09. Dezember 2017, 12:30 Uhr

Abstiegskampf

Hüttenberg muss Emotionen wecken

Der TV 05/07 Hüttenberg und TuS N-Lübbecke stehen sich im Kellerduell der Handball-Bundesliga gegenüber. Nachfolgend der Teamvergleich vor dem 20.30-Uhr-Anpfiff heute in Gießen.
09. Dezember 2017, 12:30 Uhr
Christian Rompf (links) und Mario Fernandes (daneben) blocken beim historischen Aufstiegs-25:19 am 10. Juni dieses Jahres den Wurf des Nettelstedter Rückraumschützen Kenji Hövels. (Foto: Imago)

TV 05/07 Hüttenberg


Heute Abend zählt es. Ab 20.30 Uhr müssen die Bundesliga-Handballer des TV 05/07 Hüttenberg 100 Prozent und mehr geben. Und alle TVH-Fans müssen in der Gießener Sporthalle Ost ebenfalls zeigen, dass sie alles dafür tun, damit der Traum vom Erstliga-Handball weiter lebt. Denn es kommt zum Aufeinandertreffen der beiden Tabellen-Schlusslichter. Die Handballer aus dem Handkäsedorf empfangen als mittlerweile Tabellenletzter den nur einen Punkt besser stehenden Mitaufsteiger TuS N-Lübbecke. Ein Sieg ist nicht nur unabdingbar, um die rote Laterne wieder abzugeben, sondern auch, um nicht schon zur Saisonhälfte langsam den Anschluss zu verlieren. Unser AZ-Check zeigt, wie wahrscheinlich ein Sieg heute ist:

Defensive – Die Stärke des TuS. Die kompakte und körperlich sehr robuste Deckung hat mit bisher 408 Toren weniger Gegentore als zum Beispiel die Mittelfeldteams aus Lemgo und Minden zugelassen. Die TVH-Deckung dagegen hat noch deutliche Schwierigkeiten, sich an die Qualität und Geschwindigkeit der neuen Liga zu gewöhnen und ist daher aktuell die schlechteste. Auffällig dabei die vielen Tore aus Strafwürfen oder die, die man über die Außenpositionen hinnehmen musste. Das Plus der Gäste resultiert aber auch aus der Torhüterleistung. Der Ungar Peter Tatai und Junioren-Nationaltorhüter Joel Birlehm, der im Sommer vom Nachbarn GWD Minden kam, konnten bisher gut fünf Prozent mehr Bälle abwehren als ihre Hüttenberger Kollegen Matthias Ritschel und Fabian Schomburg, denen nach gutem Saisonstart ein bisschen die Konstanz fehlt. Vorteil Nettelstedt.

Offensive – Hier hat Hüttenberg in den bisherigen 15 Spielen im Schnitt drei Tore mehr erzielt als die Gäste und ist fast auf dem Level von Nachbar HSG Wetzlar, dem aktuellen Rang-9. Besonders im Schnellangriff haben die Mittelhessen klar die Nase vorne und auf diesem Weg mehr als doppelt so viele Tore erzielen können. Kein Wunder also, dass mit Vladan Lipovina (70), Daniel Wernig (62/31) und Dominik Mappes (56/6) drei Hüttenberger in der Torschützenliste vor den besten Nettelstedter Schützen Marko Bagaric (55), Pontus Zettermann (53/20) und Jens Bechtloff (46/11) rangieren. Da zudem die bislang 50 Assists von Mappes nur von Andy Schmid und Fabian Wiede übertroffen werden: Vorteil Hüttenberg.

Formkurve – Sechs punktlose Partien sprechen nicht gerade für die Blau-Roten, denen nach der Ein-Tore-Niederlage in Lemgo im letzten Spiel unter Adalstein Eyjolfsson zumindest in der ersten Partie mit Emir Kurtagic auf der Bank zu Hause gegen Stuttgart die Verunsicherung durch die neue Situation mit der schlechtesten Saisonleistung zur Unzeit anzumerken war. Diese Verunsicherung war auch in der folgenden Partie in Gummersbach nur ansatzweise weg, so dass auch in diesem richtungsweisenden Spiel nichts Zählbares verbucht werden konnte. Nach der Klatsche beim Top-Team in Flensburg und der Fehlstart-Viertelstunde im letzten Heimspiel gegen Minden geht aber die Leistung nach oben. Die Neun-Tore-Hypothek gegen Minden konnte man immerhin noch deutlich verkürzen, und auch am letzten Wochenende bei der Niederlage bei Rekordmeister Kiel zeigten die Handballer aus Hochelheim und Hörnsheim über weite Strecken der Partie vielversprechende Ansätze. Offensiv lief das Spiel sehr diszipliniert. Gleichzeitig aber auch mit dem notwendigen Tempo in den richtigen Momenten. Dass man defensiv nicht über 60 Minuten die Qualitäten eines Patrick Wiencek oder Miha Zarabec verteidigen kann, mussten auch schon andere Mannschaften einsehen.

Lübbecke, der letztjährige souveräne Zweitliga-Meister und direkte Rückkehrer in die Beletage,startete sehr zäh in die Saison. Doch in den letzten sechs Partien fing die Mannschaft von Trainer Aaron Ziercke an, Punkte zu sammeln. Den Unentschieden bei den mitgefährdeten Teams in Ludwigshafen und Erlangen folgte der erste Sieg im letzten Auswärtsspiel in Stuttgart. Durch das Heim-25:25 gegen Frisch Auf Göppingen ist man somit seit zwei Spielen ungeschlagen. Was sogar dazu geführt hat, dass Trainer Aaron Ziercke bei der monatlichen Wahl des TV-Senders Sky zum »Kretsche des Monats«, stellvertretend für die zuletzt so erfolgreiche Mannschaft, von Handball-Experte Henning Fritz vorgeschlagen wurde. Das Momentum spricht also für die Gäste, die zudem fünf ihrer bisher sechs Punkte auswärts einsammelten. Das letzte Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften am letzten Spieltag der Vorsaison, noch in der 2. Liga, endete dagegen mit einem 25:19-Sieg des TVH, der damit den sensationellen Aufstieg perfekt machte. Auch wenn der TuS schon als Meister feststand, zeigten die Hüttenberger im heimischen Sportzentrum wie man den Gegner knacken kann.

Fazit – Es deutet also vieles auf eine enge Kiste hin, in der Nuancen über den Sieg entscheiden können. Sollte der TVH aber frühzeitig mal wieder seine emotionale Welle treffen, dann sollten die Blau-Roten endlich wieder einen Sieg bejubeln können.

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