19. Februar 2018, 06:25 Uhr

Schlusslicht

Hüttenberger 3:2:1-Deckung verliert Schrecken

Beim 28:35 bei GWD Minden wackelt die Abwehr des TV 05/07 Hüttenberg zu stark, auch weil die personellen Optionen fehlen.
19. Februar 2018, 06:25 Uhr
Mindens Magnus Gullerud (21) trifft per Gegenstoß gegen Hüttenbergs am Saisonende scheidenden Keeper Matthias Ritschel. (Foto: Meier)

TV 05/07 Hüttenberg


Der TV 05/07 Hüttenberg verbleibt am Tabellenende der Handball-Bundesliga. Am 21. Spieltag gingen die Mittelhessen bei der 28:35 (14:17)-Niederlage bei GWD Minden erneut leer aus und mussten sich mal wieder zugestehen, dass man nicht an einem übermäßigen Gegner, sondern auch an sich selbst gescheitert war.

»Es ist nicht viel,« hatte Trainer Emir Kurtagic richtigerweise in seiner letzten Auszeit gut zehn Minuten vor Ende seinen Mannen aufbauend mit auf den Weg gegeben. Doch da stand es schon 29:22 für die Gastgeber. Im Anschluss daran verkürzte zwar erneut die starke Achse Tomáš Sklenák/Moritz Zörb und der besten Schütze des Nachmittags, Dominik Mappes, nochmal etwas. Doch Minden ließ sich das Spiel nicht mehr aus der Hand nehmen. Zumal ihnen eine doppelte Überzahl in der Schlussphase dieses Unterfangen erleichterte.

Nicht viel. Denn eigentlich waren es in Minden erneut nur zwei zentrale Punkte, die den Unterschied spielentscheindend ausmachten. Zum einen fehlte dem TVH die Torhüterleistung. »Jeder Schuss war ein Treffer«, hielt Dominik Mappes nach Spielende fest, nahm dabei aber auch die Deckung mit in die Pflicht. »Wir haben nicht gut gestanden. 28 Auswärtstore sind gut. Aber wir dürfen keine 35 Gegentreffer bekommen.« Fakt sind allerdings nur vier gehaltene Bälle in 60 Minuten von Kapitän Matthias Ritschel. Eine Quote von 15 Prozent reicht nicht in dieser Liga.

Zudem erlaubte sich der Aufsteiger immer mal wieder und in der Summe zu viele einfache Fehler oder scheiterte speziell in der zweiten Hälfte am zur Pause gekommenen Kim Sonne-Hansen im GWD-Tor, der alleine in diesen 30 Minuten neun Bälle entschärfte.

Schon der Start ins Spiel verlief zwar nicht so desaströs wie im Hinspiel, trotzdem musste Emir Kurtagic bereits in der achten Minute zur ersten Auszeit bitten. Denn nach der 4:3-Führung durch einen Tempogegenstoß von Moritz Lambrecht stand es da 6:4 für GWD und der TVH hatte bereits den vierten Treffer durch einen Mindener Schnellangriff gefangen. Auch Kurtagic hatte diesen Missstand natürlich erkannt und mahnte zu mehr Geduld und besser strukturiertem Rückzugsverhalten.

Die Geduld kam mit der Hereinnahme von Sklenák auch langsam in den Angriff. So stellte der TVH beim 7:8 (Zörb), 9:10 und 10:11, jeweils durch Mappes, den Anschluss her und konnte in der 24. Minute durch Tore von Kreisläufer Moritz Zörb und des Halbrechten Ragnar Jóhannsson beim 12:12 sogar wieder ausgleichen. Doch einen besseren Halbzeitstand als der 14:17-Rückstand verhinderten ein vergebener Strafwurf von Daniel Wernig sowie eine Strafzeit gegen Tobias Hahn. Sechs Gegenstoß-Treffer, die Mindener Waffe vor der Kurtagic eindringlich gewarnt hatte, machten bis dahin den Unterschied.

Die Gastgeber erhöhten direkt nach Wiederbeginn auf 19:14. Doch der TVH nutzte eine Mindener Zeitstrafe durch ein Kempa-Tor von Mappes auf Wernig-Pass und Christian Rompf, der einen Fehlpass abfing und gedankenschnell im durch die Unterzahl verwaisten GWD-Tor unterbrachte zum 17:19-Anschluss in der 36. Minute.

Sollte Hüttenberg in Minden endlich wieder punkten können? Nein, denn die Ostwestfalen konnten sich speziell auf die individuelle Klasse ihrer Rückraum-Reihe Marian Michalczik, Christoffer Rambo und speziell des starken Mittelmannes Sören Südmeier verlassen. Gepaart mit den nun ansteigenden Hüttenberger Fehlern (»Am Ende hat leider etwas die Kraft gefehlt,« Mappes) konnte sich Minden aber schnell wieder auf 27:21 durch Michalczik absetzen und hatte so eine Viertelstunde vor dem Ende die Vorentscheidung herbei geführt.

»In der Hinrunde war der Angriff das Manko. Das läuft nun besser. Aber wir müssen hinten besser stehen«, lautete das Fazit von Dominik Mappes. Die berühmt-berüchtigte 3:2:1-Abwehr verliert ihren Schrecken. Trainer Kurtagic ergänzte. »Wir haben nicht so viel verkehrt gemacht und waren mehrmals in Schlagdistanz. Aber in dieser Liga wird jeder Fehler brutal bestraft. Zudem können wir mit unserem angeschlagenen Kader nicht das Niveau über 60 Minuten halten«, erinnerte Kurtagic an die Ausfälle von Vladan Lipovina und Szymon Sicko.

Minden: Christensen, Sonne-Hansen; Mansson (3), Rambo (4), Korte (4), Südmeier (7), Pusica, Gullerud (3), Michalczik (5), Kister, Svitlica (5), Doder, Bilbija, Zvizej (4/3).

Hüttenberg: Ritschel, Schomburg; Stefan, Sklenák (3), Wörner, Lambrecht (2), Wernig (2/1), Lauer, Rompf (1), Zörb (5), Fernandes (2), Jóhannsson (5), Roth, Mappes (8), Hofmann, Hahn.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Brodbeck/Reich (Metzingen). – Zuschauer: 2720. – Zeitstrafen: 8:12 Minuten. – Siebenmeter: 3/3:2/1.

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