Handball

HSG Wetzlar und TV Hüttenberg: Das große Zwischenfazit

Es geht wieder los: Die HSG Wetzlar und der TV 05/07 Hüttenberg starten in die Rückrundenvorbereitungen. Sportchef Ralf Waldschmidt zieht ein Zwischenfazit für beide Clubs.
13. Januar 2018, 05:10 Uhr
Spektakulär, die Aktion von Wetzlars Filip Mirkulovski gegen Hüttenbergs Keeper Fabian Schomburg. Ebenso wie das überraschende 27:27-Unentschieden im Vorrunden-Derby im September. (Foto: Imago)

Die aktuelle Situation

HSG Wetzlar

Mit Evars Klesniks ist der letzte Langzeitverletzte zurück im Kader, weshalb die HSG Wetzlar – sofern sich keiner der bei der EM weilenden Nationalspieler verletzt – personell aus dem Vollen schöpfen. Die internationalen Plätze sind ebenso weit entfernt wie die Abstiegsränge – jeweils neun Punkte. Dank derzweitbesten Abwehr der Liga – nur Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen hat weniger Gegentreffer hinnehmen müssen – haben die Kohlbacher und Co. einen einstelligen Tabellenplatz noch im Blick. Der TBV Lemgo als Neunter ist mit 19:19 Zählern drei Punkte entfernt.

TV 05/07 Hüttenberg

Bei 7:31 Punkten liegt theoretisch sogar der Rang-14. VfL Gumersbach (10:28) für den TV 05/07 Hüttenberg noch in Reichweite. Die gut 2000 Zuschauer, die die Mappes und Co. in der Hinrunde durchschnittlich in der Osthalle unterstützt haben, könnten in den neun verbleibenden Heimpartien noch zum gewichtigen Faktor werden. Von den Kellerkindern tauchen als Gäste allerdings nur noch der VfL Gummersbach und der HC Erlangen auf, ansonsten geht es überwiegend nur gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte. Gerade zu den Mitkonkurrenten TVB Stuttgart, TuS N-Lübbecke und Eulen Ludwigshafen muss man reisen. Ein Nachteil.

 

Die Vorrunde

HSG Wetzlar

Der 30:22-Coup gleich zu Saisonbeginn gegen Rekordmeister THW Kiel hat trotz neuerlichem Umbruch und Verletzungspech jene Kräfte freigesetzt, die die Wandschneider-Truppe zu 12:8 Heimzählern nutzte. Die beiden Unentschieden auf eigenem Parkett gleich im August/September gegen GWD Minden und Nachbar TV 05/07 Hüttenberg ließen die Lahnstädter nicht abheben, weshalb rückblickend sogar von heilsamen Punkteinbußen gesprochen werden kann.

TV 05/07 Hüttenberg

Die Hüttenberger 3:2:1-Deckung hat bis zum 30:31 beim TBV Lemgo die halbe Liga beschäftigt, in der Folge aber etwas ihren Schrecken verloren. 28,73 Gegentreffer pro Partie ist die schlechteste Bilanz aller Erstligisten, allein in acht Partien gab es 30 und mehr Gegentore, beim 23:38 bei der SG Flensburg/Handewitt die meisten. Emotionaler Höhepunkt war der erste Punktgewinn beim 23:23 ausgrechnet im Derby bei der HSG Wetzlar.

 

Die Tops und Flops

HSG Wetzlar

Trainer Wandschneider ist permanent auf der Suche nach Lösungen – zumeist erfolgreich. Handball 4.0 mit Forsell-Schefvert als Offensiv-Allrounder und variabler Deckungsspieler ist seine Kreation. Maximilian Holst hat gegen Ende der Vorrunde seine alte Leistungsstärke wiedergefunden und vor allem das HSG-Trauma vom Siebenmeterpunkt erfolgreich therapiert. Stefan Kneer hat im Deckungszentrum an Bedeutung eingebüßt und ist offensiv kein Faktor. Philipp Pöter gelingt es selten, auf der Mitte Akzente zu setzen. Benjamin Buric im Tor erreicht nicht die Quoten aus der Vorsaison. In den Auswärtsspielen kommt das Team konzeptionell zu oft in der Schlussphase vom Weg ab.

