21. Mai 2018, 18:00 Uhr

Handball

HSG Wetzlar strahlt zu wenig Torgefahr aus

Im drittletzten Saisonspiel setzt es die 16. Niederlage für die HSG Wetzlar, die sich mit 21:23 in Leipzig geschlagen geben muss. Spielmacher Philipp Pöter bleibt in Leipzig und lässt sich operieren.
21. Mai 2018, 18:00 Uhr
Abschiedsvorstellung: Philipp Pöter (r.) bei der 21:23-Niederlage in Leipzig (l., Bastian Roscheck) in Aktion. Der Spielmacher lässt sich nun am rechten Fuß operieren und kommt nicht mehr für Wetzlar zum Einsatz. (Foto: Eibner)

HSG Wetzlar


Die große Frage vor dem tabellarisch bedeutungslosen Bundesligaspiel zwischen dem SC DHfK Leipzig und der HSG Wetzlar lautete im Vorfeld: Wer erfüllt sich seinen Punkte-Wunsch? Die Ostdeutschen wollten ihren Punkterekord von 35 aus dem Vorjahr übertreffen, die Mittelhessen hingegen die 30er-Marke knacken. Nach einer spannenden Partie war es den Gastgebern beschieden, mit einem 23:21 (14:12)-Erfolg im letzten Heimspiel der Saison eine gute Runde zu einer sehr guten zu machen.

Der HSG gelang im sechsten Auswärtsspiel nacheinander kein Sieg – und den Grund dafür hatte Trainer Kai Wandschneider schnell ausgemacht. »Wir haben Leipzig einen großen Kampf geliefert, tolle Moral gezeigt und in der zweiten Halbzeit eine richtig starke Abwehr gespielt mit nur neun Gegentoren. Allerdings haben wir es versäumt, uns nach Ballgewinnen zu belohnen und sind mit zu vielen freien Bällen an Milos Putera gescheitert. Gerade von den Halbpositionen im Rückraum kommt derzeit einfach viel zu wenig Torgefährlichkeit. Da wird es schwer, Spiele zu gewinnen.«

Allein auf der rechten Seite, auf der sich Joao Ferraz und Stefan Cavor abwechselten, fanden fünf Würfe nicht den Weg ins Tor. Bei fünf Versuchen eine desaströse Bilanz. Alexander Hermann auf der »Königsposition« im linken Rückraum traf immerhin zweimal und brachte eine Quote von 50 Prozent zustande. Mit perfekter Wurfausbeute konnte in Leipzig lediglich Kreisläufer Anton Lindskog glänzen, der vorne wie hinten eine gute Partie ablieferte und vier Tore beisteuerte.

"Flippi" spielt stark auf

So kamen die Hausherren besser ins Spiel, gingen durch den Ex-Wetzlarer Philipp Weber mit 7:4 in Führung, weil die HSG etwas fahrig wirkte und sich »Flippi« nicht vom Leib halten konnte. Nach dem 8:8-Ausgleich von Lindskog übernahm wieder Leipzig, nachdem man einige Zeit etwas übermotiviert zu Werke gegangen war, das Kommando. Die Gäste brachten sich mit technischen Fehlern und Fehlwürfen immer wieder in Bedrängnis und ermöglichten den Gastgebern die 14:12-Führung zur Pause.

Im zweiten Durchgang waren es die eingewechselten Torhüter, die von sich reden machten. Benjamin Buric war für Nikolai Weber gekommen und führte sich sofort mit einer Parade ein. Doch sein Gegenüber Milos Putera, dessen Name noch des Öfteren durch die Halle schallen sollte, brachte die Wetzlarer Angreifer in der zweiten Hälfte schier zur Verzweiflung. Insgesamt zehn Bälle knöpfte er den Mittelhessen ab, da konnte selbst Buric nicht mithalten.

Putera wie eine Wand

Beide Abwehrreihen packten ordentlich zu, zeigten Kampf und Einsatzbereitschaft. Im Angriff rieb sich Pöter an alter Wirkungsstätte auf, zog geschickt die Fäden, glänzte mit guten Anspielen und machte selbst vier Tore. Umso überraschender die Nachricht von seinem Verbleib in Leipzig nach dem Spiel. Der 32-jährige Spielmacher, der die HSG zum Saisonende verlässt, lässt sich in Leipzig Metallplatten im rechten Fuß entfernen. Diese waren Pöter im März 2016 nach einer Sprunggelenksfraktur eingesetzt worden.

»Pippo hat unserem Mannschaftsarzt mitgeteilt, dass ihm die Platten Probleme und Schmerzen bereiten und er sich diese deshalb entfernen lassen möchte«, so HSG-Geschäftsführer Björn Seipp. »Es geht um die Gesundheit des Spielers. Deshalb müssen wir seine Entscheidung akzeptieren, auch wenn sie etwas überraschend für uns kam.«

Wetzlar blieb bissig, nutzte in der 53. Minute einen Ballgewinn zum 20:20-Ausgleich (Siebenmeter Holst). In der Folge hatte die HSG sogar zweimal die Chance, in Führung zu gehen. Ferraz nagelte die Kugel per Freiwurf jedoch über Block und Tor, während Putera gegen Pöter auf dem Posten war.

»Es war wie erwartet ein ganz enges Spiel«, konstatierte SC-Coach Michael Biegler. »Ich hatte der Mannschaft vor dem Spiel gesagt, dass sie, wenn sie heute alles investiert, die Chance hat, nach einem wahnsinnigen Jahr das Saisonziel perfekt zu machen.«

Wandschneider blieb nur die Gratulation und HSG-Geschäftsführer Björn Seipp legte den Finger in die offene Wetzlarer Wunde. »Wir finden zwar spielerisch immer wieder gute Lösungen, aber wenn die beiden wichtigsten Positionen im Angriff mehr oder weniger nicht vorhanden sind, dann kann man nicht gewinnen.«

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