22. April 2018, 22:16 Uhr

Zweimal Rot

Hüttenberg fühlt sich betrogen

Der TV 05/07 Hüttenberg musste sich dem HC Erlangen mit 24:27 (13:14) geschlagen geben. Einen nicht unerheblichen Anteil an der Niederlage hatte das Schiedsrichtergespann.
22. April 2018, 22:16 Uhr
Aus dem Spiel genommen: Die Karte gegen Ragnar Johannsson (18) in der Crunchtime erzürnte Hüttenberger Spieler und deren 2400 Anhänger in der Osthalle – und tut dem TVH für den Endspurt im Abstiegskampf richtig weh. (Foto: Friedrich)

TV 05/07 Hüttenberg


Der Isländer wurde zudem noch von den Unparteiischen mit der blauen Karte bedacht, die Stand jetzt eine Sperre nach sich zieht. Selbst Gäste-Coach Aôlsteinn Eyjólfsson, der Jóhannsson nach Hüttenberg holte und bestens kennt, konnte die Welt nicht verstehen. »Rot kann man vielleicht geben, aber nie blau. Ich hoffe sehr, dass man nach Ansicht der Bilder diese Karte zurück nimmt.« Und auch die rote Karte gegen Moritz Lambrecht zu Beginn der zweiten Hälfte hatte er wie viele andere nicht so gesehen.

Trotz dieser personellen Nackenschläge, die dem seit Wochen nur mit einer kleinen Stammtruppe agierenden Aufsteiger zwei der ganz wichtigen Säulen herausrissen, mussten die TVH-Handballer aber auch die Fehler in Reihen suchen. »Wir haben 15 (!) freie Bälle nicht reingemacht«, musste Trainer Emir Kurtagic nach Blick auf den Statistikblock betrübt feststellen. Zwei verworfene Siebenmeter in der Schlussviertelstunde sowie eine unterirdische Trefferquote speziell von den Außenpositionen machten Gäste-Torwart Nikolas Katsigiannis zum »Man of the Match«, der zudem das Duell gegen das TVH-Gespann Fabian Schomburg/Matthias Ritschel mit 14:5 Paraden klar für sich entschied und seiner Deckung die Unterstützung gab, die auf der Gegenseite doch etwas fehlte.

Dabei hatten die Hausherren zunächst den Schwung der Vorwoche mitgenommen. Ein Doppelschlag innerhalb von nur 15 Sekunden durch Lambrecht und Jóhannsson glich zum 3:3 aus und Dominik Mappes traf in der neunten Minute vom Siebenmeter-Strich zur 5:3-Führung gegen seinen zukünftigen Arbeitgeber. Und der TVH legte sogar zum 10:7 in der 19. Minute nach, als Tomáš Sklenák willensstark auf halbrechts abschloss.

Eyjólfsson reagierte. Seine Deckungsumstellung auf 5:1 hemmte doch merklich den Hüttenberger Angriffsfluss. Zudem beorderte er Jonas Link auf die Spielmacherposition, der sich auch sofort glänzend einführte, mit schnellen Beinen in die Tiefe der Hüttenberger Deckung ging und mit vier Toren in Folge die Führung beim 12:11 zurück holte. Zwar konnten Mappes und Rechtsaußen Tobias Hahn beim 13:13 wieder ausgleichen. Dennoch ging Erlangen mit einer 14:13-Führung in die Kabinen.

Hüttenbergs sportlicher Leiter Torsten Menges hoffte in der Pause, dass »wir unsere Chancenverwertung nun verbessern.« Doch die frühe rote Karte gegen Lambrecht nach einem Foul an Christoph Steinert nahm den Hausherren ihre Abwehrspitze. »Er gibt mir gegenüber zu, dass es nicht rot war. Meine Bitte, das auch den Schiedsrichtern zu sagen, beantwortet er aber mit »Nein, denn dann gewinnen wir nicht«, ließ er Lambrecht auch noch lange nach Spielende kopfschüttelnd zurück.

Dennoch blieb die Begegnung zunächst weiter ausgeglichen bis zum 18:18 in der 42. Minute, als Jóhannsson energisch in die Lücke ging und ein starkes Anspiel von Mappes verwandelte. Danach allerdings brachte ein 4:0-Lauf Erlangen etwas Luft, zumal danach der isländische Linkshänder vom Platz musste, weil er in der zweiten Welle aus vollem Schwung mit seinem Schlagwurf abschloss und dabei mit der Wurfhand Gegenspieler Andreas Schröder im Gesicht traf, der mit Verdacht auf Nasenbeinbruch ins Krankenhaus musste, während Jóhannsson sich einen blutenden Cut an der Hand zuzog. »Das kann bei jedem Schlagwurf passieren, wenn der Abwehrspieler die Hände nicht hoch nimmt«, konnte nicht nur Sklenák die Schiedsrichterentscheidung nicht nachvollziehen.

Trotzdem gab sich der TVH nicht auf. Youngster Johannes Klein, der die Lambrecht-Rolle übernommen hatte, traf vier Minuten vor dem Ende mit einem Tempogegenstoß zum 23:24-Anschluss. »Das ist einerseits schön, aber viel lieber wären mir zwei Punkte gewesen«, hielt sich seine Freude nach Spielende natürlich in Grenzen. Denn der HC Erlangen konterte zum 26:23. Da danach Daniel Wernig zweimal nach Ballgewinnen auf dem Weg nach vorne zu hektisch agierte, verpufften leider auch die letzten beiden Gelegenheiten auf den späten Punktgewinn.

Ein sichtlich enttäuschter Emir Kurtagic fand nach dem Schlusspfiff nur schwer zu Worten. »Wir haben es richtig gut gemacht und so viele freie Chancen kreiert. Dann geben wir beim 23:25 zweimal leichtsinnig unsere Chance weg.«

Protest eingelegt

Wie Hüttenbergs Geschäftsführer Lothar Weber am Sonntag erklärte, hat der Klub bereits am Samstagabend auf dem Spielbericht formal Protest gegen die blaue Karte und die damit einhergehende automatische Sperre gegen Ragnar Johansson formuliert und wird diesen offiziell heute bei der HBL einlegen.

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