TV 05/07 Hüttenberg

Kampf und Leidenschaft kann man den TVH-Emporkömmlingen in keiner Partie absprechen. Die Mannschaft hat sich auf allen Positionen auf ein höheres Handball-Level verbessert und arbeitet im Angriff zumindest konzeptionell immer wieder Chancen heraus. Die 3:2:1-Deckung hat nicht die Qualität der Gorr-Ära mit Florian Laudt, Timm Schneider und Andreas Scholz; die Chancenverwertung lässt mehr als zu Wünschen übrig. Über ein halbes Dutzend Hundertprozentige vergeben die Wernig und Co. in der Regel pro Partie. Das wird in der Bundesliga rigoros bestraft.

 

Gewinner/Verlierer

HSG Wetzlar

Olle Forsell- Schefvert hat nach anfänglichen Problemen mit seiner Spielfähigkeit überrascht. Filip Mirkulovski ist auf der Mitte gesetzt, läuft es bei ihm nicht, läuft es auch beim Team nicht. Die A-Jugend-Meister Hendrik Schreiber und Tim Rüdiger mussten schon passen, ehe die Saison überhaupt begonnen hatte. Einziger Hoffnungsträger, aus den eigenen Reihen bis in das Bundesliga-Team vorzudringen, bleibt definitiv Till Klimpke.

TV 05/07 Hüttenberg

Matthias Ritschel im Tor hat bewiesen, auch in der 1. Liga sein Niveau abrufen zu können. Spielmacher Dominik Mappes wurde für seine kontinuielich guten Leistungen sogar in das Bundesliga-Allstar-Team berufen. Schwer vorstellbar, dass der Youngster im Falle eines Hüttenberger Abstieges auch in der kommenden Saison noch bei den Blau-Roten unter Vertrag steht.

 

Der Ausblick

HSG Wetzlar

Die 30-Punkte-Grenze dürfte für die HSG Wetzlar kein Problem sein. Nehmen die Linkshänder Stefan Cavor und Joao Ferraz die Version »Kai 4.0« noch besser an und kehren Jannik Kohlbacher und Benjamin Buric in alter Stärke von der EM zurück, ist Abschlussrang neun keine Utopie.

TV 05/07 Hüttenberg

Wenn es Neu-Trainer Emir Kurtagic gelingt, die 3:2:1-Abwehr zu stabilisieren und sowohl über diese mit schnellen Gegenstoß-Ballgewinnen als auch über die Rückraumhalben Vladan Lipovina und Szymon Sicko im Positionsangriff mehr Torgefahr zu entwickeln, könnte sich noch ein kleines Türchen zum Ligaerhalt öffnen. Daniel Wernig muss effizienter abschließen, Tim Stefan und Jan Wörner echte Rückraum-Optionen werden – und vor allem Konkurrent N-Lübbecke mithilfe von Sponsor Gauselmann nicht noch einmal auf große Einkaufstour gehen.

Info

Die Vorbereitung

Bis zum Rückrunden-Start gegen FA Göppingen am 8. Februar stehen 21 Trainingstage und drei Testspiele auf Programm der Grün-Weißen. Am Montag beginnt die Vorbereitung auf die Rückrunde. Am 23. Januar steht das erste Testspiel gegen den Drittligisten HSG Rodgau/Nieder-Roden in der Sporthalle in Limburg-Diez austrägt (20.15 Uhr) an. Bereits drei Tage später machen die sich Grün-Weißen auf den Weg nach Thüringen, um am 26. Januar ein Testspiel beim Zweitligisten ThSV Eisenach (19.30 Uhr) zu bestreiten. Der dritte und letzte Vorbereitungstest wird dann am Donnerstag, den 1. Februar in Kreissporthalle Olpe angepfiffen. Dort trifft die HSG Wetzlar auf den Ligakonkurrenten VfL Gummersbach (19 Uhr).

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