Heuchelheimer Gala im Verfolgerduell

21. Januar 2018, 22:08 Uhr
Dominik Koch und die TSF Heuchelheim sind super in das neue Bezirksoberliga-Jahr gestartet. (Foto: ras)

Neue Hoffnung für die TSF Heuchelheim im Titelrennen der Handball-Bezirksoberliga. Während die TSF (20:6 Punkte) am letzten Vorrundenspieltag im Verfolgerduell gegen die zuletzt so starke HSG Dilltal mit 39:29 gewannen und damit den zweiten Platz verteidigten, büßte Spitzenreiter TG Friedberg mit dem 28:28 beim in den letzten Begegnungen bärenstark aufspielenden TSV Kirchhain den ersten Punkt ein. Den Friedbergern werden außerdem wegen der Nichterfüllung des Schiedsrichtersolls zwei Punkte abgezogen, sodass der Vorsprung des Tabellenführers gegenüber den TSF wieder etwas geschrumpft ist.

TSF Heuchelheim – HSG Dilltal 39:29 (20:15): Gespielt wurde auf beiden Seiten mit offenem Visier, allerdings mit klaren Vorteilen für die TSF. »Wir haben in der Abwehr zu defensiv gespielt«, analysierte Dilltals Trainer Küster. Dadurch erzielten die Heuchelheimer ihre Treffer auch aus der Distanz. Dagegen kam Dilltal trotz der 29 erzielten Treffer mit der offensiven-5:1 der TSF nicht zurecht. »Sie haben keine Lösungen gefunden«, befand TSF-Coach Claus Well, der trotz der insgesamt 68 Tore feststellte: »Wir haben das Spiel in der Deckung gewonnen.«

Es war eine unterhaltsame, nie langweilige Partie, in der die Heuchelheimer nach dem 5:5 (10.) einen Zwischenspurt zum 10:5 (15.) hinlegten. 20:15 hieß es bei Seitenwechsel. Im zweiten Durchgang wollten die Gäste mit einer offensiveren Deckungsvariante die Heuchelheimer Angriffe effektiver bekämpfen, doch das gelang nicht bzw. nur unzureichend. Auch als der wieder überzeugende TSF-Schlussmann Sascha Winter nach einem Zusammenprall mit Paul Heer ausgewechselt werden musste, lief es nicht besser für die Gäste, denn Erik Schlesinger im TSF-Tor lief nun zu großer Form auf. Auch die Dilltaler nahmen einen Torwartwechsel vor, aber auch mit dieser Maßnahme hatte Küster keinen Erfolg. Die TSF waren bei ihren Aktionen einfach zielstrebiger, der HSG unterliefen mehr Fehler, und so bezog die HSG Dilltal eine in dieser Höhe unerwartet deutliche Niederlage. Überschattet wurde die Partie von einer schweren Verletzung des HSG-Spielers Sascha Friedrichs, der knapp fünf Minuten vor dem Ende ohne Berührung durch einen Gegenspieler plötzlich zu Boden ging; nach einer ersten Diagnose hat er sich einen Riss der Achillessehne zugezogen.

Tore Heuchelheim: Bley (8/3), Los Santos (8), Björn Hofmann, Kaplan (je 4), Schmidt, Koch (je 3), Lichert, Sascha Hofmann, Kröck (je 2), Niko Hoffmann, Kruse, Rinn (je 1). – Dilltal: Müller (6), Friedrichs, Christoph Ulm (je 4), Pöchmann (3/1), Heer (3), Kohlmei (2/1), Schmitz, Schnier, Weiß (je 2). Voss (1).

TV Wetzlar – HSG Dutenhofen/Münchholzhausen III 22:25 (12:12): In der ersten Hälfte verlief die Partie weitgehend ausgeglichen. Es sollte aber fast fünf Minuten dauern, ehe der erste Treffer in der Partie durch TV-Spieler Simon Breser fiel. In weiteren Verlauf des ersten Durchgangs gelang es keine der beiden Mannschaften, sich abzusetzen, ehe die HSG III auf 12:10 davonzog. Durch zwei von Breser verwandelte Siebenmeter schafften die Gastgeber kurz vor der Pause den Gleichstand. Bis sechs Minuten nach Wiederbeginn (15:15) war noch alles offen, ehe Wetzlar binnen fünf Minuten mit 15:20 in Rückstand geriet. In den Schlussminuten kam der TVW noch einmal auf drei Treffer heran, aber am Gästesieg gab es nichts mehr zu rütteln. HSG-Coach Torben Wegner freute sich über den Sieg: »Jetzt sind wir im Soll.« Während der Partie änderte er die Deckungsformation von 5:1 auf 6:0, gegen diese Deckung fand der Gegner nicht mehr die entsprechenden Lösungen.

