24. Mai 2018, 22:16 Uhr

Handball-Bundesliga

HSG Wetzlar wacht im letzten Heimspiel zu spät auf

Eine erste Halbzeit zum Vergessen. Nach einem 7:12-Rückstand verliert die HSG Wetzlar das letzte Heimspiel der Saison vor ausverkauftem Haus gegen den TBV Lemgo mit 23:24.
24. Mai 2018, 22:16 Uhr
Das hatten sie sich anders vorgestellt: Die Wetzlarer (v. l.) Hendrik Schreiber, Mannschaftsarzt Frank Thiel, Kasper Kvist, Till Klimpke, Nikolai Weber und Anton Lindskog verlassen nach dem 23:24 gegen Lemgo im letzten Heimspiel enttäuscht das Feld. (Foto: Vogler)

HSG Wetzlar


Damit bleibt nur noch das Auswärtsspiel beim TVB Stuttgart, um das selbstgesteckten Ziel – das Knacken der 30-Punkte-Marke – zu erreichen.

Die geplanten Feierlichkeiten vor der Halle fielen buchstäblich ins Wasser. Die nassen Kirmesbänke blieben leer, und auch in der Arena wollte bei einem lauen Handball-Bundesliga-Spiel keine rechte Stimmung aufkommen. Die beiden Mannschaften, die auf ein ähnliches Spielsystem setzen, langweilten die 4312 Zuschauer über weite Strecken mit behäbigem Konzept-Aufbau.

 

Schwache HSG-Torhüter

 

Die Abwehrreihen standen ordentlich, dennoch konnte sich der zu Beginn eingesetzte Wetzlarer Keeper Nikolai Weber lediglich mit zwei Paraden in Szene setzen. Benjamin Buric, der in der 21. Minute eingewechselt wurde, schaute hingegen allen Bällen hinterher. Im Angriff wirkte die HSG fahrig und nervös – so wie bereits in den letzten Wochen. Allein Joao Ferraz produzierte in den ersten zehn Minuten drei technische Fehler und einen Fehlwurf. Den letzten Fehlpass nutzte Patrick Zieker per Gegenstoß zum 3:1 für die Gäste. Lemgo ließ den Ball im Angriff zumindest sicherer laufen. Immer wieder trödelte sich der TBV ins Zeitspiel, kam aber dann meist dennoch zum Torerfolg.

 

Erinnerungen an Hamburg

 

Den ersten Siebenmeter der HSG von Maximilian Holst parierte Lemgos Keeper Piotr Wyszomirski – nur einer von sieben gehaltenen Bällen des Polen, der oft einfach nur gut stand und sich von den Grün-Weißen abwerfen ließ. Nach dem 7:3 für den TBV durch Zieker hatte HSG-Trainer Kai Wandschneider genug gesehen. In seiner Auszeit brachte er Buric und versuchte, seine Mannschaft aufzurütteln, doch so richtig sollte das nicht gelingen. Kurze Zeit später warf Wandschneider auch Abwehrchef Evars Klesniks ins Rennen, wobei es selten an der Abwehr lag, dass Wetzlar zur Pause mit 7:12 hintenlag. Da wurden Erinnerungen wach an das Pokalspiel in Hamburg, das die HSG ebenfalls in der ersten Halbzeit verloren hatte.

Nach dem Wechsel brachte die HSG den dritten Torhüter auf die Platte: Till Klimpke durfte sein Glück versuchen, konnte gegen einen wie aufgedreht spielenden Tim Suton im Lemgoer Dress in der 36. Minute den ersten Ball parieren, blieb in der Folge aber ebenso blass wie seine Vorgänger. Aber die Parade wirkte wenigstens wie ein kleiner Weckruf. Miroslav Volentics verkürzte in der 38. Minute per Gegenstoß zum 12:15, und die Fans bekamen langsam den Eindruck, dass sich die Wetzlarer Mannschaft für die zweite Halbzeit doch noch etwas vorgenommen hatte.

 

Forsell-Schefvert nimmt Heft in die Hand

 

Olle Forsell-Schefvert nahm mehr und mehr das Heft in die Hand, zog im Rückraum die Fäden oder netzte – wie bei seinem Doppelpack zum 13:16 und 14:18 –, selbst ein. Und Wetzlar machte weiter Druck. Bei einem Siebenmeter für den TBV (45.) kam nun wieder Buric in den Kasten, knöpfte dem Lemgoer den Ball ab – und blieb. Diese Einwechslung brachte die erhoffte Wende. »Benko« bedankte sich mit fünf Paraden und verschaffte seinen Vorderleuten den Mut, auch vorne wieder mit Selbstbewusstsein ans Werk zu gehen. Mit dem Rückraum Kneer, Forsell-Schevert und Cavor mischte Wetzlar die TBV-Abwehr nun auf und erzielte durch Lindskog in der 51. Minute den 19:20-Anschlusstreffer. Jetzt wurde es auch in der Arena laut. Lemgo versuchte weiterhin mit langen Angriffen, das Spiel über die Zeit zu bringen, doch die HSG hatte etwas dagegen. Kneer erzielte fünf Minuten vor dem Ende den 21:21-Ausgleich. In der Folge haderten die Gastgeber jedoch mit einigen unglücklichen Schiedsrichter-Entscheidungen, die Lemgo nutzte, um sich den 24:23-Sieg zu sichern.

 

Unschöner TBV-Abschied

 

Freunde machten sich die Gäste in der Halle allerdings kaum. Ihre überschwängliche Feier mit deutlichen Gesten in Richtung Wetzlarer Fans sorgten für einen unschönen Abschied. Die anschließende, emotionale Verabschiedung von sieben HSG-Spielern ließ sich die »Grüne Wand« jedoch nicht vermiesen.

 

Die Statistik

 

HSG Wetzlar: Klimpke, Buric, Weber; Hermann (1), Kneer (4), Björnsen, Ferraz, Mirkulovski, Schreiber, Volentics (2), Holst (3), Forsell-Schefvert (5), Kvist, Klesniks, Lindskog (3), Cavor (5).

TBV Lemgo: Wyszomirski, von der Breucken; Guardiola (1), Ebner (1), van Olphen, Theuerkauf (1), Hornke (4/2), Hangstein (1), Hübscher, Suton (9), Zerbe, Engelhardt, Bartok (2), Klimek (1), Zieker (4/1), Rose.

Im Stenogramm: SR: Schneider/Hartmann (Irxleben/Magdeburg). – Zu.: 4312. – Zeitstrafen: 4:2 Min. – Siebenmeter: 5/3:1/0.

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