03. Mai 2018, 11:50 Uhr

Handball

Handball-Final-4: Wie die Geschäftsführer die Rolle ihres Vereins sehen

Noch zwei Tage bis zum Pokal-Final 4. Die Rhein-Neckar Löwen sind der Favorit, die HSG Wetzlar der Außenseiter. Alle Geschäftsführer äußern sich zurückhaltend, was die eigene Rolle betrifft.
03. Mai 2018, 11:50 Uhr

HSG Wetzlar


Den einheitlichen Fragen-Antwort-Katalog unserer Redaktion haben die Geschäftsführer der vier Finalrunden-Teilnehmer – Björn Seipp ((HSG Wetzlar), Jennifer Kettemann (Rhein-Neckar Löwen), Benjamin Chatton (TSV Hannover-Burgdorf) und Marc.Henrik Schmedt (SC Magdeburg) - mit interessanten Aussagen versehen.

 

Björn Seipp (HSG Wetzlar)

Wer ist Ihr Favorit?

Die Rhein-Neckar Löwen, auch wenn sie offensichtlich ein kleines Pokalproblem haben. Aber das Halbfinale gegen den SC Magdeburg wird es in sich haben.

Wie sehen Sie die eigenen Chancen?

Ich glaube, wir sind der krasse Außenseiter von den vier Mannschaften. Nichtsdestotrotz muss das Halbfinale erst mal gespielt werden. Wir haben gegen Hannover-Burgdorf in beiden Ligaspielen sehr gut ausgesehen und rechnen uns auf jeden Fall etwas aus. Wenn es am Ende Hannover macht, sind sie ihrer Favoritenrolle gerecht geworden. Aber wir fahren nicht nur hin, um teilzunehmen.

Was ist das Besondere am Final 4?

Das ist sicherlich im deutschen Handball das bedeutendste Event. Wir waren alle schon mal als Zuschauer da, mit dem großen Ziel, daran auch mal aktiv teilzunehmen. Nicht nur für die Spieler, sondern auch die Trainer und für mich. Es ist eine tolle Arena, die auf jeden Fall ausverkauft sein wird, mit einer riesigen Stimmung. Mit vier Fanecken, von denen drei grün sein werden – hoffentlich sticht unsere trotzdem heraus. Es ist im deutschen Vereinshandball das bedeutsamste Turnier überhaupt und es ist eine große Ehre für uns, dabei sein zu können.

Welcher Spieler wird Akzente setzen?

Generell ist es natürlich immer eine Augenweide, Andy Schmid zuzuschauen. Das ist wahrscheinlich auch die einfachste Antwort. Ansonsten würde ich mich freuen, wenn Benjamin Buric besonders heraussticht. Denn das würde bedeuten, dass wir wahrscheinlich ganz gute Chancen haben, im Halbfinale zu bestehen.

Welche Bedeutung hat der psychologische Aspekt?

Ich glaube, für uns ist es einfach eine riesige Herausforderung. Vielleicht ist das sogar ein psychologischer Vorteil für uns. Wir können ohne große Erwartungshaltung da rangehen. Von uns wird keiner etwas erwarten – außer uns selbst, das weiß ich. Dementsprechend haben wir da sicherlich einen psychologischen Vorteil, weil einfach eine sehr große Vorfreude herrscht und das einen großen Aufforderungscharakter hat.

 

Jennifer Kettemann (RN Löwen)

Wer ist Ihr Favorit?

Schwer zu sagen. Natürlich wollen wir gewinnen, aber ich glaube, dass besonders die Hürde Magdeburg richtig schwer wird.

Wie sehen Sie die eigenen Chancen?

Wir haben in der Bundesliga oft gezeigt, dass wir, wenn es darauf ankommt, wir einen guten Tag haben und perfekt vorbereitet sind, jede Mannschaft schlagen können. Aber gerade auch Magdeburg ist eine Mannschaft, die man gerade im Final4 nicht unterschätzen sollte. Die sind sehr gut und auch sehr heiß darauf, den Titel zu gewinnen.

Was ist das Besondere am Final 4?

Die ganze Atmosphäre. Das ist ein richtig tolles, spannendes, spektakuläres Handball-Event für die ganze Familie.

Welcher Spieler wird Akzente setzen? 

Da rede ich schon wieder von Magdeburg (lacht). Im letzten Spiel war Dario Quenstedt überragend. Bei uns, das liegt ja auf der Hand, ist vieles von Andy Schmid abhängig, der unser Kopf der Mannschaft ist. Generell ist das Turnier auf einem so hohen Niveau, dass viel auf die Torhüter geschaut werden muss. Mal gucken, in welcher Form die sind.