Tore Wetzlar: Breser (9/5), Johannes Schetzken, Baumann (je 6), Schmidt (1). – Dutenhofen/Münchholzhausen III: Wallwaey (7), Dennis Agel (6), Müller (5/4), Schmidt, Wenzel, Unger (je 2), Alexander Agel (1).

HSG Hungen/Lich – HSG Wettertal 29:27 (14:15): »In der ersten Halbzeit haben wir uns schwer getan und lagen zwischenzeitlich sogar mit drei Toren hinten«, berichtete Gastgebertrainer Carsten Schäfer, der in diesem Abschnitt auch mit der Torhüterleistung bei seinem Team nicht zufrieden war. Hungen/Lich lag nach sieben Minuten mit 5:4 in Führung, knapp drei Minuten später hieß es 7:5 für die gastgebende HSG, doch die Wetterauer drehten binnen vier Minuten den Spieß um und lagen mit 8:7 vorn. Nach knapp 22 Minuten hieß es 12:9 für die Gäste, ehe Hungen/Lich durch Tore von Michael Kümpel und Alexander Schwellnus (2) den Gleichstand zum 12:12 herstellte.

Bei Seitenwechsel lag Wettertal zwar mit einem Tor vorn und hielt die Partie bis zur 37. Minute (17:17) ausgeglichen. Dann aber zahlte sich die von Carsten Schäfer vorgenommene Umstellung der Deckung (von 6:0 auf 3:2:1) mehr und mehr aus. Nach 40 Minuten führten die Gastgeber mit 20:18, gerieten dann aber wieder in Rückstand (20:21, 45.), doch nach der »bis dahin ersten Torwartparade« zogen die Hausherren davon. 29:25 hieß es eine Minute vor dem Ende – die Entscheidung.

Tore Hungen/Lich: Schewellnus (6), Kümpel (5/2), Metzger (4), Schmied, Macht, Dannwolf (je 3), Menges (2), Anhäuser, Kresse, Diehl (je 1). – Wettertal: Boller, Yannick Kreuzer (je 5), Tobias Kreuzer (4), Brückel (3/2), Metzger (3), Wießner, Bunfill (je 2), Kielich, Bergemann, Mosch (je 1).

HSG Pohlheim II – TuS Vollnkirchen 30:28 (14:15): Mit diesem Erfolg zog die »Zweite« der HSG nach Punkten mit ihrem Kontrahenten gleich. »Dieser Sieg war überlebenswichtig«, freute sich HSG-Trainer Jan Wüst dann auch über die zwei Punkte, »daraus können wir Mut und Hoffnung für die weiteren Aufgaben schöpfen.« Logischerweise war Vollnkirchens Coach Fabian Friedrich ein wenig enttäuscht, was das Ergebnis anbelangt. Außerdem wird ihm Joshua Planer (Schlüsselbeinbruch) in den nächsten Wochen fehlen. Zu allem Überfluss hat sich Daniel Hanika einen Ermüdungsbruch zugezogen.

Die Partie stand lange Zeit auf des Messers Schneide. »Wir sind schwer ins Spiel gekommen«, musste Jan Wüst eingestehen, »und lagen in der ersten Halbzeit mit vier Treffern in Rückstand.« Nach 17 Minuten hieß es 10:6 für Vollnkirchen, doch bis zur Pause reduzierten die Pohlheimer, die personelle Anleihen beim Oberliga-Team genommen hatten (Lukas Drommershausen, Lucas Kammer), den Rückstand auf einen Treffer.

Nach dem Wechsel verlief die Partie zunächst ausgeglichen. Der Gästetrainer beklagte aber, dass seine Mannschaft kurz hintereinander drei Strafwürfe verwarf und im Angriff immer wieder am HSG-Torhüter Aristoteli Moutopoulos scheiterte. »Wir haben im Angriff Lösungen gefunden, waren aber nicht abgezockt im Abschluss«, bemerkte Fabian Friedrich. In der 45. Minute lagen die Pohlheimer zum ersten Mal mit zwei Toren vorn. Vollnkirchen ließ sich zwar nicht abschütteln, lief in der Schlussphase aber ständig einem Rückstand hinterher und schaffte den Ausgleich am Ende nicht mehr.

