04. Mai 2018, 06:55 Uhr

Final Four

HSG Wetzlar benötigt Sternstunde an historischem Wochenende

Handball-Bundesligist HSG Wetzlar ist bereit für das große Spiel. Das DHB-Pokal-Halbfinale gegen die TSV Hannover-Burgdorf steigt am Samstag um 18 Uhr in Hamburg.
04. Mai 2018, 06:55 Uhr
Die riesige Barclaycard-Arena bietet für das Final 4 an jedem Spieltag 13 200 Zuschauern Platz. (Foto: Bergmann)

HSG Wetzlar


Im Internet stehen die Quoten eindeutig zugunsten der Niedersachsen. 72 Prozent erwarten einen Erfolg von Hannover, nur 28 Prozent trauen Wetzlar etwas zu. Da liegt es an den Mittelhessen selbst, zum wiederholten Male die Experten zu widerlegen:

Wie läuft die Vorbereitung auf das Halbfinale? Die HSG Wetzlar setzt auf die bei Bundesliga-Auswärtsspielen bewährten Abläufe. Heute Vormittag gibt es das Abschlusstraining, danach Mittagessen und dann die Fahrt nach Hamburg. Am Spieltag erfolgt vormittags die letzte Einstimmung per Video, danach ist Mittagsruhe – um 16.30 Uhr geht es dann in die Barclaycard-Arena. »Wie bei einem normalen Punktspiel«, sagt Trainer Kai Wandschneider, »wichtig ist das richtige Maß zwischen Ablenkung und Konzentration. Wir trainieren täglich zweimal, das Team ist extrem fokussiert und wird am Samstag ab 18 Uhr alles raushauen, was es hat.«

Trotz der geographischen Nähe zu Hamburg nutzt auch die TSV Hannover-Burgdorf den Freitag als Anreisetag - trainieren können wird aber keine der Mannschaften in der Arena, so dass auch bei den Niedersachsen die letzte Einheit zu Hause steigt.

Die bedeutsamsten Personalien: Auf Wetzlarer Seite werden Kreisläufer Jannik Kohlbacher (Ellenbogen) und Linksaußen Maximilian Holst (Wade) auf jeden Fall dabei sein, Evers Klesniks (Rücken) hofft bis zur letzten Minute.

Bei Hannover-Burgdorf hat Nationalspieler Kai Häfner zuletzt unter extremen Schulterbeschwerden gelitten und aus dem Rückraum kaum für Torgefahr sorgen können. Der Linkshänder wird zwar zum Kader gehören, inwieweit er fit ist, wird sich aber zeigen müssen. Für den spanischen Trainer Carlos Ortega ist das dennoch kaum eine Erwähnung wert: »Verletzungen gehören zu unserer Sportart nun mal dazu. Das Trainerteam hat das volle Vertrauen in die Spieler, die am Pokalwochenende einsatzfähig sein werden.«

Der Druck: Mit solch großen Spielen haben auf beiden Seiten nur wenige Akteure Erfahrung. Bei der HSG Wetzlar Rechtsaußen Kristian Björnsen, der mit Norwegen schon mal in einem WM-Finale stand; bei der TSV Hannover-Burgdorf Morten Olsen und Casper Mortensen, die 2016 Olympia-Gold mit Dänemark geholt haben. Dazu kommt mit Carlos Ortega ein Trainer, der als Rückraum-Linkshänder allein mit dem FC Barcelona sechsmal in der Champions League triumphierte und seiner Mannschaft somit einiges mit auf den Weg zu geben weiß.

Die Spielsysteme: Beide Kontrahenten bevorzugen eine 6:0-Deckung, wobei die Niedersachsen diese offensiver interpretieren und mitunter Fabian Böhm/Kai Häfner extrem pressen lassen. Bei der HSG Wetzlar ist in dieser Saison die zweite Welle zu einer echten Waffe geworden, im Positionsangriff bevorzugen Trainer Kai Wandschneider und sein Team modernen Konzepthandball mit vielen Kleingruppen-Ideen und Zwei-gegen-zwei-Aktionen.

Die Niedersachsen verlassen sich auf die Spielsteuerung von Mittelmann Morten Olsen und dessen Backup Pawel Atman, die beide zudem gut mit den Kreisläufern harmonieren, die nicht selten Lücken reißend im 4-2 mit Evgeni Pevnov und Iljo Brozovic agieren.

Das sagen die Trainer: Eines ist für Kai Wandschneider, dem Coach der HSG Wetzlar, klar: »Wir müssen eine gewisse innere Ruhe entwickeln, um die Partie erfolgreich zu bestreiten«, jede Form von Hektik oder Übermotivation ist Gift für das Auftreten seiner Mannschaft. »Hannover wird sich top präsentieren, auch wenn sie die letzten vier Bundesliga-Auswärtsspiele verloren haben. Trainer Ortega wird alle Register ziehen, er hat aber auch ein Team mit enorm viel Potenzial, das Kiel in dieser Saison allein dreimal geschlagen hat. Wir benötigen schon eine Sternstunde, um uns durchzusetzen.« Kommt von Torhüter Benjamin Buric bis zu Kreisläufer Jannik Kohlbacher jeder einzelne HSG-Akteur an seine Leistungsgrenze, ist ein Finaleinzug nicht utopisch. Schließlich weiß Wandschneider um die Stärken seiner Mannen: »Olle Forsell-Schefvert schafft Räume für die anderen, Anton Lindskog ist im Zentrum gesetzt und mit Alexander Hermann entwickeln wir wieder eine andere Spielweise.«

Für Burgdorfs Titelhamster Carlos Ortega ist das »Spiel gegen Wetzlar total offen, ein so genanntes 50:50-Spiel«, lässt sich der spanische Erfolgscoach der Niedersachsen in der Handball-Woche zitieren, »es wird auf die Tagesform ankommen. Aber auch darauf, wie die Personalsituation bei beiden Teams ist.«

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