Welche Bedeutung hat der psychologische Aspekt? 

Ich glaube, es wird mehr von außen aufgebaut, dass wir so oft dort waren, aber den Titel noch nie holen konnten. Es sind ja nur wenige Spieler dabei, die das schon mehrere Jahre ertragen mussten. Ich glaube, so ein Oliver Roggisch, der leidet darunter, der war schon ein paar Mal dabei. Ich glaube, der einzige in unseren Reihen, der den Pokal schon mal in Händen halten durfte, ist Andreas Palicka. Alle anderen sind sehr heiß darauf, dass endlich zu schaffen. Wir freuen uns. Es ist eine Ehre, da überhaupt hin zu kommen. Es ist keine Selbstverständlichkeit, in Hamburg spielen zu dürfen.

 

Benjamin Chatton (TSV Burgdorf)

Wer ist Ihr Favorit? Ich glaube, dass die Rhein-Neckar Löwen bisher eine sehr stabile Saison zeigen und sich Magdeburg in einer absoluten Topform befindet. Obwohl die beiden direkt aufeinandertreffen, sind sie die Favoriten.

Wie sehen Sie die eigenen Chancen? Auf das Turnier gesehen haben wir eine 25 prozentige Chance. Am ersten Tag haben wir 50 Prozent Chance und wir werden versuchen, am Sonntag auch wieder 50 Prozent zu haben.

Was ist das Besondere am Final 4? Dass ganz Handball-Deutschland an diesem Wochenende nach Hamburg schaut. Es ist ein absolutes Highlight im Handball-Kalender.

Welcher Spieler wird Akzente setzen? 

Ich glaube, dass jede Mannschaft in ihren Reihen Spieler hat, die jeweils einem Spiel ihren Stempel aufdrücken können. Deswegen fällt es mir schwer, da jetzt voraus zu schauen. Besonders im Fokus stehen immer die Torhüter. Das ist schwer zu sagen und es ist auch die Frage: Wer kommt ins Finale?

Welche Bedeutung hat der psychologische Aspekt? 

Wir sind zum ersten Mal dabei, deswegen ist für uns schon das Erreichen des Final4 das Highlight. Das Finale wäre das Sahnehäubchen. Aber das ist wie beim Eis holen – man geht ja nicht zur Eisdiele, um sich Sahne zu holen, sondern um Eis zu holen. Und das Eis ist die Teilnahme, das haben wir schon erreicht und nun wollen wir uns, um im Bild zu bleiben, das Sahnehäubchen abholen.

 

Marc-H. Schmedt (SC Magdeburg)

Wer ist Ihr Favorit? 

An einem Wochenende ist alles möglich, aber es ist natürlich so, dass die Rhein-Neckar Löwen die dominierende Mannschaft in Deutschland sind. Ich denke, dass sie auch die Favoritenrolle innehaben.

Wie sehen Sie die eigenen Chancen?

Ich fühle mich eigentlich wohl mit dem Halbfinale, weil wir formell der Außenseiter sind. Wir haben momentan in der Liga einen sehr guten Lauf. Wenn wir diese Leistung konservieren können – und ich weiß, was unsere Fans da abbrennen werden – ist da schon einiges möglich.

Was ist das Besondere am Final 4?

Es ist das größte Handball-Event in Deutschland und hat internationale Aufmerksamkeit. Unser Spiel wird in der ARD gezeigt, das zeigt die Bedeutung und ich glaube es ist für jede Mannschaft ein einmaliges Erlebnis vor 13 000 Zuschauern zu spielen.

Welcher Spieler wird Akzente setzen? 

Wir haben jetzt seit 15 Spielen nicht verloren – das ist eine komplette Mannschaftsleistung, da möchte ich keinen raus nehmen. Es wird auch keine Mannschaft gewinnen, die nur einen überragenden Spieler hat, sondern es kommt auf das Thema Deckung/Torwart an, genauso wie vorne eine hohe Treffsicherheit zu haben. Ich glaube nicht, dass das Finale von einem einzigen Spieler alleine entschieden wird.

Welche Bedeutung hat der psychologische Aspekt? 

Wir waren in den letzten drei Jahren zwei Mal da und sind beide Male ins Endspiel gekommen. Wir wissen um die Stimmung, wir wissen, was danach passiert. Wenn die Löwen heißer sind als Frittenfett, wird unsere Temperatur kaum unter der der Löwen liegen.

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