Tore Pohlheim II: Niklas (10), Kammer (7/5), Drommershausen, Kreß (je 4), Schmandt, Koppermann (je 2), Anhäuser (1). – Vollnkirchen: Schindowski (7/4), Friedrich (4), Hannika, Ruppert, Stöhr, Repp (je 3), Berghorn, Ferber (je 2), Wilhelmi (1).

HSG Mörlen – HSG Lumdatal 27:35 (11:20): »Was mir am meisten imponiert hat, war die Spielfreude, die meine Mannschaft entwickelt hat«, kommentierte Clemens Bukschat, Trainer der HSG Lumdatal, den Auftritt seiner Mannschaft.

Vor allem im ersten Abschnitt hatten die Mörler dem Treiben der Lumdataler wenig entgegenzusetzen. Die Gäste spielten, wie sie wollten. Bis zur achten Minute (5:5) hatten sie sich zwar eine gewisse Zurückhaltung auferlegt, dann aber gab es kein Halten mehr. 12:7 für den Gast hieß es nach einer Viertelstunde, 20:11 bei Seitenwechsel.

Damit war die Richtung bereits vorgegeben. Im zweiten Durchgang hielten Lumdataler den Gegner durchgehend auf Distanz. Mörlen war nicht imstande, den Rückstand entscheidend zu verkürzen, obwohl Trainer Bukschat jedem Akteur seine Spielanteile einräumte. Mit zwölf Treffern war Lorenz Heß erfolgreichster Schütze bei der HSG Lumdatal. Dabei verwandelte er fünf Siebenmeter und leistete sich keinen einzigen Fehlwurf.

Tore Mörlen: Bischof (6/3), Breitenfelder (6), B. Dietz (4), D. Birkenstock, Schepp, Schmidt (je 2), S. Dietz, Berger, Löwe, C. Birkenstock, Dönges (je 1) – Lumdatal: Heß (12/5), Jonas Schlapp (5), Ziegler (4), Schmidt, Fey (je 3), Daniel Schlapp, Stein, Marondel (je 2), Kuhnhenne, Hilbert (je 1).

SG Kleenheim II – MSG Florstadt/Gettenau 25:25 (15:13): Marc Weller hatte den Siegtreffer für die SGK-«Zweite« in der Hand, konnte aber bei einem Tempogegenstoß wenige Sekunden vor dem Ende den gegnerischen Torhüter nicht überwinden. Es blieb damit beim 25:25, einem Resultat, mit dem Kleenheims Trainer Micha Wiener eingeschränkt zufrieden sein konnte.

Die Partie war gerade 150 Sekunden alt, da lagen die Gastgeber mit 0:3 im Hintertreffen. 1:4 (5.) und 7:10 (14.) waren weitere Ergebnisstationen, die für den weiteren Spielverlauf nichts Gutes erahnen ließen für die SG. »Doch die Mannschaft hat sich rangekämpft«, berichtet Micha Wiener. Nach dem 8:11 (15.) drehten Marc Weller, Leander Hanika (je 2) und Leon Dilges für die Kleenheimer zur 13:11-Führung.

Bis zur 41. Minute bauten die Gastgeber den Vorsprung auf vier Treffer aus (19:15), aber die Wetterauer gaben sich nicht auf, profitierten auch davon, dass die Gastgeber in Überzahl zu viele Gegentreffer hinnehmen mussten. Bis zehn Minuten vor dem Ende hatte Florstadt/Gettenau den Gleichstand zum 21:21 hergestellt. In den letzten Sekunden hatte jede Seite noch die Chance zum Siegtreffer, doch ein solcher fiel nicht mehr. Bei den Gastgebern wirkte Schweden-Rückkehrer Jonas Friedrich wieder mit, der sich mit vier Treffern gut einführte.

Tore Kleenheim II: Weller (7), Friedrich (4), Hanika, Schäfer (je 3), Drubig (3/2), Tonhäuser, Dilges (je 2), Marwald (1). – Florstadt/Gettenau: Lehr (7/3), Wenisch (7), Wagner (4), Neuhalfen, Greife (je 2), Lux, Sacks, Potschka (je 1).

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