26. August 2018, 21:37 Uhr

Premieriensieg

Ivanisevic hält, Rubin trifft

Es klingt platt, stimmt aber: Hauptsache gewonnen! Die HSG Wetzlar ist mit einem 24:21-Heimerfolg über Neuling SG BBM Bietigheim in die Saison 2018/19 der Handball-Bundesliga gestartet.
26. August 2018, 21:37 Uhr

HSG Wetzlar


Besser als Stefan Kneer konnte man die Partie der HSG Wetzlar gegen die SG BBM Bietigheim kaum beschreiben. »Am Ende war es nicht gut und nicht schön, aber erfolgreich.« Mit 24:21 (10:10) hatten die Grün-Weißen im von beiden Seiten nervös geführten Saisonauftakt die Nase vorn.

Wetzlars Trainer Kai Wandschneider begann mit Neuzugang Tibor Ivanisevic im Tor, der sich in der ersten Halbzeit mit neun Paraden bestens beim Wetzlarer Publikum einführte. Im Angriff besetzte die skandinavische Flügelzange Kristian Björnsen und Emil Frend Öfors die Positionen, während Anton Lindskog am Kreis begann. Im Rückraum zog zunächst Filip Mirkulovski die Fäden, links neben ihm durfte Lenny Rubin beginnen, auf der rechten Seite Stefan Cavor. In der Abwehr setzte die HSG auf das bewährte Schweden-Duo Lindskog/Olle Forsell Schefvert, der mit Mirkulovski wechselte.

Und vor allem der HSG-Mittelblock machte vermehrt auf sich aufmerksam. Nach dem Einstieg mit zwei erfolgreichen Blocks gegen Vetle Rönningen und Jonas Link sorgten Lindskog/Forseel-Schefvert immer wieder dafür, dass Ivanisevic hinten die Bälle zu fassen bekam. Dennoch dauerte es lange, bis beide Mannschaften ihre Nervosität einigermaßen ablegen konnten. Rubin versenkte die Kugel zum 2:2 und zeigte dabei sein ganzes technisches Vermögen. Der Neuzugang aus der Schweiz stieg mit erhobenem Arm hoch, um ihn dann als Unterarmwurf um den blockenden Gegner herumzuziehen. Wetzlar ging zwei Minuten später durch Forsell-Schefvert, nach erneutem Block, mit 4:2 in Führung und konnte diese zunächst halten. Bietigheim ließ sich von den Negativerlebnissen im Angriff jedoch kaum aus der Ruhe bringen und hatte beim 7:7 in der 24. Minute wieder ausgeglichen.

Problemzone im grün-weißen Spiel war die rechte Seite, auf der weder Cavor noch Ferraz zur Normalform fanden. Im Angriff wirkungslos und mit mehreren Fehlwürfen, in der Abwehr zu oft auf verlorenem oder falschem Posten. Immer wieder stürzten sich die BBM-Rückraumlinken auf deren Seite ins Getümmel und ließen die Wetzlarer im Regen stehen. So schepperte es auf dieser Seite immer wieder, so dass sich Gäste-Kanonier Robin Haller mit sechs Treffern hervortat.

HSG-Kapitän Mirkulovski brachte die Leistung seiner Mannschaft auf den Punkt: »Das erste Spiel zu Hause ist immer schwer, da ist man immer nervös. Wir haben in der ersten Halbzeit zu statisch gespielt, ohne Bewegung. In der zweiten Hälfte war das besser. Ich hoffe, wir machen das im nächsten Spiel noch besser.«

Mit einem Doppelpack vom stark aufspielenden Lenny Rubin ging es nach dem Pausen-10:10 weiter und Wetzlar erhöhte in der 39. Minute durch Björnsen gar auf 17:14. Aber: »Als wir in der zweiten Halbzeit gut reingekommen sind, haben wir es nicht geschafft, früher den Sack zuzumachen«, bemängelte Kneer. Folgerichtig glichen die nie aufgebenden Bietigheimer beim 19:19 von Dominik Claus aus.

Höchste Zeit, dass Torhüter-Neuzugang Ivanisevic, der zu Beginn der zweiten Hälfte kaum einen Ball bekam, die Kiste wieder zunagelte und seinen Vorderleuten den Rücken freihielt. Diese bedankten sich mit Gegenstoßtoren und der 22:19-Führung, denn »wir haben vorne teilweise viel zu statisch gespielt und hatten große Probleme mit der verkappten 4:2-Abwehr von Bietigheim«, musste Kneer eingestehen.

So blieb das Spiel letztlich bis zum 23:20 (55.) von Mirkulovski spannend. Dem platzte zu diesem Zeitpunkt gepflegt der Kragen, sodass er nach eingehendem Studium seiner Nebenleute selbst ins Eins gegen Eins ging und für die Entscheidung sorgte. Nach einem Block von Lindskog gegen Patrick Weber und dem darauf folgenden Gegenstoßtor von Björnsen zum 24:20 gelang den Gästen nur mehr noch das 21. Tor per Siebenmeter. Die letzte Aktion gehörte wiederum dem Wetzlarer Mittelblock, der auch den letzten Wurf von Bietigheim ins Nirwana lenkte.

»Kompliment an Bietigheim, die haben uns heute alles abverlangt«, sagte HSG-Trainer Kai Wandschneider. »Das war heute ein Spiel, das man unter mentaler Sicht betrachten muss. Wir haben uns im Angriff unglaublich schwer getan, obwohl wir nur acht technische Fehler gemacht haben. Aber wir hatten in der ersten Halbzeit schon neun Fehlwürfe. Dafür hatten wir einen sensationellen Einstand von Lenny Rubin und Tibor Ivanisevic im Tor.«

Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic; Hermann, Kneer, Björnsen (4), Ferraz (2), Mirkulovski (2), Schreiber, Torbrügge, Weissgerber, Frend Öfors (4), Holst (3/3), Forsell Schefvert (1), Rubin (8), Lindskog, Cavor.

Bietigheim: Ebner, Müller; Haller (6), Rentschler (5), Claus (1), Schäfer, Schmidt (2/2), Oeler, Rönningen (1), Link (1), Asmuth, Döll (3), Schwarz, Weber (1), Marcec (1), Fischer.

Stenogramm / Schiedsrichter: Grobe/Kinzel (Braunschweig/Bochum). – Zuschauer: 3804. – Zeitstrafen: 6:8 Min. – Siebenmeter: 4/3:3/2.

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