10. September 2018, 06:55 Uhr

Fehlstart

Hüttenberg mit eigenen Waffen geschlagen

Der Fehlstart ist perfekt. Zweitliga-Rückkehrer TV Hüttenberg hat auch das Heimspiel gegen Bayer Dormagen verloren. Das Kurtagic-Team ist beim 29:30 mit den eigenen Waffen geschlagen worden.
10. September 2018, 06:55 Uhr
Selten so dynamisch aus der zweiten Reihe: Hüttenbergs Neuzugang Markus Stegefelt (19). (Foto: Vogler)

TV 05/07 Hüttenberg


Wortlos verließen die Spieler des TV 05/07 Hüttenberg am Samstag Abend das Parkett der Sporthalle Ost in Gießen. Fast dauerhaft im Rückstand gegen Aufsteiger TSV Bayer Dormagen, wurde Daniel Wernig 20 Sekunden vor dem Schlusspfiff zur tragischen Figur, als er mit einem Siebenmeter an Gergö Rózsavölgyi scheiterte und damit die 29:30 (13:14)-Niederlage besiegelte.

Doch was sind die Gründe, weshalb der Erstliga-Absteiger nach dem dritten Spieltag bei zwei Heimspielen weiter sieglos ist ? Genau dies beschäftigte ein kleines Mädchen beim Verlassen der Halle auch, die ihre Mutter fragte. »Mama, warum verlieren wir immer ?« Dass die Hüttenberger Zuschauer Sachverstand haben, bewies deren Antwort. »Weil wir in der Abwehr so schlecht sind.«

Genau dies hatten kurz zuvor auch TVH-Trainer Emir Kurtagic und sein Kapitän Mario Fernandes zu Protokoll gegeben. »Die Verunsicherung ist greifbar. Die Automatismen greifen nicht wie gewohnt. Wir gewinnen in der Abwehr die Eins-gegen-eins-Duelle nicht«, lautete das Fazit des Kreisläufers. Und sein Trainer ergänzte etwas ratlos. »Wir machen die gleichen Fehler wie in Nordhorn. Wir werfen Tore, aber haben in der Abwehr keinen Zugriff und keine Torhüterleistung. Wir müssen Zweikämpfe führen und dürfen diese nicht verlieren.«

So wurde es, trotz einer starken Zuschauerunterstützung von 1250 Besuchern am frühen Spätsommerabend, also nichts mit dem ersten Saisonsieg. Gegen eine junge, handballerisch gut ausgebildete, Gästemannschaft gelang es den TVH-Handballern nur beim 6:5 durch Markus Stegefelt (11.) und dem 9:8 von Linksaußen Christian Rompf in der zweiten Welle sieben Minuten später in Führung zu gehen. »Da haben wir die Chance auf zwei Tore weg zu kommen und werfen die Bälle weg«, bemängelte Kurtagic zu Recht seinen Angriff, der erneut zu viele technische Fehler produzierte. Und der sich unheimlich schwer tat, gegen eine noch offensivere 3:2:1-Deckung als sie der TVH spielt, die zudem aggressiver und beweglicher als die der Hausherren agierte. Da die Gäste zudem im Angriff äußerst druckvoll und dynamisch den Ball laufen ließen, konnten sie auch den einen oder anderen zu frühen Abschluss, der dem jugendlichen Sturm und Drang geschuldet war, verkraften und eine 14:13-Führung in die Pause nehmen.

Doch es sollte noch schlimmer kommen für die Blau-Weiß-Roten. In der 41. Minute netzte der Topscorer des Abends, Dormagens Rechtsaußen Tim Wieling, zum Bayer-22:17 ein. Weiter bekam der TVH die beweglich und zielstrebig agierenden Gäste nicht in den Griff, so dass das 26:21 in der 49. Minute Kurtagic zu seiner letzten Auszeit nötigte.

Endlich kam der Halblinke Markus Stegefelt wieder auf das Feld und brachte mehr Struktur ins Hüttenberger An-griffsspiel. Da zudem nun auch Nikolai Weber einige Bälle zu fassen bekam, konnte Christian Rompf, glänzend von Stegefelt bedient, drei Minuten vor dem Ende erstmals in der zweiten Halbzeit wieder zum 28:28 ausgleichen.

Sollte doch noch spät die Wende gelingen ? Nein. Denn die Gäste ließen sich den verdienten Sieg nicht entreißen, machten durch »Man of the Match« Lukas Stutzke das 30:29– und hatten in ihrem ungarischen Torhüter letztendlich den Matchwinner. Der TV05/07 Hüttenberg hat nun zwei Wochen Zeit, seine Wunden zu lecken, bevor es zum Wilhelmshavener HV geht.

Hüttenberg: Schomburg, Böhne, Weber; Sklenák (3), Lambrecht (1), Wernig (5/4), Werth, Rompf (5), Zörb, Fernandes (4), Jóhannsson (6), Stegefelt (2), Mubenzem, Hahn, Zintel (3), Klein.

Dormagen: Rózsavölgyi, Broy; Reuland (2), Braun, Pyszora (1), Löfström, Ian Hüter (1), Rebelo (2), Richter (4/2), Patrick Hüter (2), Morante Maldonado (3), Stutzke (6), Wieling (9/2).

Stenogramm / SR: Fratczak/Ribeiro (Wagenfeld). – Zuschauer: 1280. – Zeitstrafen: 10:10 Minuten. – Disqualifikation: Wieling (TSV-60.). – Siebenmeter: 6/4:6/4.

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