für die Gießen 46ers her

Nun wird es ganz schwer mit den Playoffs in der Basketball-Bundesliga: Das 102:111 der Gießen 46ers gegen Göttingen sorgt dafür, dass die erste Viertelfinalteilnahme in der BBL seit 2005 fast unerreichbar ist.
22. April 2018, 22:46 Uhr
War es das mit den Playoffs in der Basketball-Bundesliga? Benjamin Lischka (l.) und der Rest der Gießen 46ers bedanken sich nach der Heimniederlage gegen die BG Göttingen bei den Fans in der Osthalle. (Foto: Vogel)

Gießen 46ers


Jetzt muss ein Wunder her: Nach der 102:111 (51:56)-Niederlage der Gießen 46ers gegen die BG Göttingen und dem gleichzeitigen Sieg der Frankfurt Skyliners über Brose Bamberg sind die Playoffs in der Basketball-Bundesliga nur noch mit einem absoluten Kraftakt für die Mittelhessen zu erreichen: Drei Siege müssen aus den verbleibenden drei Spielen in Jena und Bremerhaven sowie zu Hause gegen Berlin her, dazu muss der hessische Rivale vom Main alle seine drei Spiele verlieren – und nicht zuletzt dürfen Würzburg und Ulm ebenfalls nicht mehr gewinnen.

Dass diese Rechenspielchen angestellt werden müssen, lag vor allem an der Verteidigung der 46ers am Sonntagnachmittag: In der Osthalle, die an diesem Tag vor allem aufgrund der Temperaturen zur Osthölle wurde, kamen die Gäste aus Niedersachsen vor 3236 Zuschauern immer wieder zu einfachen Körben: 40 Punkte kassierten die Gießener alleine in den letzten zehn Minuten, Göttingen wurde nur zu fünf Ballverlusten gezwungen und konnte deutlich über die Hälfte aller Würfe aus dem Feld verwandeln.

Defense schwach

»Ich bin mit unserer Defense überhaupt nicht zufrieden, um ehrlich zu sein«, ärgerte sich Austin Hollins nach dem Spiel: »Wir haben streckenweise gezeigt, dass wir verteidigen können, aber sind zu oft eingebrochen. Klar hat Göttingen auch schwere Würfe getroffen, aber sie hatten viele einfache Korbleger, freie Schüsse – da haben Dinge nicht gestimmt, und das hat man dann auch auf der Anzeigetafel gesehen: 40 Punkte in einem Viertel zu kassieren, ist nie gut.«

Gießens Trainer Ingo Freyer wollte nicht so harsch über die Defensive seines Teams urteilen: »Klar sehen 111 Punkte viel aus. Aber man kann bei der Verteidigungsleistung nicht nur nach den Punkten gehen, sondern wie die zustande gekommen sind. Da hat Göttingen einfach clever gespielt«, lobte Freyer die Veilchen und bekam Zuspruch von BG-Trainer Johan Roijakkers: »Gießen war vor dem Wochenende die zehntbeste Verteidigungsmannschaft der Liga, wenn man das Defensivrating ansieht – und das ist, was zählt. Sie kassieren viele Punkte, weil sie so schnell spielen. Man darf nicht nur auf die Anzeigetafel gucken, das habe ich auch meinen Spielern vor der Partie gesagt«, verriet der Holländer.

Der konnte sich vor allem bei seinem Guard-Duo Michael Stockton und Brion Rush bedanken: Die beiden Amerikaner waren alleine für 21 Zähler im Schlussabschnitt verantwortlich, in dem die Gäste das Spiel drehten. Spätestens nach Stocktons Dreier zum 102:92, den der Aufbauspieler ausgelassen feierte, war die Partie entschieden – Gießen konnte nichts mehr nachlegen.

Bryant mit Foulproblemen

Das lag auch daran, dass 46ers-Kapitän John Bryant schon recht früh auf der Bank Platz nehmen musste: In der ersten Hälfte war der Center überragend, kam allein in den ersten 20 Minuten auf 22 Punkte, neun Rebounds und drei Blocks.

Doch Foulprobleme hinderten den MVP-Kandidaten daran, in der Schlussphase für seine Mannschaft Verantwortung zu übernehmen: Zweieinhalb Minuten vor dem Ende beendete ein Offensivfoul den Arbeitstag des 2,11-Meter-Hünen. Gießen sollte es nicht mehr schaffen, die fünf Punkte Rückstand, die zu diesem Zeitpunkt zu verzeichnen waren, noch zu unterschreiten. Anstatt unter dem Korb die Vorteile, die Bryant mit sich bringt, ausnutzen zu können, mussten die 46ers zusehen, wie Göttingen am Ende feierte.

Mit einer fast nicht mehr machbaren Hürde zwischen sich und einem Platz unter den ersten Acht nach Ende der Hauptrunde können die Gießen 46ers in den letzten drei Spielen der BBL-Saison ohne Druck frei aufspielen: Wenn es nicht mehr für die Playoffs reichen sollte, steht unter dem Strich in jedem Fall eine erfolgreiche Saison nach dem Umbruch im vergangenen Sommer. Und sollte es, wie durch ein Wunder, doch noch klappen, zum ersten Mal seit 13 Jahren wieder das Viertelfinale in der ersten Liga zu erreichen, wären die Spieler durch ein Stahlbad gegangen, das ihnen gegen die vermeintlich übermächtigen Gegner in den Playoffs sicher helfen würde.

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