30. April 2018, 07:10 Uhr

Rückschlag

Hüttenberg verliert Abstiegsduell

Der TV 05/07 Hüttenberg hat bei den Eulen Ludwigshafen mit 28:32 verloren und ist im Bundesliga-Existenzkampf wieder auf den letzten tabellenplatz abgerutscht.
30. April 2018, 07:10 Uhr
Gekämpft, gerackert – aber doch verloren: Hüttenbergs Mario Fernandes (17) gibt alles gegen Gunnar Dietrich (Ludwigshafen). (Foto: Thürmer)

TV 05/07 Hüttenberg


Vier Spieltage vor dem Saisonende ist die Rote Laterne der Handball-Bundesliga beim TV 05/07 Hüttenberg. Im von Gastgeber-Seite zum Endspiel ausgerufenen Kellerduell der beiden Schlusslichter setzten sich Die Eulen Ludwigshafen mit 32:28 (16:12) durch und sprangen damit vom Tabellenende auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz. Der TVH dagegen verpasste nicht nur diesen Sprung, sondern auch die große Gelegenheit, den Gegner schon entscheidend auf drei Punkte zu distanzieren.

Ludwigshafen demonstrierte von Anfang an, dass man dieses Spiel, auch aufgrund des Restprogrammes, unbedingt gewinnen musste. Die mittelhessischen Gäste dagegen wirkten nicht nur im Angriff vorerst sehr gehemmt, sondern bekamen auch in der Deckung keinen Zugriff auf den Gegner. Dementsprechend analysierte TVH-Trainer Emir Kurtagic in seiner ersten Auszeit zu Recht »Wir spielen keine Abwehr. Wir helfen uns nicht. Wir spielen nicht unser Spiel.«

Zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 9:5 für die Hausherren, nachdem Gunnar Dietrich aus der Mitte getroffen hatte. Der lange Halblinke und sein Partner auf dieser Position, Azat Valiullin, kamen insgesamt auf zehn Tore. Einfache Tore, die dem TVH-Spiel ebenfalls fehlten. »Wir hatten heute natürlich auch das Glück des Schützen. Wir haben fünf Tore gemacht, indem unser Schütze hinter einem Vierer-Block hoch gestiegen ist«, hatte Eulen-Trainer Benjamin Matschke diese Waffe im Vorfeld mit seiner Mannschaft einstudiert.

Hüttenbergs Auszeit war allerdings nicht von Erfolg gekrönt, sondern die Hausherren zogen sogar auf 11:5 weg. Auch, da Moritz Zörb nur kurz nach seiner Einwechselung mit einer Roten Karte aus dem Spiel musste und im Angriff speziell Ragnar Jóhannsson neben sich stand. »Das war keine Nervosität bei uns. Die Geschehnisse der letzten Woche sind nicht spurlos an uns vorbei gegangen. Gerade Ragnar hat es natürlich mitgenommen, dass ihm etwas vorgeworfen wurde, was er nicht getan hat«, hatte Kurtagic die überzogenen Feldverweise gegen Moritz Lambrecht und den Isländer (Sky-Experte Stefan Kretschmar: »Die Situation war spielentscheidend.«) als Ursache ausgemacht.

Torwart Matthias Ritschel, der schon zu Beginn mit zwei Paraden bei Tempogegenstößen geglänzt hatte, brachte seine Mannschaft bei Überzahl mit einem Wurf ins leere Tor auf 7:11 in der 22. Minute heran. Doch Ludwigshafen erhöhte wieder auf 16:10, ehe die Blau-Weiß-Roten durch Jóhannssons erstes Tor und Daniel Wernig auf 12:16 verkürzten.

Hüttenberg konnte zwar nach Wiederbeginn mehrmals, so wie beim 16:19 in der 37. Minute durch Christian Rompf verkürzen. Da der Linksaußen aber im nächsten Angriff nur die Latte traf und auch ansonsten immer wieder Fehler im Hüttenberger Angriffsspiel passierten, kam man erst in der 46. Minute beim 21:23 durch Ragnar Jóhannsson wieder einmal auf zwei Tore heran.

Sollte der TVH in der Schlussviertelstunde doch noch das Spiel drehen können? Der überragende Eulen-Halbrechte David Schmidt beantwortete diese Frage mit seinen drei Toren zum 26:23, 27:24 und 28:24 (52.). Insgesamt neun Treffer konnte der Linkshänder verbuchen, da er immer wieder clever auf seiner Position isoliert wurde und diesen Platz nutzte, um sich im Eins-gegen-eins-Spiel durchzusetzen. Da zudem Kevin Klier bei seiner einzigen Aktion einen Siebenmeter von Daniel Wernig parierte und Ludwigshafen sich weiter auf die einfachen Tore seines 2,07-Meter-Riesen Azat Valiullin verlassen konnte, verpuffte der letzte Hüttenberger Versuch mit einer sich weiter öffnenden Deckung.

Emir Kurtagic hatte noch vor der Partie im Sky-Interview gesagt. »Wir müssen vom Kopf her bereit sein für dieses Spiel.« Dem war aber leider nicht so. »Wir haben zu schlecht gedeckt und zu einfache Tore be-kommen. Wir waren heute nicht gut. Der Gegner war nicht viel besser, aber abgeklärter. Das war von uns seit langem eine richtige schlechte Leistung in der Abwehr«, analysierte der 37-Jährige nach Spielende trefflich. »Wir müssen das hier verarbeiten. Dazu haben wir jetzt zwei Wochen Zeit. Dann müssen wir es besser machen als heute.«

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