06. September 2018, 17:37 Uhr

Kickers Offenbach

Insolvenz verschleppt

06. September 2018, 17:37 Uhr

Die drei ehemaligen Geschäftsführer haben im Strafprozess um die Insolvenzverschleppung bei der Kickers Offenbach GmbH vor dem Landgericht Darmstadt Geständnisse abgelegt. Die Offenbacher Kickers (OFC) hatten 2010 ihre Profiabteilung in die Fußball GmbH ausgelagert. Allerdings war diese GmbH laut Staatsanwaltschaft von Beginn an nicht solvent. Zudem sollen Umsatz-, Einkommens- und Gewerbesteuern in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro hinterzogen und Sozialbeiträge verspätet bezahlt worden sein.

Die drei Angeklagten erklärten, zu gestehen und die Angebote des Gerichts anzunehmen, die die Kammer gemacht hatte, um das Verfahren zu beschleunigen. Das Gericht reduzierte die Geldauflagen für zwei Angeklagte. Thomas K. (56, Geschäftsführer von 2010 bis Juli 2012) und Jörg H. (50, Finanz- und Lohnbuchhalter der GmbH sowie Geschäftsführer von Juli 2012 bis 31. Oktober 2012) hatten erfolgreich darauf hingewiesen, schon Wiedergutmachungen gezahlt zu haben.

»Mir ist heute klar, dass ich das alles hätte früher erkennen sollen«, sagte Daniel F. (34). Er war Geschäftsführer vom 1. November 2012 bis zum Insolvenzantrag am 7. Juni 2013 und dann bis Januar 2016. Das Verfahren gegen Daniel F. wurde nach seinem Geständnis gemäß der Absprache gegen 10 000 Euro Geldauflage eingestellt.

»Ich habe geglaubt, dass für den Fußball andere Gesetze gelten«, gab Thomas K. zu. Er war Vizepräsident und GmbH-Geschäftsführer von der Gründung im Jahr 2010 bis Juli 2012. Er erinnerte daran, dass der Verein im Jahr 2000 rund 2,3 Millionen Euro Schulden gehabt habe, aber 2007 schuldenfrei gewesen sei, weil er in der 2. Liga spielte. Jörg H. räumte ein, er hätte schon 2010 seine Schlüsse ziehen müssen, da er die Buchhaltung kannte. »Wir sind davon ausgegangen, dass, wenn das Stadion fertig ist, es für uns eine Erlösung gibt«, erklärte er mit Verweis auf dem Neubau des Fußballstadions in Offenbach. Das Stadion hatten weitgehend die Stadt Offenbach und das Land Hessen bezahlt. Aber sie hätten verlangt, dass die Profi-Abteilung in die GmbH ausgelagert werde, so Thomas K. Und dass die GmbH die »baubegleitenden Nebenkosten« übernehme. »Worauf wir nicht hätten eingehen sollen«, so Thomas K.

Sollten sich in der Hauptverhandlung nicht neue Tatsachen und Wendungen ergeben, erwarten die verbleibenden zwei Angeklagten folgende Strafen: 15 bis 24 Monate zur Bewährung und 10 000 Euro Bewährungsauflage für Thomas K. Mit zwölf bis 21 Monaten zur Bewährung plus 5000 Euro Bewährungsauflage kann Jörg H. rechnen.

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