28. April 2018, 16:00 Uhr

Kellerduell

Hüttenberg wittert Morgenluft

Handball-Bundesligist TV 05/07 Hüttenberg kann am Sonntag mit Ragnar Johannsson das Abstiegsduell bei den Eulen Ludwigshafen bestreiten.
28. April 2018, 16:00 Uhr
Ragnar Jóhannsson kann nach seinem »Freispruch« am Sonntag für den TV 05/07 Hüttenberg im Abstiegsduell bei den Eulen Ludwigshafen mitwirken. (Foto: ras)

TV 05/07 Hüttenberg


Es wird immer enger am Tabellenende in der Handball-Bundesliga. Und da nur noch fünf Spiele zu absolvieren sind, kann nun jeder Punkt der am Ende entscheidende sein. Der Tabellenletzte, Die Eulen Ludwigshafen, haben sich mit dem ersten Auswärtssieg am letzten Spieltag in Lübbecke bis auf einen Punkt sowohl an den Gegner als auch an den TV 05/07 Hüttenberg herangeschoben. Der Sieger der Begegnung am Sonntag um 12.30 Uhr in Ludwigshafen wird daher zumindest vorübergehend die Abstiegsplätze verlassen, da der TuS N-Lübbecke am Wochenende nicht im Einsatz ist.

Der letzte Spieltag: Während Ludwigshafen mit dem Siegtreffer vier Sekunden vor dem Schlusspfiff bewies, dass es in einem absoluten Muss-Spiel die Big Points machen kann, lief beim TVH am letzten Sonntag vieles falsch. Mit nur fünf Paraden eine in diesem Spiel nicht erstligataugliche Torhüterleistung und eine – eigentlich schon abgestellt geglaubte– Abschlussschwäche waren die Gründe, warum die Punkte nicht eingefahren werden konnten. Da zudem noch zwei krasse, den Spielverlauf klar beeinflussende Schiedsrichter-Entscheidungen mit den Platzverweisen gegen Moritz Lambrecht und Ragnar Jóhannsson dazukamen, ging das Duell gegen Ex-Trainer Aôalsteinn Eyjólfsson und seine Erlanger verloren. »Ganz ehrlich gesagt, habe ich das Spiel noch nicht verdaut«, macht TVH-Trainer Emir Kurtagic aus seinem Herzen keine Mördergrube. »Das ist sehr bitter, was da abgelaufen ist. Das hat eine sehr große Welle erzeugt und Auswirkungen auf die ganze Saison. Auf die 29 Spiele, in denen wir gekämpft haben und auf die noch fünf vor uns, in denen wir genauso kämpfen werden. Vielleicht haben wir halt etwas mehr Pech.«

Wie geht es Ragnar Jóhannsson? »Der Cut wurde am Samstag noch genäht. Die Hand ist noch leicht geschwollen, aber es ist einigermaßen okay. Ich denke schon, dass er am Sonntag spielen könnte«, berichtete Kurtagic über den Gesundheitszustand seines Linkshänders noch am Donnerstag Mittag. Am Abend dann die erlösende Gewissheit. Der Isländer wurde vor der zweiten Kammer des Bundesportgerichts in Frankfurt am Main frei gesprochen (wir berichteten). Der Rückraumrechte wird also nicht für ein Spiel gesperrt. »Schlimmer hat es natürlich Andreas Schröder erwischt. Das tut uns sehr leid. Ich habe mit meinem ehemaligen Spieler telefoniert und er hat gesagt, dass er Ragnar null Absicht unterstellt. Das ist auch wichtig für Ragnar, dass er es so beurteilt«, berichtet der Trainer, dass die Verletzung seines Gegenspielers den Linkshänder natürlich beschäftigt. Kurtagic kann somit auf seinen in Abwehr und Angriff immens wichtigen Halbrechten bauen.

Die Alternativen: Natürlich hat sich der TVH-Coach Gedanken über Alternativen für den Fall der Fälle gemacht. »Wir können dann phasenweise unsere beiden Rechtsaußen auf der Halbposition spielen lassen. Aber auch Jan Wörner hat zuletzt gut trainiert, was ihm hoffentlich Selbstvertrauen gibt.« Zudem stand Juniorennationalspieler Merlin Fuß Gewehr bei Fuß. Kurtagic weiß aber nur zu gut, dass der 27-jährige Jóhannsson in Normalform am Sonntag ein Faktor sein kann. Denn nun ist man »an dem Punkt der Saison angekommen, wo es um jeden Ball, jeden Zentimeter geht. Trotz aller Querelen dürfen wir uns nicht verunsichern lassen.«

Der Gegner: »Wenn alles normal wäre, ist es das Spiel mit den größten Chancen für uns im Saisonendspurt«, lautet die Einschätzung von Kurtagic. Wohlwissend, dass der Trubel der letzten Tage diese Normalität gestört hat. »Aber Ludwigshafen hat mit dem Sieg in Lübbecke Blut geleckt und ist damit auch wieder zurück im Kampf gegen den Abstieg. Sie haben viel investiert und verfolgen auch ihre Ziele.«

Dazu gehörte auch die personelle Nachrüstung in der EM-Pause, in der man die Rückraumspieler Azat Valiullin, in Lübbecke achtfacher Torschütze, und Patrik Hrušcák genauso nachverpflichtete wie den Ex-Wetzlarer Torhüter Stefan Hanemann. Zudem ist Ludwigshafen heimstark. Acht der bisher elf Zähler holten die Eulen zu Hause. Unter anderem die HSG Wetzlar blieb Mitte März punktlos in der Friedrich-Ebert-Halle, als man nach einer souveränen Führung im letzten Spieldrittel einbrach. Trainer Benjamin Matschke hat nach dem Sieg in Lübbecke bereits vorausschauend auf das Hüttenberg-Spiel gesagt: »Das ist das einzige Spiel der ganzen Saison, in das wir als Favorit gehen.« Mal sehen, wie seine Mannschaft mit dieser ungewohnten Rolle zu Recht kommt.

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